Der Begriff der Medien hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Aufstieg erfahren. Nicht nur in der Publizistik oder Medienwissenschaft im engeren Sinn, auch in der Philosophie, der Linguistik, und nicht zuletzt den vielgestaltigen Kulturwissenschaften firmiert das „Medium" und das „Mediale" als neuer Grundbegriff in Begründung. So sprechen manche, in Anlehnung an den linguistic turn, bereits von einer medienwissenschaftlichen Wende.
Die vorliegende Publikation macht es sich zur Aufgabe, diese Entwicklung zu reflektieren. Der Begriff „Mediologie", bereits in den 80er Jahren von dem prominenten französischen Theoretiker Régis Debray geprägt, dient hierbei als Aufhänger und als Leitmetapher: Ausgehend von einem Text Debrays (der erste Teil seines Buches Transmettre) werden unter „Mediologie" Versuche verstanden, das reziproke Verhältnis von kulturellen Repräsentationen auf der einen und ihren materiell-technischen sowie sozial-institutionellen Bedingungen oder „Milieus" auf der anderen Seite zu erfassen.
Dieses theoretische Anliegen wird anhand eines Ausschnitts zeitgenössischer Alltagskultur fokussiert: dem Verhältnis der Menschen zu den/ihren „Dingen". Das Buch widmet sich den vielen Dingen , mit denen wir vernetzt leben, unseren Alltag verbringen, mit denen wir wohnen, die wir einkaufen, verbrauchen und gebrauchen. Das folgt wohl einer „mediologischen" Inspiration: nicht primär nach der symbolischen Ordnung fragen, nach den feinen Unterschieden, den Identitäten oder der Macht, sondern nach dem, was Dinge tun, und wie wir uns mit ihnen verbinden.