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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Songwriting-Prinzessin mit gläsernem Herzen, 17. Dezember 2005
Ein wundervoll singender Engel, auf unsere Bahn gelenkt, mit Gänsehaut im Gepäck: Anna. Eine Frau, die - wie es in ihrer offiziellen Presseerklärung zu ihrem ersten Album "Ins Gesicht" heißt - auszog, um sich selbst zu suchen, hat sich offenbar gefunden. 1977 in Hamburg geboren, im Alter von nur 10 Jahren stand Anna Depenbusch bereits auf den Brettern, die ihre Welt bedeuten, von denen man sich diese einfühlsame, kreativ überlaufende Dame auch so gar nicht mehr wegdenken kann. Ihre ersten Märker verdiente Anna als Gemüselastwagenfahrerin auf dem Deich (!) oder auch als Sängerin in einem Reeperbahn-Nachtclub in Hamburg. Vor fünf Jahren bereits heimste Anna den Hamburger Kulturpreis "Musikerinnen 2000" ein, sie agierte als Backgroundstimme in diversen TV-Musik-Spektakeln wie "The Dome" oder "Top Of The Pops" und dem "Grand Prix", betätigte sich als Schauspielerin in Hannover oder produzierte bzw. komponierte in jungen Jahren bereits Theatermusik und ließ ihren interessanten Sound-Ideen als Remixerin freien Lauf. Aber all diese Erfahrungen, Experimente waren nicht genug für eine wie Anna. Mit 24 ging sie für eine Weile nach Island, um zu entdecken, was sie aus sich rausholen kann, wenn sie alleine und total frei ist. Diese Entdeckungen gestalteten sich als enorm interessant und musikalisch und prägen jetzt "Ins Gesicht" offenbar sehr deutlich.Anna präsentiert auf der CD "Ins Gesicht", die auf dem experimentierfreudigen Label Rintintin Musik von Michy Reincke erschien, der offenbar einmal wieder seinem Blick für spannende Markterfrischungen freien Lauf ließ, viel Gefühl, Ehrlichkeit (O-Ton Anna: "Warum haben so viele Menschen Angst, das Ehrlichkeit peinlich sein könnte? Wie stumpfsinnig!") und frische, jazzige sowie poppige Soundelemente und Ohrwürmer, die perfekt auf ihre tiefgründigen Seelen-Texte abgestimmt sind. "Ins Gesicht" erscheint wie ein Tagebuch, das dem Zuhörer nicht nur ins Gesicht, sondern auch heftigst "um die Ohren gehauen" wird. Mutiges Textgut. Nicht jedem Menschen ist es gegeben, seine innersten, hellsten und dunkelsten Gedanken, Momente, Erfahrungen, Träume, Wünsche in Worte zu fassen und dann noch dem Rest der Welt vorzusingen, vor allem in der Form, dass der Zuhörer Annas Songs nicht nur musikalisch, sondern auch wie in einem Filmstreifen wahr nimmt. Beachtenswert zu diesem Album ist, dass diese junge Künstlerin das komplette Werk selbst komponiert, getextet, arrangiert und produziert, teils sogar selbst aufgenommen hat. "Ins Gesicht" verzaubert und überzeugt mit romantischen Streicher-Balladen ("Heimat"), hartnäckig, rockig angehauchten Krachern ("Nimm mich zurück", "Leinenlos"), einem strammen "Tango", Jazz-Chansons ("Ins Gesicht", "So laut"), Pop-Geschichten ("Ausflug") und wundervoll betörenden Instrumental-Stücken ("Streichholz", "Strangut", "Irrlicht"). Anna ist zart, Anna ist hart, Anna singt wie es sonst nur die seltensten Vögel in fernen Ländern können, Annas Stimme ist ein Barometer der Gefühle. Anna erzählt von Heimweh, zerbrochenen Beziehungen, Verliebtheit, Angst, Freude, Ehrlichkeit, all den Dingen, die oft in uns brodeln, die wir uns aber nicht trauen, frei zu lassen, heraus zu schrei(b)en, zu singen, zu tanzen. Anna tut das. Einfach so. Ohne darüber nachzudenken, sich drum zu kümmern, was andere dazu sagen, wie andere darüber denken. Go with the flow and grow. Eine an sich so einfache Maxime. Ein Album, das man durchaus als warme, hell erleuchtende Gutenachtgeschichte abspielen kann. Allerdings ersetzt "Ins Gesicht" in CD-Format Annas Live-Auftritte keinesfalls. Wer Anna einmal real und in Farbe erlebt und gehört hat, ist verkauft und eingetütet. Wenn sie auf einem Barhocker relaxt Platz nimmt, lächelt und die hohen Töne förmlich mit den Händen aus dem Himmel zieht, ist es um all die Menschen, die auch ein gläsernes Herz besitzen, sich nur nicht trauen, das Licht darin anzuknipsen, geschehen. Ein optimaler Stimmungsbegleiter für alle Lebenslagen, zeitlos und wiedererkennbar. Anspieltipps: Nimm mich zurück Tango Ins Gesicht Ausflug Leinenlos
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