Aus der Amazon.de-Redaktion
Interstella 5555 führt die Geschichte fort, die in den Videos zu den vier Single-Auskopplungen aus dem Discovery-Album begonnen hat. Was in den Videos noch sehr rätselhaft wirkte, der Auftritt einer außerirdischen Pop-Band auf einem fremden Planeten, die Entführung eben dieser Band in unsere Welt und schließlich ihre Umwandlung in einen irdischen Pop-Act, war nur die Exposition für eine Verschwörungsgeschichte von wahrhaft intergalaktischem Ausmaß. Dabei erinnert nicht nur der Animationsstil an die früheren Arbeiten von Leiji Matsumoto, auch die Figuren und die Themen des Films variieren klassische Motive des japanischen Animationskinos. Nur haben Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo sie in einen etwas anderen Kontext gestellt. Ihr Science-Fiction-Abenteuer ist am Ende eigentlich gar keine Zukunftsvision, sondern ein Gewand für eine ironische, aber auch ziemlich bittere Abrechnung mit der heutigen Popindustrie.
In vielen Kritiken zum Kinostart von Interstella 5555 konnte man lesen, dass der Film in erster Linie für Fans der Daft-Punk-Musik interessant sei. Natürlich hat dieses Projekt einen besonderen Reiz für Fans, doch man muss kein begeisterter Anhänger des House-Sounds sein, um seinen Spaß an diesem einzigartigen Anime zu haben. Die Geschichte und die Bilder, in denen sie erzählt wird, haben ihre eigene Faszination, die der Musik im Endeffekt eine ganz neue Bedeutung verleiht. Die Songs von Daft Punk wirken im Kontext des Films sogar weitaus vielschichtiger als nur beim reinen Hören. Kazuhisa Takenouchis Vision entwickelt zudem einen ungeheuren Sog. Der äußere Impuls der Musik, die zum Tanzen verführt, verwandelt sich in einen inneren Affekt. Interstella 5555 bringt die Seele und das Gehirn zum Tanzen. --Sascha Westphal
Kurzbeschreibung
DVD & Video Report
Blickpunkt: Film
Kaum ein zweiter Filmverleih in hiesigen Breiten hat sich derart um den asiatischen Film verdient gemacht wie Rapid Eye Movies. Ob Takashi-Miike-Schockfest, Johnny-To-Gangsterdrama, Bollywood-Musical, oder neues, koreanisches Gegenwartskino - wenn es um die Würdigung fernöstlicher Trends oder gar die Entdeckung potentieller Kultfilme geht, stehen die Kölner in vorderster Reihe. Logisch, daß man sich 'Interstella 5555' nicht entgehen ließ, handelt es sich bei dieser französisch-japanischen Koproduktion doch um die sozusagen abendfüllende Animé-Version diverser Musikvideoclips des Pariser DJ-Duos Guy-Manuel De Homem-Christo und Thomas Bangalter, besser bekannt als Daft Punk, in einer visuellen Interpretation des Animé-Zeichner Leiji Matsumoto, seines Zeichens Schöpfer der nach wie vor immens populären TV-Serie 'Captain Future'. Gute Vorraussetzungen also, um diesmal auch ansonsten weniger mit fernöstlicher Kinomaterie vertraute Besucher, sprich, MTV-Gucker, kleine Mädchen und neugierige Popfans, in die Kinos zu locken.
Im fernen Weltall gehen die Uhren anders. Man genießt Musik als solche, Kommerz und Konkurrenz sind unbekannt. Die besten ihrer Zunft sind drei Herren und eine Dame, bekannt als die crescenDolls. Und genau die stehen ganz oben auf der Wunschliste eines fiesen Konzertveranstalters von Mutter Erde. Der reißt sich die Talente des Universums eines nach dem anderen gewaltsam unter den Nagel, um sie, einmal mittels Drogen willenlos gemacht, hierzulande rundum zu vermarkten. Auch den crescenDolls droht ein Schicksal in Sklaverei, wenn da nicht ein aufmerksamer Ufo-Pilot und seine brennende Liebe zu der Sängerin wäre. So einfach die Story, so simpel, aber wirkungsvoll das Gesamtkonzept. Kein Wort wird gesprochen, statt dessen erklingen auf der Tonspur siebzig Minuten lang die Hits von Daft Punk, angereichert höchstens um den einen oder anderen, unvermeidbaren Soundeffekt, derweil die Bilder in leuchtenden Farben und prächtigen Kulissen schwelgen, der totale Kitsch seinen unvermeidlichen Lauf bis zum Happy End auf rosaroter Wolke Sieben nimmt. Schööön, schmachteten zarte Lippen nach der mit jungen Damen prall gefüllten Premiere auf dem Fantasy Filmfest. Animé muß nicht Tentakelmonsterschlachtplatte, Schulmädchensex oder Superheldenaction sein. Jedenfalls nicht immer. ab.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
01 Interstella Film
02 Interaktiver Eingriff in den Film (verschiedene Sichtweisen)
03 Vorstellung der einzelnen Figuren
04 Karaoke
05 Trailer
06 Daft Punk Bio
07 Leiji Matsumoto Bio
08 Hidden Bonus
Titelverzeichnis
One More Time
Aerodynamic
Digital Love
Harder, Better, Faster, Stronger
Crescendolls
Nightvision
Superheroes
High Life
Something about us
Voyager
Veridis Quo
Short Circuit
Face to Face
Too Long
Aerodynamic (Daft Punk Remix)