Das vorliegende Buch ist eine repräsentative Auswahl au 9 Bücher(von denen insgesamt 14 fremdsprachige Ausgaben erschienen) und den 130 Artikeln, die zwischen 1965 und 1974 von den Mitgliedern der Palo-Alto-Gruppe veröffentlicht wurden.
Es handelt sich also um einige Vorläufer der beiden Bücher
Menschenliche Kommunikation - Formen, Störungen, Paradoxien
Lösungen - Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels
Im Gegensatz zu den Nachfolgern wird hier das Umdenken vom Ursach-Wirkung-Denken hin zur Interaktion sehr genau erklärt. Die Ideen der Gruppe waren zu dieser Zeit wirklich innovativ und brachen alle damals bestehenden Regeln.
Die Autoren lassen dementsprechend den Leser ihre eigene Begeisterung spüren und gehen sogar stellenweise mit viel Ironie zu Werke(z. B. in der Arbeit "Gegen Revisionismus und Deviation".
Es erscheint zwar vieles theoretisch, ist dafür aber extrem lehrreich. Auch viele grundsätzliche psychologische Begrifflichkeiten(wie Symmetrie und Komplementarität) werden hier schön und anschaulich erklärt.
die ebenfalls von Mitgliedern der Palo-Alto-Gruppe veröffentlicht wurden. Ich fand durch die einzelnen Beiträge vieles verständlicher als in den beiden oben aufgeführten Büchern. Wer eines der oben genannten Bücher oder ein anderes Buch von oder mit Paul Watzlawick las, wird verstehen, was ich damit meine. Die Schriften waren(zumindest für mich) nur schwer verdaulich und diese kurzen Arbeiten wesentlich angenehmer.
Die Artikel sind von der Reihenfolge her durchdacht geordnet und durch einige kurze und sinnvolle Kommentare der beiden Herausgeber ergänzt.
Aus dem Inhalt:
Paul Watzlawick
Vorwort
1. Kapitel: Theorie
Don D. Jackson
Das Studium der Familie
Don D. Jackson
Familienregeln: Das eheliche Quid pro quo
Jay Haley
Ansätze zu einer Theorie pathologischer Systeme
Antonio Ferreira
Familienmythen
Paul Watzlawick, Janet Beavin
Einige formale Aspekte der Kommunikation
2. Kapitel: Forschung
Carlos E. Sluzki, Janet Beavin
Symmetrie und Komplementarität. Eine operationelle Definition und eine Typologie von Zweierbeziehungen
Paul Watzlawick, Janet Beavin, Linda Sikorski, Betty Mecia
Schützlinge und Sündenböcke in pathologischen Familien
Jules Riskin, Elaine E. Faunce
Familieninteraktionsskalen
3. Kapitel: Ausbildung
Arthur M. Bodin
Die Rolle des Video-Geräts in der Ausbildung von Familien-Therapeuten
Loren R. Mosher, Ann Reifman, Alma Menn
Eigenschaften nicht formal ausgebildeter Therapeuten-Assistenten
4. Kapitel: Normalität, Neurose, Psychose
Don D. Jackson
Der Mythos der Normalität
John H. Weakland
Grundlegende soziokulturelle Probleme der Schizophrenieforschung
Don D. Jackson
Schizophrenie: Der nosologische Nexus
Carlos E. Sluzki, Janet Beavin, Alejandro Tarnopolski, Eliseo Verón
Transaktionelle Disqualifikationen. Untersuchungen über die Doppelbindung
Carlos E. Sluzki, Eliseo Verón
Die Doppelbindung als allgemeine pathologische Situation
5. Kapitel: Wandel
Don D. Jackson, Irvin Yalom
Eine familientherapeutische Intervention in langfristiger Behandlung
Richard Fisch
Widerstand gegen Wandel unter Psychiatern
John H. Weakland, Richard Fisch, Paul Watzlawick, Arthur Bodin
Gegen Revisionismus und Deviation
6. Kapitel: Familienmedizin
Don D. Jackson
Die Familienpraxis: Ein ganzheitliches medizinisches Modell
Don D. Jackson, Irvin Yalom
Familienaspekte der ulzerierenden Kolitis
Norma H. Davies, Elaine Hansen
Fokus Familie. Ein Übergangsheim in einer Abteilung für körperliche Rehabilitation
Elaine Sorensen
Die Familie und ihre alternden Angehörigen
Fred C. Hoebel
Kranzarterienerkrankungen und Familieninteraktion. Zum Problem der Verminderung der Gefahrenfaktoren
John H. Weakland
Familiensomatik - Eine vernachlässigte Chance
John H. Weakland
Konflikte zwischen Liebe und Familienbindung in chinesischen Filmen
Viele grundsätzliche Begriffe wie Komplementarität und Symmetrie werden in dem vorliegenden Buch schön und anschaulich erklärt.