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Nach dem Weggang von Robin und 2 weiteren Bandmitgliedern standen die Jungs aus meiner Heimatstadt eigentlich schon fast vor dem Aus, ihr neues Album lässt diese Zeit aber vollkommen vergessen machen.
Schon der Opener "Sonne" bietet Hochgefühl im Übermaß. Die wunderschöne gebogene Melodielinie der Streicherfraktion wird von krachenden Gitarrenriffs getragen. Der Stimmungsbogen wird wunderbar vervollständigt durch den Gesang der neuen Stimme Holly, die die musikalische Stimmung gesanglich und textlich perfekt rüberbringt.
Weiter gehts mit "Unerreicht" und "Ohne dich". Ich entdecke hier immer wieder typische Instanz Rhytmen, aber auch viele neue Sachen. Zum Beispiel eine neue Dominanz der Streicher, die den Refrain meist melodisch dominieren, eine Zurücknahme der elektronischen Elemente, die mich zwar noch nie gestört haben, aber hier noch homogener wirken, als früher. Beide Lieder rocken auf jedenfall.
"Nimm mich" und "Womit die Welt begann" sind beides eher langsamere Lieder. Das tiefgeraunte "Nimm mich" im Refrain ist sicherlich Geschmacksache, mir wäre es lieber gewesen, da der Stimme von Holly D. zu vertrauen, aber das tut dem guten Arangement und der dichten Stimmung keinen Abbruch. Bei "Womit die Welt begann" erlebt man die ganz breite von Hollys Stimme. Singt er im ersten Teil den Refrain doch recht tief, so im zweiten Teil doch deutlich höher. Das lässt auf jedenfall großes Potential erkennen. Überhaupt mag ich an diesem Song die wunderschöne Sprache, die Symbiose zwischen Musik und Gesang.
"Krieg der Herzen" ist eine gnadenlose Abrechnung mit dem Beziehungsschmerz. Hart, schmerzvoll, enorm stimmungsgeladen. Und mit dem Lichtblick am Ende, der das Album insgesamt auszeichnet.
"Sandmann" hat mir live schon wahnsinnig gefallen. Die Studioversion ist eine wundervolle Balade, ein Schlaflied das vielschichtig im Text und im Arangement daher kommt und der Figur des Sandmannes wieder eine neue Dimension verleiht.
"Tanz" ist der Instanz Song schlechthin...bestechend die typische Instanz Rhythmus Gitarre vorallem im Strophenteil, eine Einladung zum Tanz pur. Im Refrain stören mich wieder die tiefen Stimmen "Tanz Tanz Tanz", aber wie gesagt, dass ist Geschmacksache und der einzige Bezug zu Rammstein den ich entdecke.
"Das Stimmlein" spricht in seinem Lied für sich. Nicht zu erwähnen das hier die hochkarätigen Gastsänger einen großen Reiz ausmachen. Mich stört das Fanjubelgesample, dass ich auch schon vom neuen Subway Album kenne (Rätsel II), aber nichtsdestotrotz ein guter Song.
Am schwächsten im Moment "Mein Herz", aber das ändert sich in ziemlicher Regelmäßigkeit, weil der Song eigentlich nicht wirklich schlecht ist. Auch dieser Titel gefällt durch die Melodielinie und die Arangments, mir gefällt die Thematik nicht so ganz, aber dies ist wie immer Geschmacksache.
"Agonie" ist einer meiner Lieblingstitel, ein Text, der fast schon sarkastisch rüberkommt, der Anfang, gestaltet durch zupfende Streicher und eine wunderschön lang getragene Melodielinie machen ihn einfach zu einem perfekten Klangerlebnis. Besonders herausragend hooklastig, die satte Betonung von "Nimmerland(t)" gegen Ende durch Holly.
"Traumschwere" ist so wie der Name es schon sagt. Schwer. Schwere Gitarren, ein schwer liegender Text, der eine angstmachende Grundstimmung verbreitet. Gitarren, Gesang liegen dicht nebeneinander, die Streicher treten zurück und tragen Effekte bei, die man aus Horrorfilmen kennt. Zum Entdecken geeignet.
Beim Abschluss "Silber im Stein" stiegen mir fast die Tränen in die Augen...einfach wunderschöne Akustiknummer, fast schon instrumental. Ich würde sagen diesen Titel muss jeder für sich entdecken.
Bezüge zu Subway to Sally oder InEx sind eher Fehl am Platze. Für mich klingt das Album ganz selbstständig und überzeugt mich weitaus mehr als das letzte StS Album "NordNordOst"
Insgesamt ist das neue Instanz Album fast schon Konzept- geworden. Die Unbeständigkeit wird abgelöst durch ein Stimmungsprofil, doch die Unbeständigkeit der Alben bleibt. Keines gleicht dem anderen. Und das macht es so spannend mit der "Letzten Instanz" immer wieder auf Entdeckungsreise zu gehen. Wer also nicht an alten Sachen (oder sollte ich sagen Sängern) klebt und dem Instanzprinzip der Unbeständigkeit treu bleibt, wird mit diesem Album alles bekommen was er musikalisch in den nächsten Wochen braucht.
Die LETZTE INSTANZ hat ihre gewohnte Kombination aus metallischer NDH Härte und altertümlichen Klängen der Violine, des Cellos und sonstiger Nostalgieblastöpfe, immer untermalt von elektronischen Spielereien, mittlerweile perfektioniert, paart ihre coolen Rhythmen mit netten Texten und hat ein Album am Start, das sie ohne Zweifel einen Schritt nach vorne bringen wird, Fans von RAMMSTEIN bis SCHANDMAUL absolut entzücken könnte und die Band auch einem breiten Publikum näher bringen sollte.
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