"Wir müssen die Geschichte betrachten, um uns selbst zu erkennen."
(Dirk Pitt)
Im Jahre 1532 wurde der 13. Herrscher der Inka, Atahualpa, wegen Mordes an seinem Bruder Huáscar, Konspiration gegen den spanischen König, Götzendienst und Polygamie von einem Kriegsgericht des Conqistadore Hernando Pizarro zum Tode durch Verbrennen verurteilt und im Jahr darauf zum Tod durch Erdrosseln "begnadigt" und hingerichtet.........
...... hier endet die über 300 Jahre lange Geschichte des Inkareiches und beginnen die Legenden....
Die Mitarbeiter der NUMA (National Underwater and Marine Agency = Cussler's "maritimes Gegenstück" zur NASA), allen voran der Leiter für Spezialprojekte Dirk Pitt und sein Freund und Kollege Albert "Al" Giordino agieren diesmal hauptsächlich außerhalb ihres vertrauten Elementes. Eine brisante Schatzsuche (lt. NUMA-Boss Admiral James Sandecker "ein bezahlter Urlaub"), bei der sie sich mit den "Solpemachaco", einem skrupellosen Verbrechersyndikat herumschlagen müssen, führt sie vom blauen Pazifik in die peruanischen Anden, den Regenwald Ecuadors und schließlich die Sonorawüste der Baja California......
Clive Cussler ist (wie immer) in einer kleinen Rolle, diesmal als weitgereister Barbesitzer und Koch des "Box Car Café" in Arizona, das in einem alten Waggon der Southern Pacific Lines eingerichtet ist, mit von der Partie. Auch diesmal hat Dirk Pitt das Gefühl, dass ihm dieser Eigentümer eines Packesels namens "Periwinkle" bekannt vorkommt......
"Inka-Gold" kann gegenüber den anderen Geschichten um Dirk Pitt und die NUMA eher als Archäologieabenteuer bezeichnet werden, da bei der actionreichen Suche nach präkolumbianischen Artefakten Cussler's andere klassischen Romanelemente, wie Hightech und Science Fiction eher in den den Hintergrund treten. Es gibt jedoch reichlich Zutaten aus den Bereichen Geschichte, Ethnologie, Mythenbildung und fahrenden, fliegenden und schwimmenden "Oldtimervehikels". Der Leser erhält Information über die sagenhaften Quipas (Knotenschnüre) und den Totenkult der Inkas und erfährt einiges über das rätselhafte, hellhäutige und großwüchsige Volk der Chachapoyas (Wolkenmenschen) und seiner eigentümlichen Architektur mit runden Gebäuden im peruanischen Nebelwald. Auch die Diffusionstheorie für die präkolumbianische Zeit, nach der es einen Austausch zwischen den Kontinenten gegeben habe, und einer ihrer Hauptvertreter, Thor Heyerdahl, wird angesprochen. Bei Cussler kam jedoch der sagenhafte König Naymlab nicht mit Balsaflössen aus dem Norden nach Peru, sondern fuhr als General des ermordeten Inka Huáscar zu Sicherung dessen Vermächtnisses in die entgegengesetzte Richtung und liefert dadurch den Anstoß für die Legende von Eldorado. Bei der Romanrolle des englischen Freibeuters Sir Francis Drake, der auf Kaperfahrt mit seiner "Golden Hind" im Jahre 1577 erstmals als "Nichtspanier" in den Pazifik gelangte, sind jedoch (wie oftmals bei Cussler) die Grenzen zwischen Geschichte und Dichtung fließend.
Der unter seinem Originaltitel von 1994 erschienene 12. Roman (von bisher insgesamt 19) um Pitt, Giordino und ihren altbekannten Kollegen und Freunden bietet neben Spannung und Action auch reichlich Information, die zusätzlich durch informative Landkarten und Illustrationen visualisiert wird. Dafür gibt es 4 Amazonsterne.