Mit der vom Verlag Rump seit Jahren erfolgreich aufgelegten Spezies "Urlaubshandbuch" grenzt sich diese Reihe erfrischend von klassischen "Reiseführern" ab, die oft nur eine lehrbuchartige Sammlung von unkommentierten Fakten präsentieren. Reiseliteratur leidet nämlich häufig besonders für kleinere Zielregionen, wie z.B. Inseln, unter der Autoren-Dominanz von "Heimatkennern", die ihr Eiland nie verlassen haben und sich seit Jahrzehnten (sogar z.T. seit Generationen) oft im Eigenverlag mit monopolistischer Touristikberatung versuchen. Viel historisch Verkrustetes, sicher aber auch so mancher Umweltgedanke fließt dort von Auflage zu Auflage unverändert gebetsmühlenartig ein.
Dagegen sind Roland Hanewalds Urlaubshandbücher sehr lesenswerte Kontraste! Mit launig dargebotenen aktuellen Impressionen aber auch mit gelegentlich deftig am Lokalkolorit zupfender Kritik kommt die neue Auflage des Bandes "Amrum" daher. Gespickt mit den professionellen Fotos des - auch weltweit - arrivierten Reiseschriftstellers Hanewald serviert der Band dem - sicher oft schmunzelnden - Leser eine Menge gut recherchierter, verwertbarer Daten zu seiner Reiseplanung. Die Auflage 2007 des Buches hatte die Insel (noch) nicht erreicht, als ich im September auf "Hanewalds Pfaden" die Insel durchstreifte; ich hatte mich aber rechtzeitig noch auf dem Festland mit dieser trefflichen Lektüre eingedeckt und auf der zweistündigen Überfahrt bereits die Grundlagen für ein "individuelles Entdecken" (Untertitel des Bandes) legen können. Von der Reise zurück, dient mir dieses unterhaltsame Handbuch nun als beste Reise-Know-How-Quelle zum Nachlesen, Nachdenken und zum Nachempfinden.