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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2002
Die Verbindung von Literatur und Internet sei für viele noch immer terra incognita, befindet Rezensent Sebastian Domsch. Aufklärung verspricht "Interfictions. Vom Schreiben im Netz" von Roberto Simanowski, für Domsch einer der besten Kenner digitaler Literatur in Deutschland. Im Hauptteil des Buches herrscht zur Freude des Rezensenten "wohltuende Systematik": Simanowski teile das weite Feld der digitalen Literatur zunächst in drei Gruppen - Mitschreibeprojekte, Hyperfictions und Multimediawerke - ein, um dann in Unterkapiteln deren jeweilige Spezifika herauszuarbeiten. Domsch hebt hervor, dass Simanowski theoretische Darlegungen oft mit Beispielen untermauere, die zur Verdeutlichung der Argumentation beitragen. Als Minuspunkt wertet Domsch allerdings das Fehlen von Screenshots, die bei einem so stark vom Visuellen mitbestimmten Genre doch eigentlich unverzichtbar seien. Dennoch lobt er Simanowskis Einteilung als "in sich stimmig", so dass der Autor tatsächlich nahezu alle bekannten Spielformen dieser neuen Literatur erfassen und ihnen einen Platz in seinem System zuordnen kann. Zum großen Bedauern des Rezensenten fällt die gewonnene Übersichtlichkeit im abschließenden Kapitel zur "Digitalen Ästhetik" weitgehend neuen "Grabenkämpfen" um Definitionen zum Opfer. Der Leser, der gerade noch geglaubt hatte, er könne sich jetzt endlich unter digitaler Literatur etwas vorstellen, begreife nur noch, dass er nichts wisse: "Wo am Anfang ein klares Wort war", ärgert sich der Rezensent, "herrscht am Ende wieder ein Stimmengewirr."
© Perlentaucher Medien GmbH
Die Verbindung von Literatur und Internet sei für viele noch immer terra incognita, befindet Rezensent Sebastian Domsch. Aufklärung verspricht "Interfictions. Vom Schreiben im Netz" von Roberto Simanowski, für Domsch einer der besten Kenner digitaler Literatur in Deutschland. Im Hauptteil des Buches herrscht zur Freude des Rezensenten "wohltuende Systematik": Simanowski teile das weite Feld der digitalen Literatur zunächst in drei Gruppen - Mitschreibeprojekte, Hyperfictions und Multimediawerke - ein, um dann in Unterkapiteln deren jeweilige Spezifika herauszuarbeiten. Domsch hebt hervor, dass Simanowski theoretische Darlegungen oft mit Beispielen untermauere, die zur Verdeutlichung der Argumentation beitragen. Als Minuspunkt wertet Domsch allerdings das Fehlen von Screenshots, die bei einem so stark vom Visuellen mitbestimmten Genre doch eigentlich unverzichtbar seien. Dennoch lobt er Simanowskis Einteilung als "in sich stimmig", so dass der Autor tatsächlich nahezu alle bekannten Spielformen dieser neuen Literatur erfassen und ihnen einen Platz in seinem System zuordnen kann. Zum großen Bedauern des Rezensenten fällt die gewonnene Übersichtlichkeit im abschließenden Kapitel zur "Digitalen Ästhetik" weitgehend neuen "Grabenkämpfen" um Definitionen zum Opfer. Der Leser, der gerade noch geglaubt hatte, er könne sich jetzt endlich unter digitaler Literatur etwas vorstellen, begreife nur noch, dass er nichts wisse: "Wo am Anfang ein klares Wort war", ärgert sich der Rezensent, "herrscht am Ende wieder ein Stimmengewirr."
© Perlentaucher Medien GmbH
Kurzbeschreibung
Dieses Buch handelt von 'Literatur', die im und aus dem Netz des digitalen Codes entsteht, die interaktiv und intermedial ist und die durch die verborgene Befehlssprache unter der Bildoberfläche auf einem Alphabet der Inszenierung beruht, das sie undruckbar macht.
Es geht um neue ästhetische Ausdrucksformen und deren 'literarisches' Feld - kein Ersatz für das Buch, aber ein Konkurrent, wie Kino und Fernsehen auch.
Es geht um neue ästhetische Ausdrucksformen und deren 'literarisches' Feld - kein Ersatz für das Buch, aber ein Konkurrent, wie Kino und Fernsehen auch.
Über den Autor
Prof. Dr. phil. Roberto Simanowski, geboren 1963, lehrt Medienwissenschaft an der Universität Basel. Seine Forschungsschwerpunkte sind Theorie, Geschichte, Ästhetik und Soziologie digitaler Medien, Intermedialität, Narrativität sowie Interkulturalität.