Mors Principium est ist für mich das fehlende Glied zwischen Melodic death metal und symphonischem Black Metal. Ohne natürlich in die Gefilden des Black Metals abzurutschen, liefern die sechs Finnen hier einen nie da gewesenen Mix aus typischem Gothenburg Death Metal, gepaart mit wirklich bombastischen Keyboards und epischen Melodien, ohne das die Keyboards stark im Vordergrund stehen. Sie sind recht dezent, sind dennoch unheimlich richtungsweisend. Mit Another Creation fetzen die sechs Mannen sofort recht flott los. Die typischen doppelläufigen Gitarren werden begleitet von herrlichen Keyboards, die eine wirklich geile Stimmung erzeugen. Der Sologitarrist legt hier eins der vielen auf diesem Album vorkommenden fantastischen Soli hin. Eternity's child ist der beste Song der Band überhaupt. Ein solcher Bombast ist einfach Wahnsinn. Ein super Gitarrenthema ist von sehr epischen und sphärischen Keyboards untermalt. Ein tolles Thema folgt dem anderen, besonders gut ist der Refrain. An diesem Song merkt man, dass MPE ganz leicht den Thron des Melodic deeath metal erstürmen könnte. Wo Bands wie In flames oder Dark tranquillity sich nicht weiter trauen, da fangen MPE eben mit solchen Songs wie Eternity's child erst an. Natürlich erklingt auch in diesem Meisterwerkssong ein Klasse Gitarrensolo. Etwas schneller und mit mehr wilden Rhythmen geht's in In my words weiter. Doch nach der zweiten Refrainwiederholung wird's wieder sehr episch, es folgt natürlich auch ein Gitarrensolo. Inhumanity ist ein typischer Gothenburg-Stil-Song, lediglich das Gitarrensolo bringt diesen unvergleichbaren Bombast mit sich, auf den MPE setzt. D.I.B ist wieder sehr flott, auch sehr episch und wirklich Klasse. The lust called knowledge ist ein weiterer Meisterwerkssong, er beginnt mit dezenten Piano- und Keyboardklängen, dann fetzen brettdicke Gitarren los. Der ganze Song bleibt in dieser geheimnisvollen, bombastischen Stimmung, im Refrain geht's allerdings etwas wilder und epischer zur Sache. Oblivion ist eine Instrumentalnummer, die zunächst nur mit Akustikgitarren gespielt ist, erst gegen Ende setzen Drums, Bass und E-Gitarren ein. Fast nahtlos geht es über in Life in black, einem weiteren Meisterwerk, beginnend mit mitreißenden Gitarren, darüber ein tolles Solothema. Hier hat das Keyboard dann mal ausnahmsweise ein führendes Thema während der Strophen. Das herrliche Anfangsthema zieht sich durch den ganzen Song, so dass man eigentlich die ganze Zeit mit dem Kopf bangen möchte. Last apprentice ist sehr schnell gehalten, setzt auf die typischen Bombastkeyboards und schnelle, breite Gitarrenriffs. Into Illusion ist der einzige Song, der langsam gehalten ist. Er hat Eigenschaften einer Ballade, so erklingt er auch recht traurig, besonders während der Strophen, wo Gitarrist Haukio mal kurz ein paar clean-vocal Parts erklingen lässt, begleitet von epischen Keyboards und einem traurigen Gitarrenthema. Das alles wirkt herrlich schwermütig. Richtig krachen lassen es die sechs Finnen dann noch mal mit dem Gitarrensolo.
Ein wirkliches Meisterwerk, das Größen wie In flames, Dark Tranquillity und wie sie alle heißen erblassen lässt. Von MPE könnten die sich einiges mal abschneiden. MPE ist für mich die Spitze des Melodic death metals.