Vorab: Wer mit dem Kauf dieses Bilderrahmens liebäugelt, dem sei anempfohlen, sich möglichst alle Rezensionen dazu durchzulesen. Die durchaus kritischen Streitpunkte an diesem Produkt ergeben sich nämlich mitnichten aus der Produktdokumentation oder technischen Beschreibung. Weiterhin sei auch noch darauf hingewiesen, dass es von Intenso noch einen ähnlichen Rahmen namens Mediadesigner gibt, der bis auf den Acrylrahmen und 2 GB internem Speicher mit diesem Produkt identisch ist und damit auch die gleichen Probleme teilt.
Technik
Die technischen Daten lesen sich zunächst vorteilhaft: Ein 10"-Bilderrahmen mit einer Auflösung von 1024x768 Pixeln, USB samt Datenslots als Bildquelle sorgt mit diversen Einstellmöglichkeiten für gute Bilder. Dazu gesellen sich Zoom- und Drehfunktionen sowie die Möglichkeit, neben Bildern auch noch MP3s und Videos abspielen zu können. Als Krönung lässt sich der Rahmen auch als Wecker oder Kalender verwenden und das für einen Preis von unter 100 Euro. Was kann da schon schief gehen? Eine ganze Menge, lautet das Resümeé.
Die Crux mit der Software
Weiss die Software schon optisch kaum zu überzeugen, ergeben sich funktional deutliche Schwächen. So ist völlig offen, nach welchen Parametern die Bilder sortiert werden, eine alphanumerische ist es in jedem Fall nicht. Dateien und Verzeichnisse werden munter durcheinander geworfen, am Wahrscheinlichsten ist eine Sortierung nach Erstellungsdatum, aber selbst diese Theorie ist nicht durchgängig haltbar. Bilderserien adäquat in einer Diashow darzustellen, wird so quasi unmöglich.
Sind die Bilder größer oder kleiner als das Standardformat (1024x768), kann die Software die Bilder entsprechend skalieren. Das dauert aber erstens unverhältnismäßig lange, zweitens kommt es sodann zu einem von zwei zufälligen Effekten: Im einfachsten Fall baut die Software das Bild zeilenweise auf, im ärgerlichsten wird die Diashow in den Pausemodus geschaltet und das Bild wird im Hintergrund aufgebaut. Wer nun den Pausemodus verlässt oder ein Bild weiterschaltet, überspringt damit das aktuelle Bild. Dies ist umso ärgerlicher, als dass derlei im Rahmen eines Bilderverzeichnisses recht häufig passiert.
Dazu kommen noch einige halbherzig realisierte Funktionen. So ist die Videofunktion nur für einige ausgewählte Formate in 640x480 nutzbar. Die Weckfunktion kennt zwar 4 Weckzeiten, hat aber nur 4 Weckmelodien sehr schlechter Qualität im Angebot. Diese werden mit extrem hoher Frequenz wiederholt, was nebst erhöhter Infarktgefahr und Hörschäden zu einer obsoleten Schlummerfunktion führt. Unglücklich ist auch die Helligkeitsabstrahlung des Rahmens, derentwegen der eine oder andere den Rahmen von sich wegdrehen wird. Positiv ist jedoch, dass für den Rahmen ein zeitgesteuertes An- und Ausschalten einerseits festgelegt und das Verhalten bei Autostart insoweit modifiziert werden kann, dass ein MP3 abgespielt wird.
Fazit
Als Mittel zur Bildwiedergabe ist der Rahmen trotz aller Kritik durchaus geeignet, sofern man auf Bilderserien keinen Wert legt und alle Bilder schon im Vorfeld auf 1024x768 skaliert. Auch die Musikwiedergabe weiss zu gefallen und taugt für ihren Hauptzweck als Hintergrundmusik. Alle anderen Funktionen kann man jedoch getrost vergessen.
Wem das zu wenig ist, der kann natürlich noch einen Fünfziger drauflegen für einen der besseren Bilderrahmen. Oder natürlich noch einen Fünfziger für ein Netbook gleicher Bildschirmgröße. Womit zumindest eingedenk dieses Produktes das eigentliche Dilemma benannt wäre: Die Frage danach nämlich, wohin die Reise eines digitalen Bilderrahmens gehen soll.