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Insel der Rebellen
 
 
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Insel der Rebellen [Taschenbuch]

Patricia Cornwell , Hainer Kober
1.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (71 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Packende Handlung und schwarzer Humor." (Cosmopolitan )

Der Bestseller des "absoluten Megastars der Thrillerszene" (Brigitte )

"Eine packende Story mit genügend schwarzem Humor." (Der Nordschleswiger )

Kurzbeschreibung

Moderne Highway-Piraten überfallen seit Monaten Lastwagenfahrer, rauben deren Trucks und töten die Opfer. Um davon abzulenken, erlässt Virginias Gouverneur eine absurde Anordnung: Auf der winzigen Insel Tangier werden Radarfallen installiert, um Raser zu stoppen. Die aufgebrachten Einwohner erklären daraufhin ihre Unabhängigkeit, und Superintendent Judy Hammer kämpft mit Rebellion und Anarchie, während das Böse weiterhin blutige Spuren zieht.



Klappentext

"Patricia Cornwell setzt ihrer Heldin Kay Scarpetta mit Judy Hammer eine ebenso starke Persönlichkeit entgegen."
Südhessen Woche

"Patricia Cornwell ist die erfolgreichste Schriftstellerin der Welt."
Der Spiegel

"Cornwell mixt Humor und grausame Details zu einem ungewöhnlichen Cocktail."
B.Z.

Über den Autor

Patricia Cornwell, 1956 in Miami geboren, arbeitete als Polizeireporterin in der Rechtsmedizin, bevor sie mit ihrem ersten bahnbrechenden Thriller um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta die Bestsellerlisten stürmte. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin war sie dann unter anderem als Leiterin der Abteilung für Angewandte Forensik an der National Forensic Academy der University of Tennessee tätig. Patricia Cornwells hochspannende und bis ins kleinste Detail recherchierte Bücher wurden mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und erobern nach wie vor regelmäßig die internationalen Bestsellerlisten.

Auszug aus Insel der Rebellen von Patricia D. Cornwell. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Unique First - dieser Name passte wie angegossen, jedenfalls nach Meinung ihrer Mutter. Unique setzte sich stets an die erste Stelle und war wirklich einmalig. Niemand kam ihr gleich - und das war auch verdammt gut so, wie ihr Vater, Dr. Ulysses First, zu sagen pflegte, der nie begriffen hatte, welcher genetische Teufel dieses böse Spiel mit seinem einzigen Kind getrieben hatte. Unique war ein zartes Geschöpf von achtzehn Jahren mit langen, glänzenden Haaren, schwarz wie Ebenholz, einer Haut wie Milch und Honig und vollen roten Lippen. Sie wusste, dass ihre hellblauen Augen einen Zauber ausstrahlten und ein Blick aus diesen Augen genügte, um jeden Menschen für ihr Projekt zu benutzen. Wochenlang konnte sie jemanden geduldig im Visier haben, bis die Spannung schon fast unerträglich wurde und sich schließlich explosionsartig entlud, worauf dann gewöhnlich ein Zustand vollkommener Leere folgte. "Hey, aufwachen, mein Auto springt nicht an." Sie klopfte ans Fenster des Peterbilt-Sattelschleppers, der einsam auf dem Obst- und Gemüsemarkt am Stadtrand von Richmond stand. "Haben Sie vielleicht ein Handy?" Es war vier Uhr morgens, stockdunkel und der Parkplatz kaum beleuchtet. Obwohl Moses Custer sehr gut wusste, dass es nachts in dieser gottverlassenen Gegend nicht ungefährlich war, hatte er nach dem Krach mit seiner Frau seine übliche Besonnenheit vergessen, war in seinen Truck gesprungen und mit aufheulendem Motor davongerast. Jetzt wollte er hier draußen die Nacht verbringen; einsam und verloren zwischen den Gemüseständen. Das soll ihr eine Lehre sein, dachte er wie jedes Mal, wenn sich seine Ehe wieder von ihrer hässlichsten Seite zeigte. Als das Klopfen nicht aufhörte, öffnete er die Tür zum Führerhaus. "Oh, Mann, was macht'n so 'n hübsches Ding wie du um diese Zeit hier draußen?", fragte Moses, der verwirrt und betrunken in ihr helles, fein geschnittenes Gesicht starrte, das ihn engelsgleich anlächelte. "Sie werden gleich etwas Einzigartiges erleben." Wie immer erinnerte Unique mit diesen Worten an ihren Vornamen, bevor sie sich anschickte, ihr Projekt in die Tat umzusetzen. "Was meinst'n damit?", fragte Moses verwirrt. "Was meinst'n mit einzichartich?" Die Antwort kam von einer Schar Dämonen, die ihn mit Tritten und Schlägen überschütteten, seine Kleidung zerfetzten und an seinen Haaren rissen. Die Hölle explodierte und spie Obszönitäten aus, und in seinen Muskeln und Knochen schien ein infernalisches Feuer zu brennen, als die wütenden Teufel ihn zerschlugen und in Stücke rissen. Er blieb wie tot am Boden liegen, während sein Truck davonfuhr. Moses schwebte eine Weile über seiner sterblichen Hülle und betrachtete seinen misshandelten Leib, der leblos auf der Teerstraße lag. Blut strömte aus seinem Kopf und mischte sich mit dem Regen. Er hatte nur noch einen Stiefel an, und sein linker Arm war in einem unnatürlichen Winkel vom Körper abgespreizt. Als Moses so auf sich hinabblickte, fühlte sich ein Teil von ihm unendlich müde und bereit für die Ewigkeit, während ein anderer Teil bekümmert dem Leben hinterhertrauerte. "Mein Kopf ist hinüber", jammerte er und begann zu schluchzen, als alles um ihn herum schwarz wurde. "Ohhh, mein Kopf ist hinüber. Gott, ich bin noch nicht so weit. Meine Zeit ist noch nicht gekommen!" Aus der vollkommenen Dunkelheit löste sich Moses' Geist abermals und betrachtete das Geschehen erneut von oben: pulsierende Blaulichter und hektische Feuerwehrleute, Notärzte und Polizisten in gelben Regenjacken, deren reflektierende Streifen in der Nacht weiß glühten. Lichter zuckten auf dem nassen Asphalt, ein kalter Regen fiel, und er hörte aufgeregte Stimmen, aber nichts, was sie sagten, ergab einen Sinn. Sie schienen ihn geradezu anzubrüllen, und Moses fühlte sich klein und erbärmlich. Er versuchte, die Augen zu öffnen, doch sie waren wie zugenäht. "Was ist mit dem Engel passiert?", murmelte er immer wieder. "Sie hat gesagt, ihr Auto springt nicht an." Der weiße Mazda Miata lief einwandfrei wie immer, und Unique fuhr ein paar Stunden durch die Stadt, während die Radiosender über den Überfall auf dem Obst- und Gemüsemarkt berichteten. Es handle sich offensichtlich um die gleiche Bande von Highway-Piraten, die Virginia bereits seit Monaten unsicher machte. Doch diesmal genoss Unique das Nachbeben ihrer Tat ein bisschen weniger als sonst. Sie hätte zwar schwören können, dass der alte schwarze Trucker tot war, aber sie war wütend, weil ihre Komplizen so eilig das Weite gesucht hatten, sodass sie um das halbe Vergnügen gebracht worden war. Wäre es nach ihr gegangen, hätte sie zu Ende gebracht, was sie angefangen hatte, und dafür gesorgt, dass er ganz sicher nie wieder hätte reden können. Sie machte sich keine Sorgen, dass sie der Polizei auffallen könnte, weil sie zu dieser ungewöhnlichen Stunde in ihrem kleinen Cabrio umherfuhr. Unique wusste genau, dass ihr niemand ansehen konnte, wie sie in Wirklichkeit war. Und vor allem, dass sie nicht danach aussah, was sie tat. Sie fühlte sich so sicher, dass sie an Fred's Mini Market hielt, obwohl dort ein Polizeiwagen stand. Schon von weitem konnte Unique jedes Zivilfahrzeug der Cops identifizieren, und das hier war ein klarer Fall. Leise betrat sie den Laden und erblickte einen attraktiven jungen blonden Mann, der an der Kasse stand und seine Milch bezahlte. Er trug Jeans und ein Flanellhemd. Sie suchte nach einem Anzeichen für eine Waffe und entdeckte eine kleine Ausbuchtung in Taillenhöhe. "Danke, Fred", sagte der blonde Polizist in Zivil zum Mann hinter der Kasse. "Alles klar, Andy. Ich hab dich vermisst. Du warst ja ein Jahr lang wie vom Erdboden verschwunden." "Nun bin ich ja wieder da", erwiderte Andy und verstaute sein Kleingeld. "Sei vorsichtig. Da draußen treibt sich eine üble Gang herum. Heute Nacht hat es einen Trucker erwischt." "Hab's im Radio gehört. Wie schlimm isses denn? Ich nehme an, du warst am Tatort." "Nee, keinen Dienst heute. Ich hab's genauso erfahren wie du", sagte Andy mit einem Unterton der Enttäuschung. "Na, ich denke jedenfalls, die Zeitungen haben Recht, was die rassistischen Hintergründe angeht", sagte Fred. "Soweit ich informiert bin, ist der Anführer weiß, und alle Opfer waren Schwarze, außer der Truckerin vor ein paar Monaten. Aber die gehört ja auch zu 'ner Minderheit, wenn du weißt, was ich meine. Bin ja kein großer Lesbenfan, aber das war ganz schön schlimm. In der Zeitung stand, sie haben ihr einen Stock reingeschoben und sie mit dem Messer bearbeitet ... Oh!", rief Fred erschreckt, als Unique plötzlich wie aus dem Nichts auftauchte und ein Sixpack Bier auf die Theke stellte. "Sie sind so leise hereingeschlichen, Herzchen, dass ich Sie gar nicht bemerkt habe." (...)
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