Die Intellinet NSC16-WG 1,3 Megapixel Netzwerkkamera erinnert sehr an die TP-Link TL-SC3430 mit dem Unterschied, dass die NSC16-WG auch WLAN unterstützt und nachts mit _weißen_ LED's leuchtet. Nachts wird es durch das grelle weiße Licht deutlich heller als mit roten LEDs und die LED-Automatik schaltet eventuell je nach Lichtverhältnissen das weiße Licht immer wieder ein und aus. Zur Überwachung eines Babys ist das sicher nicht brauchbar. Man kann das zwar auch manuell steuern, aber das ist auch lästig, wenn man täglich abends umkonfigurieren muss, damit die weißen LEDs konstant leuchten.
Die Menüpunkte der Konfiguration gleichen der von TP-Link, inklusive dem Problem, dass der Stream alleine im http-Modus über index2.htm kein Bild liefert, sondern nur eine monochrome Fläche. Über rtsp funktioniert es, auch mit Passwort (zB cvlc rtsp://user:Passwort@IP-Adresse:Port/video.h264), aber mit rtsp kann der Videostream nicht verschlüsselt werden, womit wieder nur der Ausweg über VPN mit einem dafür geeigneten Router bleibt. Damit der Videostream verschlüsselt ist und nicht nur die Passwortübergabe, muss man lt. Manual übrigens rtsp deaktivieren. Die Konfiguration via https funktioniert, allerdings nur mit dem Standard-Port und nicht mit dem Port, dem man bei http angegeben hat. Auch da hat die Intellinet-Kamera das gleiche Verhalten wie die TP-Link-Kamera.
Genaues wiederholtes Lesen der Handbücher von Intellinet und TP-Link ist sehr zu empfehlen. Manche Dinge muss man zwischen den Zeilen erlesen, zumindest, wenn man unter Linux konfiguriert. Um alle möglichen Funktionen verwenden zu können, braucht man wie auch bei anderen Kameras Active X. Das sollte man auch überlegen, wenn man keinen Internet Explorer verwenden will / kann.
Da mit der Intellinet NSC16-WG zumindest mit dieser Firmware keine Videostreamausgabe mit http, und somit auch nicht https, funktioniert, muss ich sie leider zurückschicken. Leider deswegen, weil sie ansonsten eine Kamera ist, die mir wie die TP-Link TL-SC3430 gut gefällt und die restlichen Kameras bis 200¤, die ich mir näher angesehen habe, mir _deutlich_ weniger gefallen, sind sowieso alle ziemlich ähnlich. Siehe dazu auch meinen Kommentar zur INSTAR IN-3010: http://www.amazon.de/review/R1KSCB32L0DMIG/ref=cm_cr_rdp_perm Ich möchte das dort geschriebene hier nicht wiederholen.
Die Kameras unterscheiden sich meist durch ein paar Funktionionen:
funktioniert auch nachts mit roten oder weißen LED
H.264 (wichtig bei Übertragung zum Handy bei keiner Daten-Flatrate)
Auflösung (die Bilqualität einer NSC16-WG oder TL-SC3430 ist gegenüber einer Instar IN-3010/3011 deutlich besser, aber wahrscheinlich zur Beobachtung nicht notwendig)
https (wird nur sehr selten unterstützt, das ein unverzichtbares Merkmal bei persönlichen bzw. sicherheitskritischen Dingen sein sollte, die Umsetzung mit VPN braucht KnowHow!)
Objektiv (Brennweite und Lichtstärke, in Innenräumen von 20qm ist 6mm in der Regel zu lang, <4mm sollten es schon sein, <f2.0 macht auch Sinn)
Es hängt extrem davon ab, wofür die Kamera eingesetzt werden soll. Auch ob der WLAN-Bug, den ich zur Instar beschrieben habe, ein Problem ist, hängt vom Einzelfall ab. Wenn man sicher gehen will, dann nimmt man besser eine Kamera ohne WLAN und verbindet die Kamera mit einem Wifi Access-Point für ca. 30¤. Sollte man mit einem TP-Link AP und alternativer Firmware spekulieren, dann möchte ich darauf hinweisen, dass der TL-WA801ND (noch) nicht mit openwrt funktioniert, die sehr ähnlichen Modelle TL-WA701ND und TL-WA901ND, werden aber bei openwrt gelistet. Bei dd-wrt gibt es Berichte, dass der TL-WA801ND "irgendwie" funktioniert. Die Wahl des AP ist also auch gut zu überlegen, wenn man mit WLAN-Empfangsprobleme hat. Der TL-WA801ND funktioniert bei mir aber mit der Hersteller-Firmware und der TP-Link TL-SC3430 bisher sehr zuverässig.
Eine Kamera ohne WLAN und mit separatem WLAN-Access Point ist in der Regel auch günstiger, mit dem Nachteil, dass man 2 Stromanschlüsse hat. Eventuell kann man auch Power over Ethernet verwenden. Ich habe es mir gespart zu testen, ob die NSC16-WG auch das Bild nicht mehr anzeigt, wenn WLAN kurzfristig ausfällt. Bei der TP-Link TL-SC4171G soll dieser WLAN-Bug, lt. Firmware History zwar behoben sein, mir ist es aber auch passiert, dass das Bild nach WLAN-Ausfall nicht mehr zurückkam, aber meistens gab es wieder Bild.
Ich bewerte die NSC16-WG jedenfalls besser als die von mir rezensierten Instar-Kameras. Wegen der nicht funktionierenden https-Funktionalität, das ich als ein Key-Feature erachte, gibt es nur 3 Punkte. Den 4. Punkt würde es geben, wenn https funktioniert und den 5. für rote LEDs. AUßerdem dürfte es dann keinen Zwang geben, Internet Explorer verwenden zu müssen, um alle Features nutzen zu können. Wenn ich relativ zwischen den Kameras beurteile, die ich mir näher angesehen bzw. probiert habe, dann ist die NSC16-WG bzw. TL-SC3430 im Spitzenfeld, aber bei Sicherheit gibt es eben ko-Kriterien.
Ich werde nun versuchen die TP-LINK TL-SC3171 zu testen, denn lt. Handbuch, kann sie auch https, aber kein H.264. Die 4.3mm Linse mit f2.0 ist schon hart an der Grenze für einen Innenraum. Hoffentlich ist die IR-Qualität nachts besser als bei der TL-SC4171G, ich fürchte aber es sind idente Bauteile. Bis zu 200¤ ist eine Nacht-IP-Kamera mit H.264 und https und 4mm Linse kaum zu finden. Wer deutlich mehr bereit ist als 200¤ auszugeben, sollte einen Blick auf die Icy Box IB-CAM-V2211E und Axis-Kameras machen.
Ergänzung: Wow, die TP-LINK TL-SC3171 ist die 1. IP-Kamera bei der ich via https mit Chromium und Firefox ein Bild sah.[...] ://IP-Adresse/index2.htm funktioniert, da besteht Hoffnung für die TL-SC3430 mit einem FW-Update. Allerdings ist es mir noch nicht geglückt mplayer, vlc oder parole zu einer Ausgabe via https zu überzeugen, das mag aber an mir liegen oder wenn man so will am Handbuch, das die verschiedenen Streams und dessen Syntax fast gar nicht erklärt. Die Nachtsicht mit der TL-SC3171 ist für 4m (10m lt. Datenblatt) gerade ausreichend, einige LEDs mehr und/oder stärkere LEDs wären wünschenswert.