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Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches
 
 
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Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches [Taschenbuch]

Michel Henry , Rolf Kühn
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Verlag Karl Alber; Auflage: 3 (25. September 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349548051X
  • ISBN-13: 978-3495480519
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 14,1 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 769.485 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michel Henry
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

„Und das Wort ist Fleisch geworden." An dieser unvorstellbaren Behauptung hat sich das Geschick des Christentums die Jahrhunderte hindurch entschieden. Michel Henry fragt nun im Zuge einer radikalphänomenologischen Aufklärung des Leibes: Wie muss das Fleisch beschaffen sein, um überhaupt Offenbarung sein zu können? Und was muss die Offenbarung sein, damit sie sich als Fleisch vollzieht? In prinzipieller Auseinandersetzung mit dem phänomenologischen Denken von Maine de Biran bis Merleau-Ponty über Husserl und Heidegger wird deutlich, was Existenz im Fleisch heißt, was „Inkarnation" als fleischliches Leibsein bedeutet: das Fleisch als originär subjektiver Leib ist nicht der sichtbare Körper, sondern die Bedingung, um das Leibsein als Lebendigsein überhaupt zu erfahren.

Über den Autor

Michel Henry (1922-2002), Studium der Philosophie, Teilnahme am französischen Widerstand im Zweiten Weltkrieg, Ordinarius für Philosophie an der Universität Montpellier bis 1987. Maßgebliche Werke in zahlreichen Übersetzungen über das rein phänomenologische Leben als Selbsterscheinen, Affektivität, Leiblichkeit, Produktion, Trieb und Ästhetik; außerdem literarisches Schaffen als Romanschriftsteller. Henry ist einer der bedeutendsten phänomenologischen Vordenker.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwischen Philosophie und Theologie, 5. Oktober 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches (Taschenbuch)
Der Titel dieses Buches erweckt zunächst den Eindruck, als handle es sich bei diesem Werk des vor wenigen Jahren (2002) verstorbenen französischen Denkers um eine theologische Arbeit. Doch der Autor macht im Untertitel sogleich deutlich, dass es ihm in methodischer Hinsicht zunächst um eine philosophische Aufklärung des Fleisches geht. So ist auch das zuerst behandelte Thema in "Inkarnation" die Kritik der phänomenologischen Philosophie in der Tradition Edmund Husserls (I. Der Umsturz der Phänomenologie).
Jedoch wird die Thematik hier keineswegs auf Spezialprobleme der phänomenologischen Forschung enggeführt. Vielmehr will Henry gleichsam die Aporie eines jeden Denkens aufzeigen, welches sich nicht zuerst auf der Gewissheit des Lebens, sondern auf der Evidenz des Welterscheinens gründet. In diesem Sinne vollzieht seine Kritik "die Bewegung jenes Denkens", wie Henry sagt, "welches versteht, was vor im kommt: die Selbstgebung des absoluten Lebens, in der dieses selbst in sich ankünftig wird. Der Umsturz der Phänomenologie denkt den Vorrang des Lebens über das (vor-stellende) Denken." Das Lebenserscheinen ist gegenüber dem Welterscheinen für den Franzosen ein eigener, ursprünglicher Modus des Erscheinens. Entsprechend kennt die Henrysche Phänomenologie auch eine rein phänomenologische Materie des Lebens, welche er das "Fleisch" nennt (II. Phänomenologie des Fleisches). Da jeder Lebendige in seinem fleischlichen Leben eine apriorische Möglichkeit verwirklicht, spricht Henry bezüglich u.a. in Anlehnung an Meister Eckhart von einer "Ur-Offenbarung", einem primordialen "In-sich-kommen" des absoluten Lebens in ein "Ur-Fleisch".
Das Leben kann der einzelne nie aus sich heraus erschaffen, sondern nur als Gabe ("donation") in der Materie seines pathischen Fleisches annehmen. Als solche bleibt die Lebensgabe wesentlich unverfügbar. Die reine Tatsache, dass wir leben, steht nicht in unserer Macht. Daher begleitet uns als Lebendige stets eine zumindest latente Angst, leben zu können, welche durch das Erscheinen eines lebendigen Anderen in der Regel noch verdoppelt wird. Henry zeichnet hier in Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Analysen Kierkegaards den Weg des Menschen zur Sünde nach. Dagegen legt der Autor am Ende seines Essays einen Ansatz vor, die Heilsperspektive des Christentums (und an ganz zentraler Stelle den kirchlichen Begriff des "mystischen Leibes Christi" verstanden als Mitpathos der Offenbarung des Lebens) in einen radikal phänomenologischen Sinne, d. h. aufgrund der reinen Affektivität des sich selbsterprobenden Lebens zu verstehen (III. Phänomenologie der Inkarnation: das Heil im christlichen Sinne).

Michel Henry gelingt es in "Inkarnation" in einer der Situation des gegenwärtigen Menschen angemessenen Weise aufzuzeigen, wie die Offenbarung Gottes als Wort des Lebens sich einer subjektiv-leiblichen Erfahrung vermittelt.

Mit seiner hervorragenden Übersetzung dieses im Jahr 2000 erstmals auf Französisch erschienen Werkes trug Rolf Kühn entschieden dazu bei, das Denken Michel Henrys im deutschen Sprachraum bekannt zu machen. Ebenfalls in deutscher Übersetzung liegen von Michel Henry vor: Radikale Lebensphänomenologie. Ausgewählte Studien zur Phänomenologie. Hrsg. von Rolf Kühn (Alber-Verlag 1992); Die Barbarei. Eine phänomenologische Kulturkritik (Alber-Verlag 1994); Ich bin die Wahrheit. Für eine Philosophie des Christentums (Alber-Verlag 1999). Affektivität und Subjektivität. Lebensphänomenologische Beiträge zur Psychologie und Phänomenologie des Menschen. Hrsg. von Rolf Kühn (Alber-Verlag 2005).

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zwischen Philosophie und Theologie, 5. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Inkarnation: Eine Philosophie des Fleisches (Taschenbuch)
Der Titel dieses Buches erweckt zunächst den Eindruck, als handle es sich bei diesem Werk des vor wenigen Jahren (2002) verstorbenen französischen Denkers um eine theologische Arbeit. Doch der Autor macht im Untertitel sogleich deutlich, dass es ihm in methodischer Hinsicht zunächst um eine philosophische Aufklärung des Fleisches geht. So ist auch das zuerst behandelte Thema in „Inkarnation“ die Kritik der phänomenologischen Philosophie in der Tradition Edmund Husserls (I. Der Umsturz der Phänomenologie).
Jedoch wird die Thematik hier keineswegs auf Spezialprobleme der phänomenologischen Forschung enggeführt. Vielmehr will Henry gleichsam die Aporie eines jeden Denkens aufzeigen, welches sich nicht zuerst auf der Gewissheit des Lebens, sondern auf der Evidenz des Welterscheinens gründet. In diesem Sinne vollzieht seine Kritik „die Bewegung jenes Denkens“, wie Henry sagt, „welches versteht, was vor im kommt: die Selbstgebung des absoluten Lebens, in der dieses selbst in sich ankünftig wird. Der Umsturz der Phänomenologie denkt den Vorrang des Lebens über das (vor-stellende) Denken.“ Das Lebenserscheinen ist gegenüber dem Welterscheinen für den Franzosen ein eigener, ursprünglicher Modus des Erscheinens. Entsprechend kennt die Henrysche Phänomenologie auch eine rein phänomenologische Materie des Lebens, welche er das „Fleisch“ nennt (II. Phänomenologie des Fleisches). Da jeder Lebendige in seinem fleischlichen Leben eine apriorische Möglichkeit verwirklicht, spricht Henry bezüglich u.a. in Anlehnung an Meister Eckhart von einer „Ur-Offenbarung“, einem primordialen „In-sich-kommen“ des absoluten Lebens in ein „Ur-Fleisch“.
Das Leben kann der einzelne nie aus sich heraus erschaffen, sondern nur als Gabe („donation“) in der Materie seines pathischen Fleisches annehmen. Als solche bleibt die Lebensgabe wesentlich unverfügbar. Die reine Tatsache, dass wir leben, steht nicht in unserer Macht. Daher begleitet uns als Lebendige stets eine zumindest latente Angst, leben zu können, welche durch das Erscheinen eines lebendigen Anderen in der Regel noch verdoppelt wird. Henry zeichnet hier in Auseinandersetzung mit den diesbezüglichen Analysen Kierkegaards den Weg des Menschen zur Sünde nach. Dagegen legt der Autor am Ende seines Essays einen Ansatz vor, die Heilsperspektive des Christentums (und an ganz zentraler Stelle den kirchlichen Begriff des „mystischen Leibes Christi“ verstanden als Mitpathos der Offenbarung des Lebens) in einen radikal phänomenologischen Sinne, d. h. aufgrund der reinen Affektivität des sich selbsterprobenden Lebens zu verstehen (III. Phänomenologie der Inkarnation: das Heil im christlichen Sinne).

Michel Henry gelingt es in „Inkarnation“ in einer der Situation des gegenwärtigen Menschen angemessenen Weise aufzuzeigen, wie die Offenbarung Gottes als Wort des Lebens sich einer subjektiv-leiblichen Erfahrung vermittelt.

Mit seiner hervorragenden Übersetzung dieses im Jahr 2000 erstmals auf Französisch erschienen Werkes trug Rolf Kühn entschieden dazu bei, das Denken Michel Henrys im deutschen Sprachraum bekannt zu machen. Ebenfalls in deutscher Übersetzung liegen von Michel Henry vor: Radikale Lebensphänomenologie. Ausgewählte Studien zur Phänomenologie. Hrsg. von Rolf Kühn (Alber-Verlag 1992); Die Barbarei. Eine phänomenologische Kulturkritik (Alber-Verlag 1994); Ich bin die Wahrheit. Für eine Philosophie des Christentums (Alber-Verlag 1999). Affektivität und Subjektivität. Lebensphänomenologische Beiträge zur Psychologie und Phänomenologie des Menschen. Hrsg. von Rolf Kühn (Alber-Verlag 2005).

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