Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen
Der Legionär und das Mädchen, 5. Juli 2009
George Tenner, Insel der tausend Puppen. Lasse Larssons dritter Fall, Schardt Verlag, Oldenburg, 2009, Klappenbroschur, 302 Seiten
Der Legionär und das Mädchen
Theres Wilding hat nur einen Wunsch: sie möchte den Mann tot sehen, der sie vor fast 30 Jahren vergewaltigt hat. Die nunmehr erfolgreiche Geschäftsfrau konnte diese schreckliche Tat nie verwinden und sieht sich endlich am Ziel, als sie in dem Serben Dobroslav Nicolic ihren Peiniger aus Jugendtagen erkennt. Sie erkennt, dass sie allein keine Chance haben würde, an diesen schwer bewachten Geschäftsmann, der mit der Yacht Morningstar auf der Insel Usedom weilt, heranzukommen. Also setzt sie einige Hebel in Bewegung und erhält Kontakt zu einem Ex-Legionär, Chevalier Oberst Armand Beauvais, einem Kämpfer mit Irak-Erfahrung. Sein erteilt ihm und seinem Männern den Auftrag, Nicolic und alle an Bord der Yacht befindlichen Personen zu liquidieren.
Beauvais kontaktiert einige erfahrene Kameraden und beginnt mit der generalstabsmäßigen Planung der Aktion.
Auch einem jungen muslimischen Pärchen aus Greifswald fällt die Yacht Morningstar bei einem Ausflug ins Auge. Als Aischa Husejnow in dem Schiffseigner Dobroslav Nicolic einen der Schlächter von Srebrenica erkennt, ist sie erschüttert.
Einige Tage später treibt die Yacht Morningstar scheinbar führerlos bei Warthe im Achterwasser. Die Mannschaft vom Polizeiboot Damerow stellt mit Entsetzen fest, dass sieben Menschen an Bord auf grausamste Weise gefoltert und ermordet wurden, lediglich der italienische Kapitän überlebte schwerverletzt. Mit großer Hektik beginnt eine der aufwendigsten Ermittlungen auf der Insel. Die Männer um KHK Lasse Larsson müssen vielen Spuren nachgehen, doch viele verlaufen im Sande.
Da erreicht die Behörden eine Nachricht der polnischen Polizei: in Gryfino und Swinoujscie wurden zwei Säuglinge entführt, eine Telefonüberwachung weist auf eine Verbindung zur Yacht Morningstar hin. Gemeinsam mit den Behörden des Nachbarlandes ermittelt Larsson im Dunstkreis des ukrainischen Schiebers und Menschenhändlers Furmanow, der sich zur Zeit auf Usedom aufhalten soll und in geschäftlichen Kontakten zum ermordeten Nicolic stand.
Durch eine Zeugenaussage gerät auch Theres Wilding in die Ermittlungen Larssons. Sie war nachts in der Nähe der ankernden Morningstar gesehen worden. Doch es scheint vorerst nicht möglich, ihr eine Verbindung zur Tat nachzuweisen.
Durch mühevolle Kleinarbeit, aufwendige Recherchen und eine Portion Glück gelingt es der Usedomer Polizei nach für nach, das Puzzle um diesen grausamen Massenmord zusammen zu setzen. Was Larsson und sein Team ans Tageslicht bringen, ist die traurige Geschichte eines Mädchens, welches zum Opfer einer menschlichen Bestie wurde und nun selber mit der Schuld einer schweren Straftat leben muß.
Es gelingt George Tenner mit diesem dritten Usedom-Krimi einmal mehr, präzise in seelische Abgründe zu blicken und plastisch die Gefühle und das Denken von Menschen in Extremsituationen zu beschreiben. Das ist neben der präzisen Beschreibung der Örtlichkeiten und der Abläufe der Ermittlungen die Stärke dieses Thrillers, der weit über die Sonneninsel Usedom hinaus reicht und einen ungemein spannenden und erhellenden Einblick gewährt in die Strukturen international agierender Krimineller im Ostsee-Raum. Einmalig genau sind auch die Ausführungen des Autors zur Zusammenarbeit der polnischen und deutschen Sicherheitsorgane im Bereich der organisierten Kriminalität, hier kommt eine der Stärken des ausgewiesenen Journalisten Tenner - exakte Recherche des Themas - zum Tragen. Gleichzeitig entwickelt der Autor auch das private leben seines Serien-Helden weiter. Lasse Larsson wird sich zu seiner Liebe Monika Landris bekennen und muß erfahren, was es heißt, plötzlich Vater zu sein. In der konsequenten, psychologisch gut durchdachten persönlichen Entwicklung der Hauptfigur liegt eine weitere Stärke dieser Roman-Reihe um einen mutigen, aufrichtigen und menschlichen Polizisten mit seinen kleinen Schwächen. Das liest sich immer spannend, meist sehr erhellend und regt zum Nachdenken über so manche Zustände bei uns und in der Welt an.
Tenner schreibt präzise, prägnant und mit der menschlichen Wärme, die angesichts solch kaltblütiger Verbrechen nötig ist. Das ist viel mehr, als man von einem Regionalkrimi erwarten kann. Man kann nur wünschen, dass dem Autor, der seinen 70. Geburtstag in diesem Jahr beging, noch viele ähnlich gute Bücher gelingen!
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5.0 von 5 Sternen
Massaker auf der MOrningstar, 28. Mai 2009
Theres Wilding wurde als junges Mädchen brutal mißbraucht. Nach knapp 30 Jahren trifft sie ihren Peinger rein zufällig wieder. Was ihr Dobroslav Nicolic, genannt Der Schlächter von Srebrenica, damals angetan hat, konnte Theres nie vergessen. Noch heute leidet sie unter diesem traumatischen Ereignis. Und nun will sie Rache! Deshalb kontaktiert sie ehemalige Fremdenlegionäre, die ihr bei ihrem Vorhaben behilflich sein sollen
Beginnen die meisten Kriminalromane üblicher Weise mit dem Fund einer Leiche und dem umgehenden Erscheinen der ermittelnden Polizisten / Detectivs, so darf der Leser in Insel der tausend Puppen an der Organisation eines Mordes bzw. Mordkomplotts teilhaben. Das ist mal ein ganz besonderer Einstieg, wird man doch umgehend mit dem Mordmotiv konfrontiert, welches es sonst eigentlich erst im Verlauf des Romans zu ermitteln gilt. Während man auf der einen Seite in die Thematik der Fremdenlegion eingeführt wird, erfährt man auf der anderen Seite von aktuell geplanten Kindesentführungen im Auftrag des zukünftigen Mordopfers. Man hat also von vornherein eigentlich kein Mitleid mit Nicolic, vielmehr sympathisiert man mit Theres, da man ihre Rachegelüste gegenüber dieser menschlichen Bestie sehr gut nachvollziehen kann.
Diese breit angelegte Einleitung macht dem Leser deutlich, daß die Globalisierung mehrere Gesichter hat, denn sie öffnet auch dem organisierten Verbrechen Tor und Tür. Ungehindert so hat man den Eindruck werden schwere Kapitalverbrechen begangen, vor denen man sich kaum schützen kann. Andererseits jedoch klappt es mit der Zusammenarbeit der Behörden zwischen den Ländern nicht so gut. Lasse Larsson jedoch ist auf die Zusammenarbeit der polnischen Polizei angewiesen. Sie aber umgekehrt auch, denn immerhin sind es polnische Babys, die in Nicolics Auftrag entführt wurden, der sich mit seiner Yacht Morningstar in deutschen Gewässern befindet.
Hauptkommissar Lasse Larsson und sein Team, die an Bord dieser Yacht mehrere Leichen vorfinden, haben einen sehr schwierigen und äußerst verzwickten Fall zu lösen. Für den Leser, der ja im Vorfeld bereits mit Opfer und Motiv vertraut gemacht wurde, ist es nun besonders interessant, die Polizeiarbeit mitzuverfolgen. Akribisch ermittelte Fakten werden aneinandergefügt, logische Schlußfolgerungen werden daraus gezogen, so daß weitere Ermittlungsschritte geplant werden können. Mühsam, aber jederzeit interessant ist diese Arbeit, die nur langsam, aber doch stetig zur Lösung des Falles führt.
Allerdings fragt man sich wegen der geschilderten Vorgeschichte immer wieder, ob man das eigentlich will. Sicherlich berührt einen das Schicksal der entführten Säuglinge sehr und man will sie in Sicherheit wissen, doch will man wirklich, daß der Mörder von Nicolic gefaßt wird? - Unweigerlich wird man in einen zwiespältigen Sog gezogen, der einen über Selbstjustiz nachdenken läßt, da den Behörden Dank der scheinbar unüberwindbaren Hürden der Bürokratie viel zu oft die Hände gebunden sind, um Verbrecher dingfest zu machen.
Larsson ist in dieser Hinsicht ein kleiner Vorreiter, denn er wird Hürden überwinden, um den Fall zum Abschluß zu bringen. Doch ganz so einfach soll die Aufklärung dann doch nicht sein, denn was Mordmotiv und Täter betrifft, erwartet den Leser ungeahnter Weise dann doch noch eine große Überraschung
Man kann nicht behaupten, daß sich das Buch leicht und locker lesen läßt und einen angenehm spannend unterhält. Dafür ist es zu gehaltvoll. Es ist vollgepackt mit politischen Fakten, die bis ins kleinste Detail recherchiert wurden. Man wird mit den Gräueltaten während des serbischen Krieges konfrontiert, was man stellenweise nur schwer verarbeiten kann. Ebenso wird der Völkermord an den Armeniern durch die Türken in den Jahren 1915-1917 erwähnt und nachgefragt, weshalb dies heute kaum noch einer weiß. Doch auch Kindstötungen und Polizistenmorde, begangen in jüngster Vergangenheit in Deutschland, werden thematisiert. Zugleich wird die steigende Arbeitslosigkeit in Zusammenhang mit der rechtsextremen Entwicklung gebracht, der die Politiker angeblich machtlos gegenüberstehen. Warum? Dazu ein Zitat (Seite 9):
Weil zu wenig Politiker ihrer Arbeit aus Berufung nachgehen. Außer dem Teil derer, die ins Parlament gewählt werden, aber total unfähig sind, ist die größte Zahl nur damit beschäftigt, ihr Privatvermögen zu sichern. Manche haben zwei oder drei Nebeneinkommen aus der Industrie, deren Lobbyisten sie sind und die das Einkommen, das sie als Parlamentarier beziehen, weit übersteigen.
Diese Zeilen belegen, wie kritisch sich der Autor mit politischen Themen auseinandersetzt, denn derartige Ausführungen gibt es in diesem Buch immer wieder. Geschickt baut Tenner sein journalistisches Fachwissen in den Roman mit ein und verknüpft das aktuelle Geschehen bezogen auf den fiktiven Kriminalfall gekonnt mit geschichtlichen Fakten. Das macht dieses Buch unheimlich anspruchsvoll, denn es ist nicht nur einfach ein Krimi, sondern gleichzeitig auch eine sehr lehrreiche Lektüre, die einem Herz und Augen zu öffnen vermag.
Spannende Unterhaltung kommt jedoch keineswegs zu kurz, denn immerhin geht es ja um Lasse Larsson und sein Team. Ich mag Lasse unheimlich gern. Besonders gefällt mir an dieser Figur, daß er zwar der Romanheld, aber kein menschlicher Überflieger oder Alleingänger ist. Er ist auf sein gut organisiertes Team angewiesen und weiß dieses korrekt zu führen. Der Einblick in sein Privatleben, macht ihn für den Leser menschlicher und greifbarer und dadurch unheimlich sympathisch. In Insel der tausend Puppen erwartet Larsson privat eine ganz besonders pikante Überraschung. Damit verbunden wächst natürlich die Hoffnung auf einen 4. Fall, den er auf Usedom zu lösen hat, denn nach drei Romanen hat man sich schon sehr mit ihm angefreundet und ist somit natürlich auch an seinem Privatleben interessiert.
Doch vorerst gibt es für seinen 3. Fall eine uneingeschränkte Leseempfehlung
( meine Rezensionen erscheinen auf diversen Plattformen )
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5.0 von 5 Sternen
dritter fall für Lasse Larsson, 19. Mai 2009
Lasse Larsson ist immer der Ermittler und wird mit Mord, Kriminalität aller Art und komplizierter Ermittlungsarbeit konfrontiert.
Auch der Dresden-Krimi "Das Lächeln der Mona Lisa" ist sehr zu empfehlen.
der Autor:
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George Tenner wurde am 23. April 1939 geboren und ist Romanautor und Journalist. Sein bewegtes Leben kann man zum Beispiel auf wikipedia oder auch auf seiner homepage nachlesen.
kurze Inhaltsangabe:
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Dobroslav Nicoliæ
Semjon Konstantinowitsch Formanow
die Yacht Morningstar
Theres Wilding
Autozulieferbranche
Chevalier Oberst Armand Beauvais
Es geht grob gesagt um Gewalttätigkeit gegen Frauen und Kinder - ein brisantes Thema - leider noch immer in der heutigen Zeit.
Tenner hat sich des Themas angenommen und dieses in einen äußerst spannenden Krimi verpackt.
.... vor 29 Jahren hat Nicolic eine Vergewaltigung begangen
Theres Wilding war diese Frau ...
Die Handlung spielt im Jahr 2003 in Heringsdorf.
Entführung und 7facher Mord stehen auf der Tagesordnung. Es ist grausig, was die Krippo hier zu sehen bekommt und es ist unheimlich spannend für den Leser.
Gleichzeit ist Gryfino und Winouj cie (in Polen befindlich) im Roman als Ort verankert, wo eine Entführung stattfand.
Dobroslav Nicolic ist einer der Ermordeten auf der Morningstar un der gehörte einer Menschenhändlervereinigung an.
Lasse Larsson hat viel zu tun, schnell wird klar, dass die Morde und die Entführung der Babys irgendwie in einem Zusammenhang stehen müssen.
Es kommen immer wieder neue Ideen - neue Klarheiten tauchen auf, aber auch neue Verwicklungen entstehen, sodass der Leser immer mehr in die Handlung verstrickt wird - aber das nur kurz, meine Meinung möchte ich im Anschluss schreiben.
Die Handlung spielt nicht nur in der heutigen Zeit, sondern geht bis in die Zeit des jugoslawischen Bürgerkriegs zurück.
Ich möchte nicht mehr verraten, lest doch einfach selbst
meine Meinung:
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Ich kann sagen, dass man es als Leser hier mit einem typischen Tenner-Krimi zu tun hat. Mord und dunkle Geschäfte - dunkle Machenschafften aber auch persönliche Gedanken zur Hauptperson der Usedom-Krimis Larsson spielen in den Krimis eine große Rolle.
Ich finde es toll, da es ja im Prinzip ein Folgeroman ist, weil Lasse Larsson immer wieder auftaucht, dass man um diese Person auch immer wieder etwas erfährt, aber jeder Roman ist eine abgeschlossene Handlung und kann ohne Probleme gelesen werden.
Tenner hat einen auf den Punkt bringenden - aber wiederrum auch ausschmückenden Schreibstil, er schreibt so, wie man sich das als Leser wünscht, nicht langatmig, sondern von Anfang bis Ende des Buches spannend und bringt immer wieder neue Szenen und Ideen in die Handlung ein, sodass man als Leser mitraten und -fanden kann und das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.
Ich bin auch von diesem dritten Fall fasziniert und habe ihn mit großem Interesse, großer Freude und Spannung gelesen. Schade nur, dass dieses Thema nicht "nur" erfunden ist ... :-(
Es ist kein Thriller in diesem Sinne, es ist eine Geschichte, wie sie hier und heute passieren könnte ...
Sie verzweigt sich nach Polen und Larsson ermittelt mit der polnischen Polizei gemeinsam ....
Eines steht fest, der Spannungsbogen ist genial gestaltet und das macht einen guten Krimi aus. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Krimifans werden ihre Freude daran haben.
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