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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehnsuchtsvolle Expedition in die Ferne, 25. September 2003
Nach ihrem bemerkenswerten Debüt und einigen Kurzgeschichten legt Annette Pehnt einen zweiten Roman vor. Wie andere Autorinnen ihrer Generation schreibt sie über Orte, an denen sich Lebensgeschichten entscheiden. Die beobachtende Beschreibung meist stiller Veränderungen, die wunderbar warmherzige Sprache machen den ihren zu etwas Besonderem. In sachlich-ereignislosem Ton, doch charmant und in einer unfasslichen Spannung gehalten, schafft die Freiburger Autorin eine Stimmung von außergewöhnlichem Reiz. Die Ich-Erzählerin geht ihrem Sehnsuchtsort nach, der Insel 34, „weil sie am weitesten weg war". Elternhaus und Schule haben signalisiert, es sei wichtig, dass ihr Herz für etwas schlägt. So wie der immer auf dem Sprung befindliche Dorst in „Ich muss los" bemerkte, dass niemand es mochte, wenn er die Wahrheit sagte, erfährt sie: Die alles gleich gut können, fallen zu sehr auf. Also widmet sie sich mit Hingabe und nahezu ausschließlich der Erforschung der Inseln, die nummeriert sind, „weil niemand ihnen jemals einen Namen gegeben hatte". Obwohl sie damit auch die Menschen studiert, die sonst für alles einen Namen haben. Dieser Roman ist vorzüglich und lohnt die Entdeckung. Annette Pehnt zeichnet ein klarer Blick für kaum wahrnehmbare Dinge aus, die von den meisten vermutlich übersehen würden. Gleichzeitig entwirft sie eine gespenstische Utopie - einen begrenzten Lebensraum wie Insel 28 beispielsweise, in dem es keine Kinder gibt, eingelegte blasse Gurken eine Spezialität sind, obwohl hier „nichts wächst", und sich beim Spiel der Sackpfeife entscheidet, auf wessen Seite man steht. Es geht ein Zauber von diesem großartigen Buch aus, dem man sich kaum entziehen kann. Denn die Welt ist voller Inseln.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Horizonterweiterung, 9. März 2004
Von Ein Kunde
Weder die vierunddreißig Inseln noch Annette Pehnts junge Protagonistin haben Namen. Die Inseln sind durchnummeriert, und die entfernteste von ihnen, „Insel 34", titelgebend für Annette Pehnts zweites Buch, erweckt im jungen Mädchen eine Sehnsucht und Leidenschaft, die sie bisher, hochbegabt in allen Fächern, nicht kannte. Unbeirrbar die Erforschung dieser Insel und der Dialektik der Inselbewohner vor Augen, vernachlässigt sie alle störenden Schulgegenstände, vergräbt sich in Büchern und Bibliotheken, hat zwar ein paar soziale Kontakte, aber nicht einmal Zanka kann sie auf dem Festland halten. Endlich wird „es [...] Zeit, auf die Inseln zu fahren", und sie landet auf Insel 28 bei eigentümlichen Inselbewohnern, deren Herz nur für Sackpfeifen schlägt. Die Icherzählerin möchte in diese Gemeinschaft integriert werden, lernt, dem schwierigen Musikinstrument ohrenbetäubende Töne zu entlocken und bleibt dennoch außen vor. Auch auf der nächsten Station, Insel 32, lassen die Archäologen die junge Inselforscherin nicht wirklich in ihre Mitte. Schließlich gelangt sie auf Insel 33, eine Mülldeponie, kommt dort, wo Müll getrennt, sortiert und geordnet wird, zur Ruhe und sieht bei Ebbe, dass die benachbarte Insel 34, ihr Ziel, zu Fuß erreichbar wäre, wenn sie es denn wollte. Annette Pehnts Sprache ist einfach gehalten, doch so bildreich, dass die Fantasie der Leser unentwegt angeregt wird. Die Namen der Menschen, denen die Protagonistin im Laufe ihrer Reise begegnet, sind ungewöhnlich: Zanka, Lerke, Nessel, Professor Losten, Tesen, Dilse, Jote, ... Sie und die detailgetreue Wiedergabe der Nässe, trostlosen Farben, Bodenbeschaffenheiten der Inseln und kafkaesken Eigenheiten ihrer Bewohner geben dem realistisch gehaltenen Roman Elemente einer Parabel: Der Weg ist das Ziel - ein Motto, das nicht nur Inselforscher schon immer vorwärts getrieben hat. 2002 erhielt Annette Pehnt beim Ingeborg Bachmann Wettbewerb den Preis der Jury für einen Auszug aus „Insel 34". Zu Recht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderschönes ,nachdenkliches Buch, 11. Januar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Insel 34: Roman (Taschenbuch)
Jeder ist eine Insel! Dieses Buch hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Mit einem durchgehenden inneren Monolog entwickelt die Autorin den Weg ihrer Hauptfigur in Richtung der angestrebten Insel 34. Dabei bleiben andere in der Lebensentwicklung eines Menschen sonst so platzgreifende Dinge wie die Sexualität, Freundschaften, Beruf eher eine nebensächliche Erwähnung. Wichtiger erscheint die Frage, wohin schickt mich mein Lebensdrang? In der Tat scheint die Figur die weibliche Entsprechung der Hauptfigur Dorst ihres anderen Romans "Ich muß los" zu sein. Die fünf Sterne sind wegen der Eigenwilligkeit der Erzählung verdient. Sowas findet man nicht alle Tage.
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