Ich in durch Zufall über diese DVD gestolpert und wusste eigentlich nicht wirklich, was auf mich zukommen würde. Mich hatte die interessante Beschreibung zum Kauf animiert.
Der Film/die Serie ist uralt. Das sieht man auch, denn einige Szenen sind doch sehr grobkörnig. Der Film scheint also nicht restauriert/überarbeitet worden zu sein. Da ich einen winzigen Fernseher habe und mehr an der Geschichte als an der Brillianz eines Bildes interessiert bin, war mir das egal.
Von der Geschichte her ist der Film solide, wenn auch für meinen Geschmack etwas zu lang. Die Kamerafahrten/-einstellungen sind für Hollywood-verwöhnte Augen geradezu gemächlich, selbst in spannenden Szenen. Nichtsdestotrotz passt es zu der tristen Einsamkeit der kargen Insel, wenn der Hauptdarsteller denkt, völlig allein dort zu sein. Ich für meinen Teil konnte da sehr gut mitfühlen und dachte ständig: Wann kommt denn endlich jemand?
Und über allem steht ein großes Rätsel, eine mysteriöse Prophezeihung aus einem Gebetsbuch eines Mönchs, der einst auf dieser Insel in der Abtei gelebt hat. Warum ist das vierte Kreuz für Véronique bestimmt, die doch noch nie auf dieser Insel gewesen und eben erst angekommen ist?
Das, was mich als einziges wirklich, wirklich stört, ist Vorski. Er nervt auf Dauer gewaltig mit seinen "Die Liebe eines Vorskis"-Sprüchen, seinen irre aufgerissenen Augen und der Sturmfrisur, die eher wie eine Perücke ausschaut. Ein gefühltes Drittel des Films wiederholt er sich andauernd, so dass es doch schon arg ermüdend wird.
Wer einen gemütlichen, alten Thriller sehen möchte, dessen Potential weniger auf Spezialeffekten beruht als auf Beziehungen zwischen einzelnen Charakteren, und nicht allzu hohe Ansprüche an das Bild stellt, dem könnte "Die Insel der 30 Tode" vielleicht gefallen.