Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
In sich perfekt!, 13. Mai 2009
Wenn Sie irgendwo den Namen STEVEN WILSON aufschnappen, dann können Sie sich zweier Dinge absolut sicher sein: Sie werden erstens hochklassige Rockmusik hören und diese (zweitens) in brillanter Audioqualität.
STEVEN WILSON, Brite, Mastermind der Bands PORCUPINE TREE, NO-MAN, BLACKFIELD, BASS COMMUNION und I. E. M., begabter Gitarrist, Keyboarder, Sänger, Soundtüftler und Produzent (u. a. bei OPETH, MARILLION oder FISH), grast auch bei seinem ersten Solo-Album in diversen musikalischen Revieren und liefert mit INSURGENTES eine repräsentative Werkschau seiner vielen, oben genannten musikalischen Projekte ab. Und somit entzieht sich auch die Musikrichtung eigentlich jeder Schublade. Ich würde INSURGENTES als Art-Rock bezeichnen in bester Tradition von z. B. PINK FLOYD, die den meisten ihrer Alben meist ein Konzept zu Grunde legten, dem sich die musikalische und instrumentale Umsetzung immer unterordnete.
Insofern würde ich auch INSURGENTES als Konzept-Album bezeichnen, weil die Stimmung in sich geschlossen ist - bei aller Verschiedenheit der Stile - und weil kein Lied irgendwie unpassend wirkt. Dabei verwirklicht WILSON einmal mehr seine musikalische Vision, ohne sich an massentaugliche Hörgewohnheiten anzubiedern, und damit erfreut er das Herz jedes Prog-Rockers und jedes Suchers nach musikalischen Träumen.
Perfekt fügt sich eingängiger Poprock (HARMONY KORINE) ins Konzept ein zusammen mit anrührenden Balladen (VENENO PARA LAS HADAS und INSURGENTES), treibendem Prog (SALVAGING), Jazz-Metal (NO TWILIGHT WITHIN ...) und anderen Titeln, die ich stilistisch so gar nicht zuordnen kann. Die Grundstimmung ist (dem Cover entsprechend) düster, melancholisch, traurig, mal in gefühlvoller Zartheit, mal bedrohlich, mal fast morbide, dann geht wieder ein hoffnungsvolles Licht auf, untermalt von einem Orchester, und dann wieder schnappt hinterhältig eine böse E-Gitarre nach der Seele ... das Ganze ist gewaltig, emotional und am überzeugendsten in seinem breitflächigen Entwickeln von Stimmungen - weniger in progressivem Gefrickel oder atemberaubender Filigranität.
INSURGENTES ist in sich perfekt und eine Kaufempfehlung für jeden, der sich gerne auf musikalische "Soundtracks" einlässt und sich dabei nicht um irgendwelche Schubladen schert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sperrig, Schwermütig, ... gut!, 17. März 2009
Einen grandioseren Einstieg für Steven Wilsons Solo-Platte, als die melancholisch-rockige Single-Auskopplung "harmony korine", könnte man sich wohl kaum wünschen. Diese Nummer würde sich jederzeit auch auf Porcupine Tree-Alben wie "Deadwing" heimisch fühlen -- ein gemeiner, kleiner Scherz, den sich Hr.Wilson da mit den Erwartungen seiner Fans erlaubt, so könnte man meinen. Denn derart eingängig und hitverdächtig wird es hernach nicht mehr.
"Insurgentes" ist eines dieser schwierigen Alben, deren Potential und versteckte Qualitäten sich erst allmählich offenbaren, die einem mit jedem Durchhören mehr und mehr ans Herz wachsen. Das Tempo der meisten Nummern ist gemäßigt, die Stimmung beinahe durchgehend beklemmend, nur gelegentlich unterbrochen von zaghaft hoffnungsvollen Tönen. Musikalisch zieht Wilson alle Register, kein Stück klingt wie das andere, und nicht selten entwickeln sich die Songs in überraschende Richtungen: "no twilight within in the courts of the sun" schlägt, nach einem improvisiert-jazzig anmutenden Anfang (für meine Ohren dem akustischen Äquivalent von, sorry, Verdauungsstörungen), etwas - im besten Sinne - konventionellere Töne an und stimmt mich damit prompt wieder versöhnlich. Im fast schon romantisch klingenden "Significant Other" begeistert Gast-Vokalistin Clodagh Simonds im Duett mit Wilson. In "Abandoner" wird eine zärtliche Melodie unvermittelt von brutalem White Noise-Geschramme verstümmelt, ein dramaturgisches Element, das Wilson gekonnt - in ähnlicher Form - auch an anderer Stelle einsetzt. Andere Tracks, wie die düstere Gitarrennummer "only child" oder das stille, herzzereißend schöne Klavierstück "insurgentes" kommen ohne übermäßig viel Schnick-Schnack aus und reihen sich doch wunderbar ins Gesamtbild.
Würde die Stimmung nur ein, zwei Male etwas aufgelockert werden von schnelleren, rockigeren Nummern im Stil des Openers, eine Höchstwertung meinerseits wäre dem Album sicher. So vielseitig und großartig, so wunderschön "Insurgentes" zuweilen klingen mag, so sehr bleibt es ein schwieriges Vergnügen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Harmony..., 9. Februar 2009
... Korine, heißt der erste von 10 Titeln des ersten, 55-minütigen Soloalbums von Steven Wilson. Der Song besticht durch exzellenten Gitarreneinsatz, super Drums, interessanten Harmoniegesang und einen kraftvollen Refrain. 10 Sterne dafür, wenn es so viele zu verteilen gäbe.
Insurgentes bleibt aber nicht so harmonisch oder eingängig. So gelungen das Album auch ist, so schwierig wird es streckenweise. Insurgentes ist eine Wilson-Werkschau, die man mehrmals hören sollte. Neben eingängigem Rock a la Porcupine Tree und ruhigen, pianounterlegten und teils sphärischen Nummern (Veneno Para Las Hadas) im Stil von No-Man finden sich schleppende Progabschnitte, die erst in Vangelishafte Streicher mit Spieluhrmelodien münden und dann krachig experimentell enden (Salvaging). Ungewöhnlich, aber fraglos gut gemacht.
Ganz anders klingt es wieder in Twilight Coda, einem sehr ruhigen, aber spannenden Instrumental, das auf Akustikgitarre vor sphärischem und mit Effekten hinterlegten Background setzt. Zum Ende hin mischt sich ein Piano darunter, das dann im nachfolgenden Track, Get All You Deserve, den leisen Auftakt bestreitet. Später mischen sich kurze E-Gitarren Riffs darunter, bevor es dann apokalyptisch endet und in den Schlusstrack Insurgentes mündet- einen erneut pianounterlegten Track mit schwermütiger Akustikgitarre und erstklassigen Vocalharmonien.
Zwischendrin gibt es auch mal Prog-Gitarren-Jazz mit Headbanging-Elementen und akustischer Ruhe mittendrin (No Twilight Within The Courts Of The Sun), Akustikgitarre auf minimalistischem Elektrohintergrund (Abandoner) und richtigen Lärm (Abandoner und Significant Other) zu hören. Das alles wird mit jedem Hören schlüssiger, kompakter und besser. Toll gemacht.
Kurzum: Insurgentes ist vielschichtig. Das Album lässt alles hören, was Wilson bis dato kann und zeigt auf, was vielleicht noch kommen könnte.
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