so könnte man Into the West kurz beschreiben.
Die Serie zeigt aus der Sicht der Wheelers und der Lakota eine nahezu umfassende Schau der amerikanischen Geschichte zwischen 1820 und 1890. Dass historische Fakten und Begebenheiten in 6 Folgen á ca. 90 Minuten hie und da kürzer angesprochen werden, als sich der eine oder andere vielleicht wünschen würde, ist meines Erachtens für eine Bewertung nicht relevant.
Wichtig ist doch, wie ehrlich dieses dunkle Kapitel der US-Geschichte aufgearbeitet wird und wie trittsicher hollywoodsche Filmemacher dabei Fakten, Spannung und Unterhaltung verbinden.
Und ich muß sagen, dass das sehr gut gelungen ist.
Es ist geradezu beklemmend, den Untergang der Indianer nach und nach zu erleben. Es ist dabei äußerst interessant, welche Gedanken und Ängste die Indianer bei der Geschwindigkeit der Veränderungen durch die Weißen hatten.
Und es ist letztlich schlimm, Weiße und deren Einstellung zu anderen Rassen und dem eigenen Erfolg "ertragen" zu müssen.
Meiner Ansicht nach erfüllt die Serie neben der sensationellen Unterhaltung einen wichtigen informativen Zweck. Teilweise kommt die Serie im Bereich der historischen Fakten einer Dokumentation sehr nahe, ohne den erzählerischen Faden zu verlieren.
Ich finde es abschließend schade, wenn Rezensenten geradezu zwanghaft Fehler und Ungereimheiten suchen und von einem in sich stimmigen, spannenden und gut recherchierten Film ablenken.
Ein Film oder eine Serie ist kein Lexikon, sondern in diesem Fall sensationelle Unterhaltung mit tiefgründigem und historisch größtenteils korrektem Charme.
Jeder historisch Begeisterte, nicht zuletzt Western-Fans, sollte diese Serie gesehen haben.