Als ich (der Rezensent) das Abitur ablegte, legten etwa 8% des Jahrgangs das Abitur ab, der mittlere IQ aller Abiturienten war etwa 127. Wenn heute 40% eines Jahrgangs das Abitur erwerben, ist ihr mittlerer IQ etwa 112. In den Naturwissenschaften, bei den Diplom-Ingenieuren, aber auch als Spitzenkräfte in den Geisteswissenschaften konnten früher nur Hochbegabte mit einem IQ über 125 bestehen. In der DDR konnte ich um 1980 bei Vorträgen vor Naturwissenschaftlern stets mit Heiterkeit rechnen, wenn ich beiläufig die zutreffende, aber von Parteiseite unerwünschte, Bemerkung fallen ließ, daß von allen Studienrichtungen die Fachrichtung Marxismus-Leninismus den niedrigsten IQ hatte, nämlich unter 120 (getestet in der Studenten-Längschnittstudie der Abteilung Studentenforschung des Zentralinstituts für Jugendforschung in Leipzig).
Mit der Ausweitung der akademischen Bildung ist zwangsläufig der mittlere IQ der Studenten drastisch gesunken. Ein Professor, der zu viel von ihnen fordert, ist schlecht angesehen. Das hat zu einer Entwicklung geführt, daß auch das Anspruchsniveau an die Hochschullehrer in den Geistes- und Sozialwissenschaften in den letzten drei Jahrzehnten gesunken ist und letztlich ihr mittlerer IQ.
Zeugnis dafür legen die Bücher über Intelligenz und Intelligenztests ab, die in den letzten drei Jahrzehnten erschienen sind, sie werden geistig immer anspruchsloser. Was waren das noch für Zeiten, als Hans Jürgen Eysenck seine Erfolgsbücher über Intelligenz und Intelligenztests vorlegte, z. B.-
Intelligenz-Test!
Was soll nun der Student mit diesem dünnen Büchlein hier? Da steht nichts Falsches oder Irreführendes drin, nein. Aber kann er nach dem Lesen dieses Büchleins einen Intelligenztest konstruieren und standardisieren? Kann er Ergebnisse dieser Tests kritisch bewerten oder gar politisch einordnen? Keinesfalls.
Das beste und preiswerteste Taschenbuch für Studenten über Intelligenz wurde in den Siebziger Jahren von den Professoren Roth, Erwin, Oswald, Wolf D. und Konrad Daumenlang geschrieben und erlebte mehrere Auflagen, siehe
Intelligenz. Aspekte, Probleme, Perspektiven.. 1998 wurde es neu bearbeitet und von einem Vierten an das gesunkene Anspruchsniveau angepaßt, siehe
Intelligenz. Grundlagen und neuere Forschung. Empfehlenswert sind nur die älteren Auflagen.