Auf Hirta, der Hauptinsel von St. Kilda, einer unwirtlichen windgepeitschen Inselgruppe, die zu Schottland gehört, lebten bis 1930 die Menschen Jahrtausende in großer Armut. Ihr Alltag war geprägt von Schwerstarbeit, Entbehrungen, Gefahren, Not und Tod. Sie ernährten sich ausschliesslich von den dort leben Vögeln und deren Eiern, die sie aus den Klippen holten. Die Autorin hat diese historischen Begebenheiten, die man kaum glauben kann, recherchiert und in einen spannenden Roman eingebunden, wofür man ihr höchstes Lob aussprechen kann!
Die 10-jährige Mairi wächst auf Hirta als einziges Kind ihrer Eltern auf. Da die Säuglingssterblichkeit sehr hoch ist, überleben nur die wenigsten Kinder. Sie rechnet damit, dass sie wie alle Mädchen, spätestens mit 15 - 16 Jahren heiraten wird und weiss auch schon, dass Neill, ein 2 Jahre älterer Junge, ihr Mann werden wird. Obwohl der Pfarrer, der die Kinder in einer Art Schule unterrichtet, sie hasst und quält, lernt sie besessen lesen, schreiben und rechnen und ist in allem die Beste. Während eines schlimmen Sturms wird ein geheimnisvoller Schiffbrüchiger gefunden, der in der Hütte von Mairies Eltern gesund gepflegt wird. Ihre Mutter, die von ihrem Mann immer wieder geschlagen wird, fühlt sich zu Adrian hingezogen. Da geschieht etwas so Unfassbares, das ihr aller Leben völlig durcheinander wirbelt. Mairi muß die Insel verlassen und wird von einer reichen Familie aufgenommen. Sie ist total verstört und glaubt nicht, dass ihr jemals Glück beschieden sein wird. Doch dank ihres Mutes, ihrer Gradlinigkeit und Intelligenz fällt sie immer wieder auf die Füße. Sie schert sich nicht um die verbohrten Regeln, die gerade Frauen gegen Ende des 19. Jahrhunderts auferlegt werden und lebt ein aufregendes Leben.... - Mehr kann man nicht verraten hierzu!
Am Anfang des Buches geht es ziemlich zäh los, und man muss Geduld aufbringen, bis die Geschichte flüssig läuft. Dann überschlagen sich jedoch die Ereignisse, die einen das Buch nicht aus der Hand legen lassen lässt. Ricarda Martin hat die Insel so detailliert beschrieben, dass man sie vor Augen hat beim Lesen, die Protagonisten liebt oder hasst man, freut sich oder leidet mit. - Sie hat ein interessantes, ungewöhnliches und vor allem lesenswertes Buch geschrieben!