Dieser Film berührt unsere Seele vielmehr als wir das zugeben wollen. Es ist nicht die durchaus ergreifende und spannend erzählte Geschichte, in die natürlich auch alle Elemente eines guten Filmes wie Liebe, Gerechtigkeit und ein glückliches Ende verwoben werden. Es ist auch nicht das beeindruckende Spiel des Anthony Hopkins, dem solche Rollen wie schon im "Schweigen der Lämmer" auf den Leib geschrieben zu sein scheinen. Es sind einzelne Szenen, die uns tief berühren, weil wir fühlen, das da noch etwas in uns ist, was uns an unsere Herkunft erinnert, an unsere tiefe innere Verbundenheit mit allen Lebewesen auf diesem Planeten. Wir wissen nicht genau, warum, aber dieser Film macht uns tief betroffen.
Die Geschichte ist sonderbar, und wir werden nur nach und nach in sie eingeweiht. Zunächst sitzt da ein ehemals berühmter Tierforscher im Irrenhaus, den man gesucht und dann unter Affen im afrikanischen Urwald gefunden hat. Dabei kam es zum Konflikt. Menschen starben durch seine Hand. Seitdem schweigt er. Und nun hat ein ehrgeiziger Nachwuchspsychologe sich die Aufgabe gestellt, diesen Menschen zu ergründen und ihn zum Sprechen zu bringen. Er wird ein Buch darüber schreiben und berühmt werden.
Sie sitzen sich am Interviewtisch im Knast gegenüber. Der Jungspund fühlt sich überlegen. Da ist sie zum ersten Mal, diese Respektlosigkeit, dieses aus Dummheit geborene Überlegenheitsgefühl. Wir haben dieses Gefühl kultiviert. Wir haben alles unter Kontrolle. Wir sind Gott.
Blitzschnell und für den akademischen Wunderknaben völlig überraschend springt der Affenmensch auf, packt und würgt ihn. Du glaubst, du hättest alles unter Kontrolle, spricht er und fragt, wo denn nun seine Kontrolle geblieben sei. Das ist die Schlüsselszene. Der Jüngling begreift, wer hier Lehrer ist und wer Schüler. Nach und nach nähert sich der Schüler dem Lehrer an, dessen geistiger und mentaler Kraft er sich nicht mehr entziehen kann.
Ich will hier nicht den Film erzählen, obwohl das in diesem Fall nicht so schlimm wäre, denn dieser Film lebt nicht von seiner Handlung, sondern von seinen vielen teilweise auch versteckten Botschaften, die uns treffen. Er führt uns unsere Respektlosigkeit vor Augen, mit der wir nicht nur allen anderen Lebewesen und der Natur, sondern auch uns untereinander oft begegnen. Wir merken dies schon gar nicht mehr. Er zeigt, dass wir unsere natürlichen Instinkte verloren und uns von unserem Ursprung schon viel zu weit entfernt haben. Er hinterlässt in uns eine unbestimmte Traurigkeit und Sehnsucht.