Das Büchlein habe ich an einem Abend durchgelesen (es liest sich leicht und flüssig) aber ich war enttäuscht. Auch jetzt, im Rückblick, nach Durchführung eines Internetprojektes, hat sich meine Meinung nicht gewandelt. Das Wort "Internet" im Titel hätte sich der Autor (fast) sparen können. Man bekommt eine Menge Organigramme vorgesetzt, die wirken wie aus einem BWL-Lehrbuch abgeschrieben, und denen nur notdürftig ein Internet-Mäntelchen umgehängt ist. Damit meine ich, dass die Übertragung der bestimmt völlig richtigen Grundüberlegungen auf die Problematik eines Internet-Projektes mangelhaft ist und sehr lieblos wirkt. Es gibt zwar viele Checklisten - normalerweise liebe ich diese Dinger - aber dort purzelt Grundsätzliches und Spezielles wild durcheinander oder wird mißverständlich dargestellt. Beispiel? Bei einer Checkliste zum Thema "Konkurrenzbeobachtung" steht zwischen den Punkten Inhalt, Design, Struktur, Navigation, Zusatzdienste, Bestellmöglichkeit auf einmal Preise. Unklar, was damit gemeint ist: Vielleicht die Preise für kostenpflichtige Web-Dienste wie Datenbanken. Nun werden die Macher von Seiten wie dem "Hoppenstedt" oder WLW kaum auf ein Büchlein dieser Art zurückgreifen. Zielgruppe verfehlt. Oder sind die Preise der Ware gemeint? Das gehört hier nicht hinein, weil es ein für die Realisierung des Webprojektes völlig nachrangiges Thema ist. Redaktionelle Arbeitsschritte und EDV-Arbeit werden munter zusammengemischt (man könnte sich darüber streiten, ob das Sinn macht...) Kurzum: Um sich die Grundlagen des Projektmanagements anzulesen, ist das Buch zu oberflächlich. Konkrete Hilfe für die Realisierung eines *Internet*projektes kann man - als Mittelständler - aber auch nicht finden. Möglicherweise wurde hier von den Besonderheiten einiger Projekte in Großfirmen auf das Allgemeine geschlossen. Schließlich gewinnt mit steigender Firmengröße bekanntlich die Managementseite gegenüber den rein praktischen Aspekten immens an Wichtigkeit. Aber wird sich der Manager eines solchen Projektes um technische Details des Web-Servers kümmern müssen? Für wen ist das Buch eigentlich geschrieben? Man wird den Eindruck nicht los, der Autor hätte noch niemals durchgeführt, wovon er schreibt (dabei kann das gar nicht sein - die Homepage von Crusius macht einen guten Eindruck). Für mich war das Fazit leider: Nutzlos.