Jeder, der sich einmal an Ovids Metamorphosen gewagt hat, kennt die Schwierigkeiten, die ein derart umfangreiches und komplexes Thema birgt. Sie bestehen nicht etwa darin, dass man keine Kommentare und Interpretationen findet - viel eher hat man Probleme damit, den oft sehr tief schürfenden und detaillierten Sekundärwerken die wesentlichen Aussagen zu entnehmen. Von Albrecht und Glücklich sind sich dessen bewusst und beschränken sich daher auf anschauliche Interpretationen und Kommentare zu den zentralen Textstellen (wie etwa die Weltschöpfung, die Menschengeschlechter/Zeitalter, Daidalos und Ikaros oder Orpheus und Eurydike), denen sie pointiert die wichtigsten Aussagen entnehmen. Der Zusammenhang ist auch für einen Laien wie mich sofort zu erschließen, denn er wird anschaulich dargestellt. Zugleich wird auf weitere Sekundärwerke verwiesen, die es ermöglichen, das Gelesene noch weiter zu vertiefen. Auch die Vergleiche mit anderen antiken Paralleltexten wie etwa der Theogonie Hesiods oder den Phainomena Arats sind nützlich; demjenigen, der sich zuvor intensiv mit diesen weiteren Textren befasst hat, wird nun in Kürze das Ergebnis des Vergleiches präsentiert. Das ist sehr hilfreich.
Zwar kann in diesem kurzen Sekundärwerk nicht auf alle Kernerzählungen eingegangen werden. Doch die Analyse derjenigen, die darin aufgeführt werde, ist aufschlussreich und gelungen.