Kreisrunde Röhren, kantig zerfräste Gänge über hohen Klüften, hautenge Krabbelpassagen, kirchturmhohe Hallen, ausladende Gewölbe mit bizarr ausgekolkten Decken, Tropfsteinformationen ' mitten in der Welt der Höhlenforscher. Max Wisshak gehört zur kleinen Gemeinde interdisziplinärer Wissenschaftler, die Höhlenforschung betreiben und das Fotografenhandwerk beherrschen. Sein Bildband präsentiert den staunenden Blick auf elementare Innenansichten.
Max Wisshak zauberte stilsicher einprägsame Bilder aus dem ewigen Dunkel. Er führt den Betrachter in ein märchenhaftes Wunderland seltsamer Kostbarkeiten: Sinterperlen, Kristallrasen, phreatische Tunnelgänge, Kerzenstalagmiten, fingerförmige Excentriques, Höhlenschmetterlinge, Glühwürmchen, Hirschzungenfarn und Hufeisennasen, Rosetten, Raureifkristalle, Wassertropfen. Und der Mensch schrumpft in dieser magischen Welt mitunter auf Miniaturformat. Der Höhlenforscher hängt am Seil, wie die Spinne am seidenen Faden.
Die Motive der Unterwelt sind mit großer Hingabe und Gespür für die einzigartige Schönheit dieser Naturwunder inszeniert und ausgeleuchtet. Man fühlt die Allgegenwart des Wassergottes. Vergänglichkeit und Wandel. Wisshak besuchte Höhlen in Frankreich, in Neuseeland, in der Schwäbischen und Fränkischen Alb, Eishöhlen im Tennengebirge, den 'Elephanten', große Tropfsteinburgen in New Mexico und fotografierte die 'Weiße Dame', den 'Pharao', den 'Vulkan' und die 'Meduse', Aragonitbäume und Stalagmitenwälder. Die Begleittexte stammen vom Autor selbst, einem Dokumentarfilmer, einer Forscherkollegin und einem Höhlenschutzexperten. Ihre Schilderungen verweisen auf die beeindruckende Erfahrung, der geheimnisvollen Innenwelt der Natur zu begegnen. Die Bilder sprechen für sich.