Bei wohl keinem anderen Künstler fällt es so schwer eines seiner Alben als ,das Beste' herauszupicken, wie bei Van Morrison. ,Astral Weeks' und ,Moondance' werden oft genannt, aber auch ,Avalon Sunset' hört man öfter, dieses hier fällt - zu unrecht - oft durch den Rost.
Man könnte es als Van's ,amerikanisches' Album bezeichnen, denn dort wurde ,Into The Music' aufgenommen und die Bläser wurden von Pee Wee Ellis arrangiert - achja und Ry Cooder hat einen Gastauftrtitt an der Slide Gitarre bei Full Force Gale. Auch musikalisch finden sich durchaus Einflüße aus New Orleans R'n'B und Philly Soul wie man recht gut eben bei Full Force Gale, Bright Side Of The Road vor, allem aber bei You Make Me Feel So Free nachhören kann. Trotzdem ist der caledonian soul omnipräsent - alleine schon durch die häufig vorkommende Fidel.
Album Füller gibt's hier nicht, und wer nach Seite 1 denkt dies sei nur ein gefälliges Popalbum, der wird durch ,And The Healing Has Begun', ,It's All In The Game' und ,You Know What They're Writing About' eines Besseren belehrt; das sind dann wieder diese Van Morrison soul jams, bei denen er über Akkord-loops und sich immer wiederholende kleine Melodien mit seiner Stimme improvisiert und phrasiert, leiser und dann wieder lauter wird und dadurch eine Spannung und Dringlichkeit aufbaut die Gänsehaut erzeugt.
Auch ich möchte mich nicht entscheiden, ob das sein Bestes Album ist, aber es gehört auf jeden Fall zu seinen fünf besten und zeigt einen begnadeten Musiker vor dem Herrn auf seinem kreativen Höhepunkt.