Achtung: "Insurgentes" ist nur teilweise eine Dokumentation über die Entstehung des gleichnamigen, fantastischen Wilson-Solo-Albums. Vielmehr handelt dieser Film von Steven Wilson Kindheit (er besucht seine alte Schule, erzählt von seiner Abneigung gegen Sportunterricht, vom ersten Mehrspurrekorder, den ihm sein Vater baute...), seinen Ansichten (das Album als Kunstform, die Abeneigung gegen I-Pods...) und seinen musikalischen Einflüssen und Kollegen (auch Jonas Renske (Katatonia), Mikael Akerfeldt (Opeth, Storm Corrosion) und Aviv Geffen (Blackfield) kommen zu Wort).
Das an sich wäre volle fünf Sterne wert! Leider gibt es jedoch auch Minuspunkte. Regisseur Lasse Hoile verbreitet die ganze Zeit über eine surreale Stimmung, indem er maskierte Menschen, knorrige Bäume und verstörende Bilder mir Kamerafahrten und düsteren Bildern einfängt. In den Steven Wilson- Videoclips funktioniert das prima, aber im Film stört es auf die Dauer und macht den Film ein Stück weit zu einem surrealen und nicht ganz leicht zu verdauenden Erlebnis.
Zweitens ist hier keine Porcupine Tree Musik zu hören- und wenig Musik vom Album "Insurgentes"! Das finde ich unverständlich, ich dachte, der Film handelt... aber naja, Sie sehen schon, Wilson und Hoile gehen gern unkonventionelle Wege. Musikalisch untermalt werden die hektischen Bilder von Wilsons Nebenprojekt "Bass Communion", das düstere Noiseklänge liefert. Gewöhnungsbedürftig!
Und doch lohnt sich Insurgentes. Der Film ist schon ein skurriles Erlebnis, aber eben ganz anders als erwartet. Wer sich Wilson-Fan nennt, sollte dennoch einen Kauf in Erwägung ziehen. Aber seien Sie gewarnt!
Wer nur Porcupine Tree oder Blackfield kennt und einen netten Dokufilm sehen möchte- das hier ist womöglich nicht das Richtige für Sie!
-> "Ah, you are a musician. What kind of music do you play?"
SW: "Weird shit."
(Zitat aus "Insurgentes:The Movie")