Beim Lesen dieses Buches kam sie wieder hoch die Erinnerung an den heißen Sommer 2006, den Sommer der Fußball WM, denn die Protagonistin Toni Blauvogel in diesem Buch noch einmal hautnah, oder sollte ich sagen schweißnah, erlebt. Die Protagonistin Toni Blauvogel arbeitet eigentlich in der IT-Branche und ist nun arbeitslos. Die Zeit vertreibt sie sich damit, dass sie ihre detektivischen Ermittlungskünste offiziell anbietet. Und diese werden auch schon ziemlich schnell nachgefragt, denn die Freundin ihres Kumpels Bertold sitzt nicht nur in der Patsche, sondern in U-Haft, da der Insolvenzverwalter ihrer früheren Firma tot aufgefunden wurde.
Nun ist es also an der Reihe von Toni, in diesem Fall zu ermitteln. Ihre Ermittlungen führen sie von Essen nach Oberhausen, allerdings nur in die Nähe des Centro bzw. in den Norden von Oberhausen und schon bald bekommt sie eine heiße Spur. Schön fand ich den Anfang des Buches, in welchem Toni in einer echten Patsche sitzt, weil sie nachts zu Ermittlungszwecken in eine Firma einsteigen wollte. In Rückblenden wird die Vorgeschichte beschrieben und wie es dazu kam, dass sie sich nun dort befindet. Das war geschickt und spannend gemacht. Zunächst fand ich dennoch manche Passagen etwas langatmig, was aber vielleicht auch zur Hitze des Sommers passte. Toni hat in einigen Dingen eher männliche Verhaltensmuster und ist nicht gerade sehr gesellig, aber ihr Wortwitz ist unschlagbar.
Und dann ist da auch noch die Liebesgeschichte mit Max, die auch immer wieder eingebaut wird. Nach der Hälfte des Buches zog die Spannung dann aber mehr und mehr an und ich ertappte mich dabei, dass ich das Buch unbedingt durchlesen wollte, weil ich endlich zur Aufklärung kommen wollte und die Spannung nicht mehr aushalten konnte. Das Ende war dann doch überraschend und ganz anders als ich es erwartet hatte. Ein Wirtschaftskrimi ist es deswegen, weil die Vorgänge, insbesondere die Abwicklung einer Insolvenz, die dort sehr ausführlich beschrieben werden, Dinge sind, die immer wieder in einigen Firmen so passieren können. Es wirkt alles sehr realistisch und nah am Leben und das gefiel mir sehr. Auch hab ich nach dem Lesen Lust bekommen, einige Ecken von Essen kennen zu lernen.
Alles in allem ein spannendes Buch und einfach ein gut gemachter Wirtschaftskrimi aus dem Ruhrpott ohne viel Blut und extremer Gewalt, einfach aus dem Leben gegriffen, stellenweise auch sehr witzig und in jedem Fall lesenswert.