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Bei allen gelesenen Werken muss die Arbeit von Welge und Holtbrügge als FÜR PRAKTIKER eher geringwertig eingestuft werden. Die an den Anfang gesetzte längere Einführung zu den einzelnen Lerntheorien im Bereich Internationalisierung geht trotz ihrer Länge (50 Seiten) nur kurz und unzulänglich auf die einzelnen Theorien ein. Zudem lassen sich Aussagen finden, die selbst auf Studenten des betriebswirtschaftlichen Grundstudiums erschreckend wirken sollten. So wird beispielsweise die Theorie der komparativen Wettbewerbsvorteile von Ricardo vollkommen falsch erklärt. Ebenso erschlagend wirkt die pauschale Verurteilung bzw. Widerlegung des 'Porter Diamond', obwohl sich in letzter Zeit zunehmend Unternehmen und Beratungsgesellschaftenb an diesem Clusterkonzept ausrichten. Hier, wie immer wieder im gesamten Buch, stellt sich die Frage, ob das Gesamtwerk letztlich von unerfahrenen Assistenten der Autoren zusammengestellt wurde.
Der Hauptkritikpunkt sollte sich jedoch gegen den praktischen Gebrauchswert des Buches richten. Während der Lektüre wird sehr schnell offensichtlich, dass die Autoren über universitär ausgelegte empirische Studien hinausgehend über keinerlei eigene praktische Erfahrung im internationalen Management verfügen. Dies führt dann natürlich in Konsequenz zur Analyse von Pros und Contras für jede der Handlunsgmöglichkeiten, ohne zu einer konkreten Verbindung von Unternehmen, Umwelt und Handlungsempfehlung zu kommen. Schlussendlich muss die Empfehlung für jede von Unternehmen gegangenen Weg heißen: unzulänglich. Da dies aber einem dem Management notwendigerweise eigenen Hands-on-Approach widerspricht, kann das Buch maximal als Begleitinstrument für weitere wissenschaftliche Untersuchungen dienen.
Allerdings stellt sich auch hier die Frage, warum einige Koryphäen auf dem Gebiet des internationalen Management nicht im Buch auftauchen. Es entsteht der Eindruck, als ob das Buch primär die eigenen Erkenntnisse des Kreise Welge / Holtbrügge publizieren soll, basieren doch zahlreiche Quellen auf deren Werken.
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