"The Inspector General" ist ein schöner, heiterer Film mit einem fabelhaften Hauptdarsteller - Danny Kaye war einer der ganz großen Film-Entertainer, und stellt auch hier sein komisches Talent unter Beweis. Das ist einerseits prima und garantiert dem Zuschauer erstklassige Unterhaltung, andererseits aber auch das Problem des Films: seine Macher setzen so ausschließlich auf Kayes Fähigkeiten als Sänger und Komiker, dass die satirische Qualität der Vorlage, Gogols berühmter Komödie "Der Revisor", zu großen Teilen auf der Strecke bleibt. Dadurch, dass die Kamera - abgesehen von den ersten paar Minuten - fast ununterbrochen bei Kaye bleibt, kommen die korrupten Honoratioren und ihre Machenschaften ein wenig zu kurz, was vor allem deshalb schade ist, weil die Darsteller der Nebenrollen (darunter Elsa Lancaster, Walter Slezak und Alan Hale) durchaus mehr zu bieten hätten, als sie hier zeigen dürfen. Selbst Kayes Leading Lady, die hübsche Barbara Bates, gewinnt nur wenig Profil.
Der Film bietet also wenig Satire und Charakterkomödie, sondern ist vor allem ein Vehikel für Danny Kaye. Dessen musikalische Nummern, wie meistens von seiner Ehefrau Sylvia Fine verfasst, sind überwiegend superb. Mein Favorit ist die lange Soloszene "The Inspector General"/"Soliloquy for Three Heads" mit einem teilweise vervierfachten Kaye; sehr schön ist auch "The Gypsy Drinking Song". Neben viel Slapstick gibt es auch einige melancholische Elemente, die Kaye ebenfalls sehr schön gelingen, was freilich den Eindruck verstärkt, dass, gerade mit diesem Hauptdarsteller, durchaus eine weniger slapsticklastige Umsetzung des Themas möglich gewesen wäre.
Insgesamt ist dies, wie schon eingangs gesagt, ein schöner Film, und auch wenn es nur englischen Ton gibt und die Bildqualität allenfalls als akzeptabel zu bezeichnen ist, sollten Kaye-Freunde sich diesen Bissen nicht entgehen lassen.