Bayerische Staatszeitung, Friedrich Hettler
businessbestseller selection, November 2003
businessbestseller, 2/2003
Münchner Merkur, Susanne Zottmann
tina
Kurzbeschreibung
Die Autorin bricht mit ihrer Autobiographie ein Tabu. Mutig und entschlossen verleiht sie der Insolvenz ein Gesicht - ihr eigenes! Anne Koark macht die Insolvenz gesellschaftsfähig! Das Buch regt zum Nachdenken an und zeigt, dass nicht jeder, der versagt, auch ein Versager ist!
Der Verlag über das Buch
Das Buch ist bestimmt für alle, die sich gerade in einer Geldkrise befinden oder die wissen wollen, was mit jemandem in so einer kritischen Lage passiert. In ihrer unnachamlichen Art zeigt Anne Koark, dass mit Willen und Kraft die Lösung nahe ist.
Wir als Verlag können das Buch allen empfehlen, die mitfühlend sind und ein Gefühl für Humor haben. Denn eines ist klar: Es könnte jeden von uns treffen. Dann wäre es für uns sehr hilfreich, wenn wir in einem solchen Fall die gleiche Einstellung und die gleiche Kampfkraft an den Tag legen könnten. Anne Koark macht es uns vor. Sie sagt: "Ich bin zur Zeit ganz unten, aber ich gebe nicht auf. Jedes Ereignis im Leben kann man zum Positiven wenden - sogar die eigene Insolvenz. Wir haben in den letzten Jahren alle von abertausenden Insolvenzen gelesen. Aber wir haben uns keine Gedanken gemacht, was das bedeutet."
Und das stimmt. Mit diesem Buch bekommt die Insolvenz ein Gesicht. Anne Koark ist das Sinnbild des Andersseins, und gerade danach streben wir doch alle. Deshalb sind wir als Verlag davon überzeugt, dass dieses Buch, obwohl mit einem speziellen Thema des Scheiterns in der Wirtschaft befasst, die Allgemeinheit interessieren und auch anregen wird.
Wenn Sie nicht aufgeben wollen, dann ist dieses Buch Ihre Chance auf Erfolg!
Über den Autor
Auszug aus Insolvent und trotzdem erfolgreich von Anne Koark. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Wieder der 13., aber Gott sei Dank nicht Freitag der 13. Im Moment kann ich
solchen Zeichen nicht brauchen. Bei mir sind mittlerweile Leitern, schwarze
Katzen und alle anderen Zeichen des Unglückes gänzlich verboten ich will
mein Streben nach der Lösung der finanziellen Probleme nicht durch
irgendetwas schlecht beeinflussen lassen.
Auf dem Wege in die Arbeit überlege ich, wie ich dem Schrecken der Postmappe
entkommen könnte. Angekommen in der Arbeit, rase ich in mein Zimmer in der
Hoffnung, dass die Post heute gar nicht kommt. Und dann kommt die
Mitarbeiterin mit der Postmappe um die Ecke. Wird es doof aussehen, wenn ich
mich schnell unter dem Tisch verstecke? Nein Anne du bist eine
Unternehmerin! Du musst dich der Sache stellen. Also Showdown mit der
Postmappe Pokergesicht verrate nicht, dass dir die Knie wieder wackeln.³
Cool nehme ich die Mappe entgegen, nehme geistigen Anlauf, und auf ist sie.
Scheiße sagt man nicht aber denken darf man das oder? Eine Mappe
voller Mahnungen und zwei Leute, die gerichtliche Schritte ankündigen. Ich
bin in Due Diligence da darf man nichts über Investoren sagen. Das ist ja
auch sinnvoll, weil man nicht wirklich definitiv weiß, ob es klappt oder
nicht. Schnell den Kontostand abgerufen also eine Rechnung kann ich zahlen
und bei der anderen muss ich anrufen, dass das noch ein Weilchen dauert. Ich
will am Telefon ehrlich sein weiß aber wirklich nicht, was ich sagen soll.
Der Gesprächspartner ist natürlich nicht besonders begeistert, sagt aber:
Na gut, dann warten wir eben ein bisschen!³ Ich brauch einen Kaffee und eine
Denkpause. Diese Gespräche mit den Gläubigern schlauchen mich total. Da
werde ich voll mit meiner Misere konfrontiert auch mit meiner Angst. Und
trotzdem, obwohl ich energiemäßig ganz schön am Ende bin, muss ich die
Energie finden, um diese Sachen zu regeln.
Nach einem langen Tag beschließe ich im Auto, dass ich heute mit meinem
Aupairmädchen sprechen muss. Wenn das hier nicht gut geht, muss sie wissen,
auf was sie sich bei uns eingelassen hat. Ich habe das mit der Mannschaft
und mit manchen Gläubigern geschafft da wird es doch auch mit dem
Aupairmädchen gehen, oder? Aber wie beginnt man ein solches Gespräch? Was
ich dir immer sagen wollte, ich bin pleite! Nein, so nicht Diplomatie ist
gefragt. Angekommen zu Hause, sage ich einfach: Ich muss mit dir
sprechen³, und dann weiter: Meine Firma steckt in großen finanziellen
Schwierigkeiten wir haben sehr wenig Geld im Moment. Ich habe zwar
Investoren gefunden, weiß aber nicht, was daraus wird. Wenn es nicht klappt,
dann werde ich Insolvenz anmelden müssen. Das würde heißen, dass die Wohnung
verkauft werden muss. Und wir würden woanders hinziehen müssen,
wahrscheinlich hätten wir dann kein Wohnzimmer. Du hättest aber trotzdem ein
eigenes Zimmer.³ Danach Stille es schien mir ewig zu gehen und sie
schaute mich ganz besorgt an und fragte: Brauchst du dann noch ein
Aupairmädchen?³ Ich sagte: Ja sicher.³ Dann lächelte sie und sagte: Dann
ist es alles nicht so schlimm denn bei dieser Familie möchte ich bleiben.³
Es gibt wirklich genug verrückte Leute auf dieser Welt, aber dass wir dann
auch ein entsprechend verrücktes Aupairmädchen bekommen haben, das ist doch
ungewöhnlich. Ich habe wie immer Glück!