Kurzbeschreibung
Die Mitglieder der Münchner Formation mit dem explizit (un)spektakulären Bandnamen INSTRUMENT spielen seit fast einem Jahrzehnt zusammen und konnten in der Vergangenheit bereits als COSMIC CASINO reichlich musikalische Pluspunkte sammeln. Nun ist das Quartett, das noch immer der Schönheit und Dringlichkeit der Gitarrenmusik verpflichtet ist, mit neuem Namen, Label und Sound angetreten, die Indieszene (wieder) zu erobern. Auf ihrem nun erscheinenden, gleichnamigen Debüt präsentieren die vier überzeugten Vertreter der DIY - Philosophie einen experimentierfreudigen Mix aus riffstarkem Indie - Rock mit Affinität zu instrumentaler (jazznaher) Improvisationskunst, komplexen Arrangements, raffinierter Rhythmusarbeit und popmusikalisch betörenden Harmonien. INSTRUMENT stehen für Opulenz und Reduktion gleichermaßen, aber vor allem für kompositorische Klarheit. Das Ergebnis ist ein episches Sounderlebnis, ein Album wie aus einem Guß. Acht unfassbar gute Songs, die sich dem gängigen Indierockpopkontext komplett entziehen und eine liveerprobte Band, von deren überragenden Bühnen-Qualitäten man sich unbedingt bei nächster Gelegenheit selbst überzeugen sollte. INSTRUMENT is here to stay.
Dass sich eine Postrockband Instrument nennt, reicht von pragmatisch über einfallslos bis hin zu redundant. Dabei täte das Münchner Burschenquartett gut daran, sich weniger als Isis-Klon zu instrumentalisieren und statt dessen auf das zu besinnen, was ihren Band- und Albumnamen ausmacht. Bennie Benson Rademans Gesang geht nämlich mehr in Richtung halbstarker Punkbands, während die Untermalung sich gekonnt bei den Riffs und atmosphärischen Passagen amerikanischer Genregrößen bedient. Alles schon viel schlechter gehört, während der Feinschliff noch zu wünschen übrig lässt. Was noch fehlt, ist ein homogener Überbau, ein ideelles oder zumindest stabiles Konzept, damit sie nicht wie eines der vielen Instrumente im großen Orchester des Postrock untergehen. Dann wäre man mehr mit der Sinnsuche beschäftigt - und würde nicht bemerken, dass Instrument nach der Hälfte der Spielzeit leider die neuen Töne ausgehen. (ms)