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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Konstruktionsfehler,
Von
Rezension bezieht sich auf: Inherent Vice (Gebundene Ausgabe)
"Inherent Vice" ist einer der kürzeren und zugänglicheren Romane von Thomas Pynchon. Seine thematische Nähe zu dem früheren Roman Vineland fällt sofort auf. Vineland spielt 1984, "Inherent Vice" 1970. Beide Romane befassen sich mit den Hoffnungen, dem Zerfall und Scheitern der Gegenkultur der neunzehnhundertsechziger Jahre."Inherent Vice" beginnt wie ein gängiger Kriminalroman, eine schöne Frau und frühere Geliebte, Shasta Fay Hepworth, taucht im Büro des Privatdetektives Larry "Doc" Sportello auf. Kurz darauf ist sie verschwunden, ebenso der Imobilientycoon Mickey Wolfmann. Doc macht sich auf die Suche nach den beiden und damit auf den Weg in die Unterwelt des American Dream. Die Romane von Thomas Pynchon können alle auch als moralische Parabeln gelesen werden und der Titel seines neuen Romans "Inherent Vice" legt dies nahe wie keiner zuvor. "Inherent Vice" könnte man salopp mit "Konstruktionsfehler" übersetzen, "Vice" ist aber auch "das Laster" und "der Schraubstock", beide dazu angetan unerbittlich festzuhalten. Der Titel wird in diesem Sinn auch an einer Stelle (S. 351) thematisiert, der Protagonist des Romans Larry "Doc" Sportello, Privatdetektiv in Los Angeles, schaut sich die Vergrößerungen von Aufnahmen an, die einen maskierten Killer zeigen und erinnert sich dabei an ein Gespräch mit seinem Anwalt Sauncho Smilax über die Frage wann und weshalb der Amerikanische Traum zum Alptraum aus Gier, Gewalt, Korruption und Zerstörung wurde. Dieser melancholische Blick auf die Geschichte, vor allem der neuzehnhundertsechziger Jahre, der Hippiebewegung und der Studentenrebellion, speziell in Südkalifornien, ist charakteristisch für Thomas Pynchon. Da spricht verletzte Liebe zu einem Land, das trotz allem irgendwie doch das beste auf Erden ist, das Land, dessen Unabhängigkeitserklärung bereits seit 1776 "Life, liberty, and the pursuit of happiness" als unveräußerliches Recht des einzelnen Menschen garantiert. Treulos optimistisch verrät folgerichtig die Kunst von Thomas Pynchon immer wieder "die vermeintliche Unendlichkeit der Hoffnungsleere", greift zum Joint und springt ins Burleske, zitiert Gassenhauer und die Populärkultur, riskiert Kalauer, mäandert durchs Pantastische und feiert Auferstehung durch Imagination. "Inherent Vice" ist ein für Pynchon-Fans sowieso unverzichtbares Buch und für diejenigen, die sich bisher nicht an einen Pynchon herangetraut haben, ein guter Einstieg in die Lektüre. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Can you tell me, please, where is reality?" (232),
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Inherent Vice (Gebundene Ausgabe)
Das große Mysterium der amerikanischen Literaturgeschichte hat wieder zugeschlagen. Thomas Pynchon, von dem des keine aktuellen Fotos gibt, und der in zwei Episoden der Simpsons mit einer Tüte über dem Kopf Gastauftritte hat, hat mit "Inherent Vice" seinen erst siebten Roman in mehr als 40 Jahren vorgelegt. Und Fans und Kritiker zeigten sich überrascht. Wohingegen Pynchons geniale Meisterwerke Gravity's Rainbow und Against the Day eigene Welten erschaffen haben und den Leser vor große Herausforderungen gestellt haben, kommt "Inherent Vice" augenscheinlich recht konventionell daher und lässt sich für Pynchon-Verhältnisse leicht lesen. Doch Pynchon wäre nicht Pynchon, wenn er lediglich auf solch einer oberflächlichen Ebene agieren würde. Auch sein neuer Roman stellt die Leser, die sich nicht von der ersten Ebene einlullen lassen, vor große Herausforderungen und dekonstruiert eine ganze Epoche amerikanischer Geschichte.Los Angeles, Kalifornien, Ende der sechziger Jahre. Der permanent bekiffte Privatdetektiv Doc Sportello erhält Besuch von seiner Ex-Freundin. Sie bittet Doc, ihren derzeitigen Liebhaber, den millionenschweren Immobilienhai Mickey Wolfman, wiederzufinden, da er spurlos verschwunden ist. Bereits wenig später wird Doc bei seinen Nachforschungen niedergeschlagen und wacht neben einer Leiche sowie der ermittelnden Polizei von LA auf. Der Polizist "Bigfoot" Bjornson rückt Doc seit diesem Zeitpunkt nicht mehr von der Pelle. Im weiteren Verlauf der Handlung bekommt es Doc mit einer manigfaltigen Flut von Charakteren zu tun, von sexsüchtigen Männern und Frauen, Auftragskillern, mysteriösen Zahnärzten bis hin zu auseinandergerissen Familien mitsamt ihren tragischen Biografien. "Inherent Vice" ist viel mehr als eine Detektivgeschichte. Bei dieser Reise durch das drogengeschwängerte Amerika der Hippiejahre entlarvt der Roman viele liebgewonnen Mythen dieses Zeitalters, die mit love and peace wenig zu tun haben. Und genau hier bekommen wir es wieder mit den für Pynchon so typischen Themen und Motiven zu tun: Menschen verschwinden plötzlich aus einer Welt, die sie nicht mehr zu erfassen in der Lage sind. Nahezu alle Charaktere sind paranoid und leben ein Leben im ständigen Verfolgungswahn: "I have lost reality. Can you tell me, please, where is reality?" (232) fragen sich die Personen der Handlung. Am Ende haftet dem Hippiezeitalter nichts mythisch-magisches mehr an. Es ist nicht mehr als ein weiterer Abschnitt in der Geschichte der Menschheit, in der jedes einzelne Individuum versucht, einen Sinn in das von vornherein Sinnlose zu konstruieren. Fazit: Ein untypischer Pynchon, der Fans aber keineswegs enttäuscht und sich gleichzeitig auch für Einsteiger eignet. Hinter der zugänglichen Oberfläche wirft Pynchon einen Blick auf die Versuche des Menschen, sich und ihrer Existenz einen wie auch immer gearteten Sinn zu verleihen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Makes me regret I was only just born in '70,
Rezension bezieht sich auf: Inherent Vice (Gebundene Ausgabe)
Those were the days. People spent their time smoking, doing acid, rocking out, making love, generally having a good time. Oh yeah, and solving the odd murder and conspiracy case too, if they happened to be a hippie private investigator. 1970, the summer of love is over, California still hazed in a psychedelic fog, governed by Ronald Reagan, so you never know if your paranoia is drug induced or for real.Thomas Pynchon, who usually takes about a decade to write a book, wrote this novel down in a mere three years or so. The result is not the usual tome with a dozen, sometimes merging, sometimes almost mystically intertwining plot threads, but an almost straightforward, if sometimes confusing like a doper's dream, detective story. Knowing Pynchon, I might have been disappointed by the lack of complexity - if only this book wasn't so damn good anyway. I read it in two short days, and while Pynchon novels usually supply me with reading stuff, thinking material and encyclopedic knowledge for weeks, this book was not so much a step on the road to enlightenment for me, but rather a s**tload of fun. Makes me nostalgic for the late sixties, early seventies. Too bad I hadn't been born back then, I can relate to that time very well. Obviously Pynchon can too, this is his third novel about the era and he really knows his way around. If you never dared to read Pynchon because he has this reputation to be just too difficult to read, but always wanted to, read this book. If you are interested in the history of early seventies subculture in the US, read this book. If you like a good yarn, intelligent entertainment and offhand, deadpan humor, read it. In fact, read it no matter what. Or wait, stay away from it if you're offended by explicit content. In other words, if you're square, "Inherent Vice" is not for you. If you're hip, get and read it, like, right now, man. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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