Meine Anforderungen an einen neuen Player waren:
- wechselbare Batterie/Akku
- möglichst viel Speicher
- Aufspielen von MP3s ohne zusätzliche Software möglich
In diesem Segment gibt es nur noch Billig-MP3-Player. Ich bin beim Music Walker 8 GB gelandet. Man sollte meinen, dass Player mit wenig Funktionen ausgereift sind. Stimmt so leider nicht! Hier meine Erfahrungen:
Kurzfassung: Man bekommt ein billiges Gerät mit etlichen Macken. Mit denen kann man leben, aber sie müssten nicht sein.
Ausführliche Fassung:
* Lieferumfang
Player, Batterie, Kabel, Kopfhörer (nicht ausprobiert), und sogar ein gedrucktes Handbuch und eine gedruckte Kurzbedienungsanlaitung.
* Verarbeitung:
Das Gehäuse macht einen billigen, aber stabilen Eindruck. Es knarzt nichts. Wie haltbar die Tasten und der Steuerknubbel auf die Dauer sind, muss sich noch zeigen. Bis jetzt lässt sich alles präzise bedienen. Klein und handlich ist das Gehäuse auch, da gibt es gröbere Klötze in diesem Feld.
Das Loch und die Beschriftung "MIC" sollte man nicht zu ernst nehmen, auch auf der Verpackung und im Handbuch steht nichts von einer Aufnahmefunktion. Das Gehäuse scheint von einem teureren Modell zu stammen...
* Hardwareerkennung
Unter Linux (Ubuntu) automatisch als Musikplayer eingebunden. Kann auch als USB-Stick verwendet werden. Windows und MacOS gehen laut Verpackung, habe ich nicht getestet.
* MP3s aufspielen
Ich habe den Player gleich mit 1500 MP3s bestückt. Der Player ist auch nicht schneller als die Konkurrenz, ca. 2 MB/s. Dauert also ein paar Stunden, bis alles drauf ist.
* Display
Gut lesbar, gute Beleuchtung. Aber suboptimale Platzausnutzung. Anzahl der Tracks nur dreistellig, bei einem 8 GB-Player! Schrift für Lied/Album/Künstler viel zu groß, scrollt ständig rum.
* Audioqualität
Brauchbar, überraschend gut. Knackst zwischen Trackwechsel deutlich. Wenn die Batterie bei 2 von 3 Balken ist, kommt ein jaulender Ton dazu, der in leisen Umgebungen zu hören ist (Lautstärke 1 bis 3 von 32).
* Bedienung
Die ist mein größter Kritikpunkt. Die sogenannte "Ordneransicht" zeigt nur zwei Dateien auf einmal, die Navigation in 1500 Dateien ist damit sehr unbequem.
Schnell muss man auch sein, denn am Ende des aktuellen Lieds springt der Cursor wieder ins Verzeichnis des aktuellen Albums. Wenn man sich sehr mühsam zu einer Stelle im Verzeichnisbaum gearbeitet hat, ist man plötzlich wieder bei Null. Also entweder Pause machen oder am Anfang eines Lieds zum Rumstöbern anfangen.
Man sollte auch nicht zu viele Verzeichnisse anlegen, weil sonst die Verzeichnisstruktur nicht mehr navigierbar ist. Ich hatte ca. 150 Verzeichnisse, das war eindeutig zuviel. Während der Navigation war die Musikwiedergabe stockend und zum Hauptverzeichnis konnte ich gar nicht, weil der Player einfach wieder ins Menü gesprungen ist. Mit 20-30 Verzeichnissen gibt es diese Probleme nicht.
Sehr vermisst habe ich eine Funktion, mit der man ohne Menü das aktuelle Album ganz überspringen kann. Man muss liedweise weiterklicken.
Wer sich jetzt denkt: Alles egal, ich will nur Zufallswiedergabe - das geht, aber bei 1500 Liedern wartet man original 5 Sekunden zwischen den Tracks. Das geht nach einiger Zeit ziemlich auf den Keks.
* Fazit
Die genannten Schwächen machen den Player nicht unbrauchbar. Aber sie sind ärgerlich, weil sie mit ein bisschen Entwicklungsaufwand vermeidbar gewesen wären. Insgesamt 3 Punkte: im Ansatz gut, aber in der Ausführung halbgar.