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Die Inkas. Prinzessin der Sonne.
 
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Die Inkas. Prinzessin der Sonne. [Taschenbuch]

Antoine B. Daniel , Andrea Alvermann
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In den Wirren des spanischen Eroberungskrieges begegnen sich die Inka-Prinzessin Anamaya und Gabriel, ein junger adliger Gefolgsmann des großen Konquistadors Pizarro. Mitreißend erzählt Antoine B. Daniel die Geschichte einer bedingungslosen Liebe, die allen Widrigkeiten trotzt. Er entführt den Leser in die Welt einer versunkenen Hochkultur und macht ihn zum Augenzeugen eines dramatischen historischen Augenblicks: des Einbruchs der westlichen Zivilisation in eine Kultur, deren verblüffender Reichtum Ausdruck eines religiösen Strebens nach Vollkommenheit ist.

Der Verlag über das Buch

Der erste Teil der großen Inka-Trilogie entführt den Leser in eine exotische Welt, er lässt die erhabenen Landschaften Perus und die sagenumwobenen Orte einer versunkenen Hochkultur lebendig werden, verknüpft auf elegante Weise große und kleine Geschichte, Magie und Wirklichkeit, Wahrheit und Fiktion und fesselt mit einer großartigen Liebesgeschichte. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Antoine B. Daniel ist ein Pseudonym für die Autoren Antoine Audouard und Jan-Daniel Baltassat. Beim Entwurf der Geschichte und den Recherchen half ihnen der Inka-Spezialist Bertrand Houette. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Auszug aus Die Inkas von Antoine B. Daniel, deutsche Übersetzung von Andrea Alvermann. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Aus Kapitel 1:

Umgebung von Pocona*,
Dezember 1526
* heutiges Bolivien

An ihre Mutter geschmiegt, wacht Anamaya plötzlich auf und lauscht dem Regen, der auf das Dach der Hütte trommelt.
Es ist noch Nacht, tiefe, undurchdringliche Dschungelnacht. Außer dem prasselnden Regen ist kein anderer Laut zu hören, weder das Knacken der Balken noch die Schreie der Affen oder der Raubtiere, die durch den Wald streichen.
Sie dreht sich auf dem Schilfbett um und sucht die Hand ihrer Mutter. Sie weiß nicht, wovon sie aufgewacht ist.
Sobald sie die Augen öffnet, verwandelt die Dunkelheit die Dachbalken in Schlangen und die Tonkrüge in Monsterfratzen. Schließt sie die Lider wieder, so wird der Lärm des Regens unerträglich. Steinschwere Tropfen scheinen durch das dichte Dach aus Palmzweigen zu dringen und auf ihre Brust zu prasseln.
Ohne ersichtlichen Grund hat sie Angst. Ihr ist schwer ums Herz. Ein riesiger, unverständlicher Schmerz, wie er in Träumen vorkommt. Zitternd zieht sie die Knie an. Sie drückt sich ganz dicht an den Bauch ihrer Mutter und weint lange. Doch über ihre Lippen kommt keine Klage, nicht ein Laut. Dann schläft sie, ohne es zu merken, wieder ein.

Im ersten Licht der aufgehenden Sonne hat sie die Albträume vergessen. Sie springt mit einem Satz auf, huscht zwischen den Hängematten hindurch und tritt in den verlassenen Hof.
Es ist ein ganz kleines, in die Unendlichkeit des Dschungels eingebettetes Dorf. Eine hohe Palisade aus spitz zugeschnittenen Rundhölzern umgibt und schützt die vier großen Gemeinschaftshütten, die den Platz in der Mitte umschließen. Er ist leer und es regnet nicht mehr. Doch die Luft ist heiß und klebrig. Der eintönig graue Himmel spiegelt sich in den langen, schlammigen Pfützen, die zwischen den hohen Gräsern glitzern.
Anamaya zerdrückt eine Mücke auf ihrem Arm. Wie kleine flüchtige durchsichtige Wolken durchschwärmen sie im Zickzack die feuchte Luft.
Mit wenigen hüpfenden Schritten erreicht sie die Holzpalisade und geht zu dem Posten, der am Tor Wache hält. Der Krieger ist ein junger Mann. Wie alle Dorfbewohner, wie alle Chiriguanos, »die-die-Kälte-fürchten«, ist er nur mit einem Stoffschurz um die Hüften bekleidet. Kinn und Wangen sind mit schwarzen und grünen Zeichen bemalt, die Stirn bis hinauf zum wohlgerundeten Schädel ist rasiert. Seine Haut hat den gleichen leuchtenden Ockerton wie die schlammige Erde des Dorfes, und die glitzernden Perlen seiner langen Türkiskette heben sich strahlend von seiner Brust ab.
Er ist halb eingeschlafen und wacht erschrocken auf, als Anamaya das Wasser einer Pfütze aufspritzen lässt. Sofort zielt er mit seiner Lanze auf sie und bricht dann in Lachen aus:
»Was machst denn du um diese Zeit draußen, dicke Mücke ?«
»Ich helfe dir, das Dorf zu beschützen«, antwortet Anamaya ernsthaft.
Der Krieger hört auf zu lachen und nickt streng:
»Gute Idee! Wenn die Inkas merken, dass du bei mir bist, werden sie es niemals wagen, uns anzugreifen!«
»Nie! Das ist mal sicher! - Also lässt du mich hinaus?«
Der junge Krieger lacht erneut hell auf und gibt ihr einen kleinen Stups zwischen die Rippen:
» Lauf, Mücke. Aber geh nicht zu weit, sonst taucht mir deine Mutter den Kopf in ihren Flüchekrug!«, scherzt er und löst die Liane, die eine schwere Torwand aus Rundhölzern hält.
Anamaya gleitet durch die Öffnung und rennt zum Wald.
Sie kümmert sich nicht um die Dornen, die sich in ihrem Schurz verhaken. Sie springt zu einer Lichtung, ihre nackten Füße fliegen über die bunten Blumen.
Als sie den großen Tümpel erreicht, streckt sie die Arme aus und springt mit einem Satz hinein: Ihr junger Körper ist ebenso weich und nachgiebig wie das Wasser selbst. Einen Moment lang genießt sie nur die eigenen Bewegungen. Sie gleitet zu dem tief hängenden Zweig eines Cissus, den sie schwungvoll ergreift, um sich daran zu hängen und behände wie ein Äffchen hoch zu ziehen.
Unter ihr verschwimmt ihr Spiegelbild und fügt sich dann in dem ruhiger werdenden Wasser wieder zusammen. Es ist das Bild eines für seine zehn Jahre schon großen Mädchens. Allerdings sehr viel größer und mit hellerer Haut als die anderen Mädchen im Dorf. Auch Anamayas Stirn ist flacher. Ihr fast spitzes, willensstarkes Kinn macht ihr Gesicht länglich. Doch am meisten hasst sie ihre viel zu lange Nase, die sehr viel dünner ist als die der kleinen Chiriguano-Mädchen. Selbst ihr Mund ist anders, schmaler, mit fein geschwungenen, aber nicht sehr dicken Lippen.
Und dann sind da vor allem ihre Augen.
Mit geschlossenen Lidern platscht sie mit den Füßen auf das Wasser, lässt es aufspritzen und verwischt ihr Spiegelbild.
Warum sieht sie so aus ? Im Dorf erzählt man sich so einiges, doch ihre Mutter spricht nie mit ihr darüber.
Ihre Mutter! - Plötzlich möchte sie sie sehen, sie berühren. Möchte es so sehr, dass sie Bauchschmerzen bekommt.
Sie ruft lachend den Namen ihrer Mutter, der von dem dichten Blätterwerk zurückgeworfen wird und springt von dem Cissusast. So schnell sie ihre Beine tragen, läuft sie mit vor Liebe klopfendem Herzen zum Dorf. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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