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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Insel der Elefanten,
Rezension bezieht sich auf: Insel der Elefanten (Broschiert)
Valentin, ein aus Ungarn stammender fünfzigjähriger Journalist, ist die tragische Hauptperson des Romans Insel der Elefanten" von Imre Török.Seit seiner Jugend lebt Valentin in Deutschland, genauso wie Ilona Arany, seine ehemalige Geliebte. Beide verbindet immer noch ein tiefes Band der Freundschaft und so wundert es nicht, dass Valentin, als er sich in einer großen Sinnkrise befindet, Ilona's Einladung dankend annimmt, um mit ihr auf einer sonnigen Insel ein paar Wochen zu verbringen. Auch Ilona verspricht sich von der gemeinsamen Zeit Klärung ihrer Gefühle der einst so großen Liebe. Und dann wird der Urlaub für beide eine große Bewährungsprobe. Valentin's häufiger Alkoholkonsum, seine wütenden Ausfälle oder seine noch immer erotische Ausstrahlung, die sie eifersüchtig macht, trüben die Stimmung. Er entrückt immer mehr der Gegenwart, weil er vor seinem geistigen Auge den sterbenden Vater, den alten András von Szendrö, sieht, der allerdings schon seit zwanzig Jahren tot ist. Valentin erlebt immer öfters Visionen von wandernden Elefanten. Für Ilona ist es anfangs keine Frage, diese, wie sie denkt, Halluzinationen, werden nur durch die täglich großen Mengen Whisky ausgelöst, die er schluckt. Nach langen und tiefen Gesprächen mit Ilona ist Valentin endlich bereit, die Geschichte seines Vaters aufzuschreiben und Erinnerungen festzuhalten. Jetzt zeigt es sich, welch ein genialer Erzähler der Autor Imre Török ist. Mit kleinen Rückblenden auf die Geschichte Ungarns, die durch Valentin's Vater und Großvater lebendig gemacht wird, sucht Török nach der Vergangenheit seines Heimatlandes. András von Szendrö, dessen große Liebe zur Marie und das Erwachsen werden von Balint, wie Valentin in Ungarn genannt wird, ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeit der ersten Häfte des 20. Jahrhunderts. Imre Török ist in seinem Element. Er hält dem Leser ein Kaleidoskop vor Augen. Es sind immer wieder die gleichen Farben, die auftauchen, aber immer in einem anderen Muster. Es dreht sich weiter und weiter und der Leser versteht immer mehr die seelische Zerissenheit von Valentin. Die innige Liebe zu seinem Vater, die große Liebe zu Ilona, die trotz Trennung nie aufgehört hat und seine Suche nach einem festen Platz im Leben. Den Höhepunkt erreicht der Roman, als Valentin für Tage verschwindet und Ilona nicht weiß, wo er sich aufhält. Valentin hat die direkte Nähe zum Wasser gesucht, denn er ... mag es, im Licht zu baden und der Sonne hinterher zu sinken." Er spürt, wie langsam seine alte Energie zurückkehrt. Unfreiwillig freiwillig wird er am Strand Zeuge einer heftigen Liebesgeschichte. Brachiale Eifersucht des gehörnten Partners trifft auf Valentin, der mit dieser Liason überhaupt nichts zu tun hat. Mit einer ungewollten Wende in Valentin's Leben endet der Roman. Schriftsteller wie Imre Török gehören zu den Personen, die sich verantwortlich fühlen, unseren Blick zu schärfen. Zu schärfen und zu sensiblisieren für unser kollektives Gedächtnis. Sie halten Dinge fest, an die sich die nachfolgenden Generationen erinnern sollen oder wollen. Und sein Roman Insel der Elefanten" ist ein kulturelles Gedächtnis geworden, mit sozusagen konservierten Erinnerungen. Imre Török erbringt auf 399 Seiten den poetischen Beweis dafür, dass Wissensvermittlung, Philosophie und Phantasie auf gemeinsamen Flügeln durch Vergangenheit und Gegenwart gleiten können. Insel der Elefanten" ist ein sehr reicher Roman, den ich jedem empfehlen kann, der im Zeitalter der Abrufbarkeit von Fakten, Daten und Wissen per Knopfdruck sich in eine Welt zurückziehen möchte, die aus Erinnerungen besteht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Menschen und Elefanten schwimmen in der Wüste,
Von
Rezension bezieht sich auf: Insel der Elefanten (Broschiert)
Für den liebenswürdigen Chaoten Valentin endet die gemeinsame Reise mit der ehemaligen Geliebten Ilona tragisch. Gerade als sie sich wieder näher kommen, verschlingt ihn die Insel, lässt ihn als Menschen zurück, dem nur eine Option bleibt, die Geschichte seines Vaters weiter zu schreiben.Die Erinnerung an den "Reigen der Elefanten", die Todesmetapher seines Vaters, hat ihn schon während der vorhergehenden Tage beschäftigt. Er sucht seinen Vater, findet ihn im Schreiben. In einer Art "Schreibrausch" erzählt er uns dessen Leben als sei es sein eigenes gewesen. Das macht den Reiz dieses Buches aus, die Sehnsucht nach Liebe, die wenn sie befriedigt wird, im nächsten Moment wieder verloren geht, Verlust der Liebenden, der Heimat, der Würde, des Verstands. Valentin findet sein Vaterbild in dessen wundervollen unerfüllten Liebe zu seiner Maismarie und in einer verlassenen Heimat wieder. Das Buch ist auch Reflektion über das eigene Weltbild, aus der jeweiligen Perspektive des Protagonisten und seiner geliebten Gegenspielerin, abwechselnd erzählt. In mancher Passage klingt die Nähe des Autors zur Philosophie, zur Physik, letztendlich zur Metaphysik an. Trotz einiger Ausflüge in diesen Themenkreis ist es an jeder Stelle ein spannendes Buch, das den Leser auffordert zu genießen, sei es intellektuell fordernd oder mit seiner bildhaften, oft lyrischen Sprache, gewürzt mit direkter ungarischer Rede. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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