Es spricht nicht gegen mich, dass ich Chris De Burgh erst zwölf Jahre nach seinem Schritt ins Musikbusiness kennengelernt habe, und dann auch noch mit seinem berühmten Schmusehit "Lady in Red". Vor 1986 war ich noch zu klein. Als ich den ersten CD-Player bekam und mir in einem Laden um die Ecke für 3 Mark pro CD Musik auslieh, wurde ich mit Chris De Burgh immer vertrauter und begann, mich in seinen Stil zu verlieben. Seine Crème de la Crème des letzten Jahrhunderts sind für mich die epischen Songs "Crusader" und die zwei Trilogien "The Revolution/ Light a Fire/ Liberty" und "The Leader/ The Vision/ What About Me", wahre Meisterwerke der Musikkultur. Letztere ist das bombastische Highlight, auf welches das "Into The Light"-Album hinarbeitet. Aber auch nahezu alle anderen Lieder seines 86er Hitalbums haben dazu beigetragen, dass ich Chris De Burgh als Sänger mit der klangschönsten Sängerstimme betrachtete, die optimal zur Geltung kommt in wundervollen, persönlichen Balladen wie "For Rosanna" (eine Ode an seine Tochter, die viele Jahre später als Miss Europa oder Miss World oder sowas ähnliches gekürt wurde).
Es ist bekannt, dass De Burgh-Fans der ersten Stunde (die nach und nach wegsterben, weil die Anfänge schon so lange zurückliegen) es ihrem Helden krumm genommen haben, dass er zum Star wurde und nun von jedermann mit Leichtigkeit gut gefunden werden konnte. Vergleicht man die 80er Charts-Musik aber mit der heutigen Charts-"Musik", muss man feststellen, dass erfolgsorientierte Lieder vor einem Vierteljahrhundert noch um ein Vielfaches ehrlicher und liebevoller klangen. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass Chris De Burgh nicht nur einer der begnadetsten Balladensänger, sondern zugleich ein Weltklasse-Songwriter ist, der auch unter Erfolgsdruck nicht fähig war, Müll zu produzieren.