Tom Petty& the Heartbreakers - dieser Bandname steht für höchste Textliche und Musikalische Qualität. Und diese liefern sie auch auf ihrem 1991 veröffentlichten Longplayer "Into the great wide open" ab. Der Nachfolger des 89er Erfolgsalbums "Full Moon Fever" kommt mir relaxten und teilweise sehr flotten Pop-Rock Nummern daher, die sich prima dafür eignen, einen sonnigen Sommertag zu genießen. Auch zum Autofahren hervorragend geeignet.
Den Auftakt macht "Learning to fly", der meiner Meinung nach beste Tom Petty-Song überhaupt. Ich kann ihn immer hören. Seine unbeschwerte Leichtigkeit und der Mitsing-Refrain machen ihn zu dem Highlight des Albums.
"Kings highway" ist eine schnellere Nummer, geht auch sofort ins Ohr. Und dann "Into the great wide open". Der Titeltrack erzählt die Geschichte des Losers Eddie, der plötzlich einen Hit landet und dem dadurch plötzlich alle Türen offenstehen. Er fällt jedoch schneller, als er aufgestiegen ist. Sicherlich einer der bekanntesten Bandsongs überhaupt und ein absoluter Ohrwurm.
"Two Gunslingers" und "The Dark of the Sun" sind lässige Mitschunkler, die einfach freude machen. "All or Nuthin" ist der erste rockige Track eines insgesamt recht verhaltenen Albums. Petty lässt die etwas tiefere Singstimme raus und überzeugt auch damit. "All the wrong reasons" hat eine wunderschöne Melodie und besticht vor Allem durch die kristallklaren Gitarren, die sich sehr nach den Byrds anhören. Freunde der 60er Rockmusik werden hier ihre helle Freude haben. "Too good to be true" ist der einzige Song, der im Gesamtniveau etwas abfällt, jedoch trotzdem ein guter Song. "Out in the Cold" rockt wieder etwas mehr, einer der Besten Titel der LP. "You and I will meet again" hat eine fast schon süße Melodie und ein experimentelles Outro. Schöner Song.
"Makin' some noise" rockt nochmal richtig deftig drauf los, nimmt fast schon Hardrock-artige Züge an und leitet über auf das sanfte "Built to last", das mit einem sehr lässigen Groove versehen das Album beendet.
"Into the great wide open" bietet sicherlich keine sonderlich anspruchsvollen Songs, aber die Texte erzählen teilweise sehr interessante Geschichten und laden zum Träumen ein. Es ist einfach ein Gute Laune Album, dessen Booklet auch sehr stilvoll aufgemacht daherkommt. 12 leichte Songs, die an manchen Stellen jedoch etwas arg Glattgebügelt wirken. Dafür zeichnet sich Hausproduzent Jeff Lynne verantwortlich, der zum Glück kurz darauf geschasst wurde. Auch die 12-Saitige Gitarre hätten die Heartbreakers etwas öfter herauslassen können. Wer auf Rockigeres steht, sollte auf Tom Petty's Soloplatte "Wildflowers" (die mit Abstand Beste, die er je veröffentlicht hat) oder die gemeinsame Produktiopn mit den Heartbreakers, "Echo" zurückgreifen.
Wer's aber lieber etwas leicht mag, ist mit 2Into the great wide open" sehr gut bedient.