Tja, das waren noch Zeiten, als Carlos Santana seine Fans so richtig polarisierte. Den einen war es nicht recht, wenn er den Pfad des Latin-Rock verließ, anderen konnte es nicht meditativ genug sein, die nächste Gruppe mochte die Ausflüge in den Fusion-Jazz gar nicht und dann kam mit "Inner Secrets" ein Album, welches tanzbar und mit Disco-Rhythmik daherkam, - Frevel! Dabei hagelt es hier nur so von der Rhythmus-Abteilung, Santanas Gitarre klingt schön und gar nicht langweilig und mit Greg Walker ist auch ein akzeptabler Sänger dabei. Und Chris Solberg an der Orgel und zweiten Gitarre sollte nicht vergessen werden, vor allem wenn er sich mit Carlos Santana fetzige Duelle liefert. Zwei Cover-Versionen ragen heraus, "Well All Right", welches ganz alte Leute von Buddy Holly her kennen sollten (andere kennen die Version von Blind Faith), und die Traffic-Nummer "Dealer", hier verwoben mit Santanas "Spanish Rose". "One Chain (Don't Make no Prison)" war im Original kürzer und im Kontext zum restlichen Album passender abgemischt, - dafür den Punktabzug. Nichtsdestotrotz ist die hier enthaltene 7:13-Version eine tolle Tanznummer, die als Bonus-Track sicher gerne gehört worden wäre.