Irgendwie ist man froh, wenn man am Ende eines richtig guten Buches weiß, dass es da noch eine Fortsetzung gibt. Man fühlt sich nicht so mit der Geschichte allein gelassen, und das erst recht, wenn noch so viele Fragen offen geblieben sind.
So ging es mir bei "Trinity" von Leon Uris. Der Nachfolger heißt "Insel der Freiheit".
Sicher ist es keine leichte Aufgabe, an den Erfolg von "Trinity" anzuknüpfen, aber immerhin hat sich der Autor dafür fast zwanzig Jahre Zeit gelassen. Nun, als ich das Buch dann angefangen hatte, war die Enttäuschung doch ziemlich groß. Doch da ich die Charaktere aus dem Vorgänger lieben bzw. hassen gelernt hatte und unbedingt noch mehr über sie lesen wollte, quälte ich mich durch die Seiten. Fast die gesamte erste Hälfte des Buches erwies sich als banale Nacherzählung getreu dem Motto "Was bisher geschah ...", gespickt mit blutleeren und ideenlosen Episoden, die der Autor aus gutem Grund in "Trinity" ausgespart oder der Phantasie des Lesers überlassen hatte.
Das änderte sich - Gott sei Dank - in der zweiten Hälfte. Bei der Schilderung von Rory Larkins Erlebnissen im Ersten Weltkrieg und während der Zeit des Osteraufstandes findet Leon Uris beinahe zu alter Größe zurück. Wiederum gut gefallen hat mir die gelungene Verknüpfung der Romanhandlung mit den tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen, so dass ich am Ende des Buches halbwegs versöhnt war.
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob mit "Insel der Freiheit" nicht doch Neuseeland gemeint ist.
Fazit: Erst einmal "Trinity" lesen und wenn man dann noch viel Zeit und Geduld hat ...