Das Problem mit den Fortsetzungsromanen ist, dass man die vorherigen Werke kennen muss, um die Geschichte vollständig verstehen zu können. Das dritte Band der Barney Thomson- Saga erzählt ein neues Kapitel im Leben eines der unglücklichsten „Mörder" Schottlands, dennoch tauchen immer wieder Ereignisse aus den letzten zwei Bücher auf, sodass man ab und zu etwas ratlos dasteht.
Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr unterhaltsam, sehr witzig geschrieben und so skurril, dass man über die Unebenheiten der laschen Story hinweg sehen kann.
Außerdem bilden die Charaktere eine herrlich verrückte Truppe, die ebenfalls auf eine sehr witzig absurde Art die Lücken in dem schwachen Plot schließen.
In Interview mit einem Barbier ist alles vorhanden: Sex, Mord, Liebe, Spannung. Diejenigen unter euch, die auf Krimiromane stehen, die werden enttäuschenderweise sehr schnell den wahren Mörder aus diesem Band ermitteln.
Hier eine kleine Kostprobe, ein Dialog zwischen dem abgebrannten Inspektor Mulholland und seiner Kollegin bzw. seiner Ex-Geliebten Erin Proudfoot:
„Ich habe nachts wach gelegen und mir gewünscht, du wärst tot. Ich habe mir mindestens fünfzig hässliche Todesarten für dich ausgedacht. Mein Therapeut hat sogar vorgeschlagen, dass ich mir eine Puppe besorge und Nadeln reinstecke."
„Was für eine Therapie war denn das?"
„Die richtige."
„Und hat sie funktioniert?"
„Weiß nicht. Hast du die Schmerzen von den Nadeln gespürt?"
Er versucht sich zu erinnern. Er hat in den vergangenen Monaten so viele Schmerzen gespürt, dass er kaum sagen könnte, ob manche davon vielleicht rein physisch waren.
„Jeden Einzelnen", sagt er.
Fazit: Das Buch ist das, was es ist: eine gute Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger.