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Ingrid Caven
  
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Ingrid Caven [Ledereinband]

Jean-Jacques Schuhl
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Ledereinband
  • Verlag: Eichborn Verlag Ag (2000)
  • ISBN-10: 3821846054
  • ISBN-13: 978-3821846057
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.636.904 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Schlicht, der Titel: Ingrid Caven und ungeahnt die Resonanz: einhelliger Jubel. Jean-Jacques Schuhl, der langjährige Partner von Ingrid Caven, der mehr als zwanzig Jahre schwieg, erhielt im letzten Jahr den Prix Goncourt und ist nun, mit seinen sechzig Jahren, auf einmal ein ganz besonderer Shooting Star der französischen Literatur, ein Autor für eine neue Lesergeneration.

Wer ist Ingrid Caven -- eine Titelgestalt ohne Anagramm, eine Geliebte ohne Eifersucht? Rätselhaft bereits ihre Herkunft: Sie besitzt zwei Geburtsdaten. Sie leidet unter schweren Hautallergien. Sie ist Schauspielerin und Sängerin. 1970 heiratet sie Rainer Werner Fassbinder. Aber: Ingrid Caven ist mehr. Der Name: ein Kostüm. Eines jener Kostüme, die sie als Schauspielerin für Fassbinder und Daniel Schmid trug. Er ist ein Kleid. Das Kleid der Sängerin Caven, das ihr Yves Saint-Laurent direkt auf die Haut schneiderte. Er ist eine Maske, hinter der sie die schrecklichen Allergien mumienartig vor dem blendenden Scheinwerferlicht verbirgt. Kurz: Er ist in jedem Fall ein Mythos, der schnell hinter der anfänglich vermuteten Biografie hervortritt und in eine Welt der Fiktionalität führt: mitten in einen Roman, hinter dem sich eine gesamte Epoche offenbart. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, weshalb Le Monde die Entscheidung der Goncourt-Jury mit dem viel zitierten Satz von der Unverzichtbarkeit dieses Romans, "um das Jahrhundert abzuschließen", feierte.

Ein französischer Schriftsteller erzählt also von bleiernen deutschen Jahren in der Nachkriegszeit. Er klatscht über Ulrike Meinhof und eine drohende Entführung. Er spricht über Künstler und entwirft so puzzleartig ein Porträt der jungen Bundesrepublik, mit Passagen (sympathischer) Deutschtümelei, in der die Caven -- im Laufe der Lektüre längst zu einer literarischen Gestalt geworden -- aufwächst. Das poetische Verfahren ist das einer Collage, die Sprache hochpoetisch und sich augenscheinlich distanzierend von Werbetextern und Popschreibern.

Die Initialzündung war vermutlich ein schmutziger Zettel, den man neben der Leiche von Fassbinder fand und auf dem in 18 Stationen das Leben der Caven mit Stichworten skizziert war. Aber der Roman hat kein Ende, genauso wenig wie er einen Anfang besitzt. Denn er ist (vielleicht aus Hochachtung vor Fassbinder?) wie ein Film voll zerstückelter Szenen. Und genau deshalb kann er keine Biografie sein. Überhaupt: Könnte ein Leben wie das der Caven etwas anderes sein als ein Roman? --Kristina Nenninger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Weihnachten 1943 singt ein kleines Mädchen, vier Jahre alt, Heilige Nacht für die Soldaten der Wehrmacht. In der Ferne detonieren Bomben. Es ist Ingrid Cavens erster Auftritt. Ein halbes Jahrhundert später - inzwischen hat sie in Fassbinders Filmen gespielt und als Sängerin die Pariser und New Yorker Bühnen erobert - gibt sie ein Konzert in der Zitadelle von Jerusalem. In ihrer Kindheit an der Saar von Krankheiten gezeichnet und fast erblindet, zeigt sie sich als Frau im Rampenlicht "mit der Kaltblütigkeit eines Toreros, der Konzentration eines buddhistischen Mönchs und der Vitalität einer Animierdame aus dem Rotlichtmilieu." Sie ist die Heldin eines Romans, dessen Register vom Märchenton bis zum Comic strip, vom Dokumentarischen bis zur Feerie reicht. Bald lakonisch, bald ausschweifend, führt Jean-Jacques Schuhl ein Maskenspiel vor, dem es an schwarzem Humor nicht fehlt und in dessen Hintergrund ein Schrecken lauert, der nicht vergehen will. Neben Rainer Werner Fassbinder, mit dem Ingrid Caven verheiratet war und der kurz vor seinem Tod ein rätselhaftes Manuskript über sie verfaßt hat, treten viele andere auf, die ihren Lebensweg kreuzten: Yves Saint Laurent, ein "jüdischer Hugenotte" namens Charles, Produzenten, Selbstmörder, Süchtige, Stars und Verlierer... Kann eine Frau deutscher sein als Ingrid Caven, die es im Nachkriegsdeutschland nicht ausgehalten hat und ihre Triumphe eher in Frankreich und in Amerika feierte als hier? Mit Schuhls Buch, das in Paris einen riesigen Überraschungserfolg erlebte, kehrt diese Abwesende mit ihrer Stimme, ihrem unverwechselbaren Ton zu uns zurück.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Muse der 68er, 21. November 2002
Ein großartiges Buch über eine einzigartige, extravagante Sängerin - Ingrid Caven. Die Ex-Ehefrau Rainer-Werner Fassbinders steht im Zentrum eines impressionnistischen Romans, dem es gelingt die Platitüden der Biographie zu vermieden und das Wesentliche im Wesen und Wirken der großen Chanteuse aus der saarländische Provinz herauszukehren. Poesie und Mode, schrille Bilder und anrührende Geschichten aus der Kindheit in Saarbrücken -Burbach, das ist nicht unedingt etwas für Leser die an handfesten Fakten interessiert sind. Aber das macht ungemien Lust die Musik der Caven noch einmal zu hören oder wiederzuentdecken.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Genial, 26. Juli 2002
Von Ein Kunde
Schuhl schafft es, den Leser in eine Welt zu ziehen, die den zwischen somnambul und hysterisch changierenden Auftritten der Caven in nichts nachsteht.
Das Buch schafft eine einzigartige Atmosphäre und ist trotz des biografischen Aspekts und vieler privater Details, die der Autor vermittelt, alles andere als eine Künstlerbiografie oder chronique scandaleuse. Ein Roman wie ein Traum.
Love it.
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