Dieses Recital, das der Cellist Siegfried Palm in den frühen 70er-Jahren aufnahm, gehört bis heute zu den spektakulärsten Aufnahmen Neuer Musik.
Offenbar kann dieser Cellist mühelos auch die scheinbar unüberwindlichsten Hürden nehmen: angefangen bei Weberns Cellosonate, über Kagels "Unguis incarnatus est" und als absoluter Höhepunkt Xenakis' "Nomos alpha". Die technischen Fertigkeiten, die die Werke dieser CD vom Interpreten abverlangen, grenzen ans Unmögliche, und doch klingt Palms Spiel niemals hektisch oder angestrengt. Immer wieder fällt es schwer, sich beim Hören vor Augen zu führen, daß hier nur ein(!) Cellist spielt. Palm führt die ganze Farb- und Klangpalette seines Spiels auf so beeindruckende Weise vor, daß man diese Aufnahme nie wieder vergessen kann. Die Werke für Cello und Klavier sind ebenfalls hervorragend gelungen, hat Palm doch mit Aloys Kontarsky einen kongenialen Partner zur Seite.
Die Tonqualität ist trotz analoger Aufnahmetechnik außerordentlich gut und trägt entschieden zum Hörgenuß bei. Freunden der Neuen Musik ist diese CD also uneingeschränkt zu empfehlen, und selbst unternehmungslustige Hörer, die die Neue Musik bislang eher gemieden haben, dürften an dieser Einspielung angesichts ihrer sagenhaften Qualität Gefallen finden. Ich persönlich würde sogar für sechs Sterne plädieren...