Als Juist- und Krimi-Fan habe ich gehofft, hier beide Leidenschaften auf wunderbare Weise verknüpfen zu können - und wurde herbe enttäuscht!
Nicht nur, dass es dem Autor an Ideen und Sprachgewalt mangelt, er erfindet ein "Internat" auf Juist und ganze Straßenzüge, so dass von der Insel nichts Erkennbares mehr übrig bleibt. Die Figuren sind hohl und vermögen nicht zu überzeugen, so geriert sich etwa ein Abiturient als gewandter Mann von Welt, der mühelos eine tatsächlich weitgereiste Dame von Welt zu verführen vermag.
Dass Reisdorf das Buch mit 59 geschrieben hat, überrascht, es bewegt sich literarisch etwa auf dem Niveau dessen, was man eben so um das Abitur herum verzapft und für große Kunst gehalten hat. Schade.