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Gegen 250 Millionen verkaufte Alben und 2.600 Platin- und Goldauszeichnungen von Vater Julio Iglesias anzustinken zu müssen, ist kein Vergnügen. Schon allein deshalb nicht, weil Enrique es sich leider sehr lange wird gefallen lassen müssen, als der Sohn von ... gehandelt zu werden. Mit dieser Vorahnung hatte er bereits zu Beginn seiner Karriere seine ersten Demos unter falscher Angabe seiner Herkunft eingereicht, um aufgrund seines Namens weder bevorzugt noch benachteiligt zu werden. Der Erfolg stellte sich trotzdem ein. Mit bis heute über 40 Millionen verkaufter Alben gehört er nicht gerade zu den bedauernswertesten Waisenknaben des Geschäfts, und außerdem haben die Singleauskopplungen Bailamos, Be With You, Hero und Escape in Deutschland allesamt Goldstatus eingefahren. Sein neues Album Insomniac hat das Zeug diese Tendenz fortzuführen, denn die chartträchtige Mischung aus 16 Songs, davon 13 in englischer und 3 in spanischer Sprache laden allesamt zum Tanzen und Mitsingen ein. Und schließlich ist ja genau das die Intention von Enrique Iglesias. Erstmals kommen verstärkt HipHop und elektronische Beats zum Einsatz, wie in dem Song Push mit Rapper Lil Wayne. Ebenfalls beeindruckend ist der Song Ring My Bells, in seiner etwas düsteren Grundstimmung, die vielleicht auf die skandinavisch-texanischen Wurzeln der Songwriter Kristian Lundin und Savan Kotecha zurückgeht, als Kontrast zu der ansonsten so sonnigen Welt von Miami des Enrique Iglesias. Dessen frisch erwachte Experimentierfreudigkeit mit Klängen aller Art wird amüsant dokumentiert mit dem Ping Pong Song Do You Know, der seinen Beat aus den Geräuschen eines Tischtennis-Matches bezieht. Dass es sich bei dem Namen Iglesias stets auch um einen Familienbetrieb handelt, beweisen Schmachtfetzen wie Little Girl, bei dem man in jedem Moment erwartet, Vater Julio in den Gesang mit einstimmen zu hören, -leider vergebens. In einem Punkt jedoch entpuppt sich Insomniac als echte Mogelpackung. Bei den drei spanischsprachigen Tracks handelt es sich lediglich um die spanischen Versionen der englischsprachigen Songs Do You Know, Somebodys Me und Tired Of Being Sorry. Unter dem zusätzlichen Aspekt, dass auch der Bonustrack nur ein Remix der Originalversion Hero von dem Album IEscape ist, fällt es schwer den Ausführungen von Enrique Iglesias in Interviews zu folgen, er könne sich vor sprühender Kreativität kaum retten.
Andreas Schultz
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