Während die Vorgänger-Bücher der Autorin in Neuseeland spielen, entführt Sarah Lark mit >Die Insel der tausend Quellen< nach Jamaika auf eine Zuckerrohrplantage.
Die fast 700 Seiten dicke Saga umspannt einen Zeitraum von zehn Jahren; beginnt 1729 in London und endet 1739 auf Jamaika. Die Kapitelüberschriften (jeweils mit einem Kolibri verziert) lassen bereits erahnen, was den Leser erwartet: Schwärmerei, Die Insel, Zauber, Verrat, Liebe, Rache. So sind in dem Roman all jene Themen enthalten, die für kurzweilige Unterhaltung sorgen.
Nora, eine Kaufmannstochter aus gutem Londoner Hause, verliert ihre erste schwärmerische Liebe Simon viel zu früh. Mit ihm hatte sie Pläne vom Auswandern geschmiedet. Im Andenken an ihn folgt sie Jahre später dem deutlich älteren Plantagenbesitzer Elias als Ehefrau auf die Zuckerrohrplantage Cascarilla Gardens nach Jamaika. Der Alltag auf der Plantage, die Behandlung der Sklaven wie z.B. den Feldneger Akwasi (dem im Laufe der Geschichte noch eine gewichtige Rolle zukommt), sowie der Umgang mit den Schwarzen wie der Zofe Màanu binden den Leser ein in ein exotisch angehauchtes Leben in der Ferne. Zudem sorgt die Rückkehr des Stiefsohnes Doug auf die Plantage für die zweite Liebesgeschichte um Nora.
Man weiss genau, was einen erwartet, wenn man Sarah Lark liest. Der deutschen Autorin Christiane Gohl, die unter dem Pseudonym Sarah Lark schreibt, gelingt es stets auf`s Neue, in eine fremdartige Welt zu entführen. Sie zieht den Leser mit ihren Geschichten in einen Bann. (Dieser hat allerdings nichts mit dem im Buch beschriebenen Bann der Geisterbeschwörung, der Duppy`s, innerhalb der Obeah-Zeremonie zu tun.) Auch wenn die Handlung vorhersehbar ist, und die Hauptperson Nora zudem eindimensional wirkt (weil sie nur gut ist und alles hinnimmt), freut man sich regelrecht auf das Weiterlesen. Und das, obwohl das Happy-End vorprogrammiert ist - oder wahrscheinlich eben gerade deshalb.
Jamaika kommt von Chaymaka, das heisst so viel wie "Insel der tausend Quellen" und bietet einen gelungenen Hintergrund für den Stoff, aus dem die Träume sind: einen rührseeligen Unterhaltungsroman für gemütliche Stunden auf dem Sofa.
(Einen Stern Abzug gebe ich deswegen, weil die Erzählung beim Lesen zwar Spass gemacht hat, mich aber nicht berührt oder mir in Erinnerung bleiben wird.)