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Jay (Mark Rylance) und Claire (Kerry Fox) wissen praktisch nichts voneinander, nicht einmal ihre Namen. Sie sind sich einmal zufällig begegnet, und nun treffen sie sich einmal in der Woche. Die körperliche Nähe, das Glück, das in ihrer Vereinigung liegt, das ist eigentlich mehr als genug. Doch dann will Jay, der ehemalige Musiker, der einst seine Frau und seine Kinder ohne ein Wort verlassen hat, mehr über Claire erfahren. Er folgt ihr, lernt ihren Mann Andy (Timothy Spall) kennen, entreißt ihr langsam ihre Geheimnisse und zerstört alles.
In seiner Arbeit mit den Schauspielern ist Patrice Chérau von seinen Erfahrungen als Theater- und Opernregisseur geprägt, doch seinen Filmen haftet nie etwas Theaterhaftes an. Sie sind reines Kino, nur eben viel direkter, viel dichter, als man es gewohnt ist. Die Körperlichkeit und die Unbefangenheit von Kerry Fox und Mark Rylance wirken beinahe hypnotisch. Sie haben fast etwas Erschütterndes. Man kann zu ihren Figuren praktisch nicht auf Distanz gehen, sie ziehen einen unaufhaltsam in ihren Bann. Man verfällt ihnen regelrecht, teilt ihr Glück wie ihren Schmerz und versteht sie in einem Maße wie kaum andere Kinofiguren.
Intimacy zeichnet ein kompromissloses Bild des modernen Großstadtlebens. Glück erscheint als etwas, das nicht dauerhaft sein kann, das der Mensch, vor allem der Mann, immer wieder selbst zerstört. Und doch wirkt Chéraus Film über die Liebe, über ihre Sprache wie über ihre Sprachlosigkeit, nie hoffnungslos. Am Ende weiß man um die Bedeutung von Geheimnissen und sieht die Menschen mit anderen Augen. --Sascha Westphal
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
88 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Illusionsloses und kompromissloses Kammerspiel,
Rezension bezieht sich auf: Intimacy (DVD)
Auf Grund der furiosen Presse, die sich hauptsächlich mit den Fakten der "nackten Tatsachen" auseinandersetzte, ließ sich möglicherweise ein Großteil des Publikums in die jeweils falsche Richtung locken. Übrig bleibt ein kompromissloses Werk, das in nüchterner und illusionsloser Weise erzählt, das ein gesuchtes sexuelles Abenteuer (nur sexuell?) lediglich ein Abenteuer bleiben kann, wenn die Spielregeln eingehalten werden. Zwei so unterschiedlich geführte Protagonisten, mit so unterschiedlichen Konsequenzen aus ähnlichen Lebenserfahrungen, treffen sich, um das miteinander zu machen, was im gewöhnlichen Ehegatter oft nicht mehr lustvoll möglich scheint: Sex. Das auch das in einer Katastrophe endet, weil der Mensch das Subjekt seiner Begierde besitzen möchte, liegt nahe. Der Film führt in scheinbar moralische Zwickmühlen. Das ist sein Atem und gleichzeitig sein Reiz und seine Ausweglosigkeit. Wer hier moralisch ansetzen will, einen lustvollen Kunstporno sehen will, oder das Heil in obszöner Promiskuität finden will, der wird mit diesem Film nicht glücklich. Wer sich jedoch fern der bürgerlichen Wertvorstellungen noch berühren lassen kann, sich hingebungsvoll auf die Suche nach Erfüllung der beiden Hauptfiguren einlassen will, der bleibt erst einmal atemlos und ein wenig verstört zurück. Da bleibt bestenfalls ein Mut zur Ratlosigkeit.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gut im Ansatz - doch am Ende schwächeln Film und DVD,
Von
Rezension bezieht sich auf: Intimacy (DVD)
Ganz ehrlich, ich bin mit diesem Film nicht so richtig warm geworden, auch wenn ich mich eigentlich über weite Strecken gut unterhalten fühlte.Jay, der in seiner Ehe nicht mehr klar kam und, obwohl er zumindest seine Kinder sehr liebt, ohne ein Wort Frau und Kinder verlässt, schlägt sich jetzt als Barkeeper durch und wartet auf bessere Zeiten. Eines Tages wird aus einem OneNightStand mit einer Unbekannten eine Regelmäßigkeit. Jeden Mittwoch treffen sich die zwei, reden nicht miteinander, kennen einander eigentlich nicht, haben einfach nur Sex miteinander. Punkt. Das geht eine Weile gut, auf eine Beziehung oder auch nur mehr als den Austausch von Körperflüssigkeiten genau einmal die Woche will wohl keiner von beiden. Doch dann packt Jay plötzlich die Neugier und er folgt besagter Unbekannten. Schnell findet er heraus, dass sie im Gegensatz zu ihm nicht so ein "Outlaw" mit verrückten Ideen und eher schrägen und irren Freunden ist. Das da Mann und Kind sind, dass da ein vergleichsweise geregeltes Leben ist - und diese Erkenntnisse verwirren ihn. Er versucht immer mehr in Erfahrung zu bringen, kommt dabei nicht nur ihr, sondern auch Menschen aus ihrem Umfeld entschieden zu nahe. Er riskiert ihre Familie, riskiert ihre ungewöhnliche Beziehung....Neugier? Doch ein Hauch von Liebe? Die Suche nach Nähe? Die Suche nach Halt? Der Film hat gute Ansätze, gute Ideen, eine ungewöhnliche Story, bringt zu Beginn ungewohnt offene Sex-Szenen (zumindest für einen Film des eher melodramatisch gesellschaftskritischen Genres), er provoziert, weckt auf und hält gewissen gesellschaftlichen Normen, Werten und Verhältnissen den Spiegel vor, prangert an. Doch am Ende fehlt mir die letzte Konsequenz, fehlt das I-Tüpfelchen, wirkt das ganze nicht rund genug. Es mangelt an Spannung, an Dramatik, es plätschert zu vieles dahin, viel zu viele Fragen bleiben offen - unbeantwortet. Mehr als 3 Sterne möchte ich dem Film daher nicht geben - hier hätte man definitiv mehr draus machen können. Da die DVD zudem für heutige Verhältnisse etwas dünn ausgestattet ist - vor allem was die Extras betrifft (neben Trailer und einer kleinen Fotogalerie gibt es nur noch Werbung. Kein MakingOf kein Nix), bleiben am Ende 2 Sterne stehen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ewig Suchender trifft Lebenshungrige,
Von
Rezension bezieht sich auf: Intimacy (DVD)
Der Barkeeper Jay erhält jeden Mittwoch Besuch von einer Unbekannten. Sie bleibt für ein paar Stunden leidenschaftlichen Sex und verschwindet wieder. Die beiden wissen nichts voneinander und reden kaum, bis Jay eines Tages Claire heimlich folgt, um mehr über ihr Leben zu erfahren. Er findet heraus, dass sie regelmäßig in einem Pub Theater spielt, verheiratet ist und Kinder hat. Auch Jay war einmal verheiratet und hat Kinder. In Rückblenden und Gesprächen mit dem Barkeeper Ian erfährt der Zuschauer, dass Jay eines Tages seine Familie verlassen hat, einfach so, ohne tiefere Gründe anzugeben."Ich dachte, du wüsstest etwas, das ich nicht weiß, und du würdest es mir irgendwann sagen" begründet Jay den Reiz, den Claire auf ihn ausübt, und formuliert damit gleichsam die Erwartung, die er - unbewusst - an diese Beziehung stellt. Jay ist der "ewig Suchende" , der sich im Grunde zutiefst nach mehr Nähe und Verbindlichkeit sehnt, aber nicht wirklich imstande ist, seine eigenen Ansprüche einzulösen, wie sich am Scheitern seiner Ehe zeigt. Claire hingegen lebt in einer alltagstauglichen Verbindung. Mit einem Mann, der ihr treu ergeben und sehr fürsorglich, aber leider hochgradig unerotisch ist. Sie weiß genau, was sie von Jay will: "Er weiß seine Energien zu nutzen" erläutert sie ihrer besten Freundin seine Vorzüge. Für Claire war daher die Welt in Ordnung, solange sie Jay treffen und seinen Körper genießen konnte - ein freizügiges Geben und Nehmen ohne Forderungen, etwas anderes wollte sie nicht von Jay. Indem Jay Claire folgt, um ihr "Geheimnis" zu ergründen, verletzt er die unausgesprochenen Spielregeln der beiden und zerstört letztlich das filigrane Gewebe dieser Beziehung. Intimacy ist eine sparsame, aber sehr präzise und realistische Charakterzeichnung zweier Menschen, die mittels ihrer erotischer Treffen einmal wöchentlich der Tristesse des Großstadtlebens entfliehen - zumindest für eine Weile. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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