Der Band bearbeitet sachkundig ein brisantes Thema für Bildung und Erziehung: Wie können Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen in gegenseitigem Respekt zusammenleben? Und vor allem: Was können sie voneinander lernen?
Es bietet Orientierung, weil es Wege aufzeigt für einen lernenden Dialog zwischen Christen und anderen Weltreligionen: Juden, Muslime, Hindus und Buddhisten.
Gegenüber der ersten Ausgabe (1995) bietet die völlige Neuausgabe nun mehr empirisches Material, nimmt die Darstellung der Heiligen Schriften der Religionen als Thema auf und verfügt über einen breiten Praxisteil. Hier finden sich auch Unterrichtsvorschläge mit entsprechenden Kopiervorlagen.
Kurzbiographien von ausgewählten Persönlichkeiten, Pioniere" des jüdisch-christlichen, des christlich-islamischen wie des interreligiösen Dialoges, sind ebenfalls in dem Buch zu finden.
Die 350 Seiten sind sehr lesbar geschrieben. Dazu tragen die Einführung in Schlüsselbegriffe und die jeweiligen Zusammenfassungen der fünf zentralen Kapitel bei.
Konzeptionell unterscheidet Leimgruber zwischen interreligiösem Lernen in einem engeren Sinne", damit sind Formen der direkten Begegnung bis hin zum Zusammenleben (Konvivenz) gemeint, und einem interreligiösen Lernen im weiteren Sinne, das neben direkten Begegnungen auch Formen indirekter Vermittlung über Texte und andere Medien umfasst. Auch wenn diese Unterscheidung nicht trennscharf ist und ihre Nützlichkeit noch ausprobiert werden muss, bleibt doch die Bedeutung der Begegnung von Angesicht zu Angesicht, die von Leimgruber als Königsweg" für interreligiöses Lernen bezeichnet wird.
Das Buch ist zu empfehlen für die Aus- und Fortbildung von Lehrkräften, insbesondere für den Religionsunterricht, aber auch für die Erwachsenenbildung.