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56 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
(Teils) geniale Schauspielkunst, schwächelndes Drehbuch., 31. Januar 2010
- Gespoilert -
Eine Menge Wirbel wurde vorab (mal wieder) über den neuen Film von Quentin T. gemacht. Ein Märchen wird es sein, sagten die einen, ein Kriegsfilm, die anderen. Im Endeffekt wurde es ein typischer Tarantino als Märchen vor Kriegshintergrund.
Zeitlupenaufnahmen, wenns bedrohlich wird (dazu verzerrte Gitarrenakkorde), die Einteilung der Geschichte in verschiedene Kapitel, Red Apple-Zigaretten, lange, aber fesselnde Dialoge - mit div. Tabubrüchen natürlich -, verschiedene Einblendungen, usw ...
Was hat Tarantino richtig gemacht:
* Bunt und international gecastet
* Den Film in verschiedenen Sprachen gehalten, woraus er einen Großteil seiner
Kraft und Faszination (ich persönl. höre das Italienische und Französische
unheimlich gerne, sind einfach schöne Sprachen) und natürlich auch Wirklichkeits-
getreue bezieht
* Die Eigenheiten der verschiedenen Völker gut präsentiert: die fragile, elegante
Französin; der charmante, schmeichelnde Österreicher; der die Konfrontation nicht
scheuende Deutsche; der snobistisch-lässige Engländer ("Na dann nichts wie runter
damit!") und der ein wenig tumbe und immer ein bisschen zu coole Amerikaner.
* Erzeugung von bedrohlicher Stimmung allein durch Dialog
* Das Zeigen der Nazis nicht als gesichtslose Dämonen, wie z.B. Spielberg sie
sieht, sondern als gebildete Kaste (Offiziere) einerseits und tapfere Wehr-
machtssoldaten (Feldwebel Rachtman) andererseits, was der Realität wohl eher
entspricht - speziell "Tapferkeit" ist eine Eigenschaft, die Gegnern der
Amerikaner in amerikanischen Filmen sonst eher selten zuerkannt wird (aber
vielleicht hat hier auch nur die Deutsche Filmförderung ein bisschen
nachgeholfen)
Was hat er falsch gemacht:
* Hitler und Göbbels sind schlecht besetzt. Nicht, weil Wuttke und Groth schlecht
spielen, sondern weil sie ihren Vorbildern einfach zu unähnlich sehen. Hier wurde
in "Der Untergang" und "Operation Walküre" größeres Geschick bewiesen. Beide
werden hier übrigens auch nur als Karikaturen ihrer Vorbilder gezeigt
* Teilweise langatmige und unnötig in die Länge gezogene Szenen
* Kurzes Auflodern und dann wieder langes Abflauen lassen der Spannung
* Den Film m.E. zu wenig gestrafft
* Ein erzwungen korrektes und homogenes und dafür umso unglaubwürdigeres Ende
für DIE Hauptfigur des Filmes, Hans Landa. Gebildet, gerissen und mit messer-
scharfem Intellekt ausgestattet, sowie misstrauisch und skeptisch allem und
jedem gegenüber, begeht er am Schluss diesen dummen, naiven Fehler. Klar, den
auf Judenjagd spezialisierten SS-Oberst ungeschoren davonkommen zu lassen, traut
sich auch ein Quentin Tarantino nicht, trotzdem hätte er sich hier etwas Glaub-
würdigers einfallen lassen können
Zu den Schauspielern:
Allen voran natürlich Christoph Waltz. Was er hier geleistet hat, wird ohne Zweifel Filmgeschichte schreiben. Die Figur, der er hier Leben einhauchte, lässt sich problemlos in die Reihe der überragendsten Filmbösewichte einreihen. Und der Rekord, den er aufstellen wird (Abstauben aller wichtiger Preise mit der ersten(!) Hollywood-Rolle), sobald er im März den Oscar entgegen genommen haben wird, woran ich fest glaube, wird für sehr sehr lange Zeit nicht zu brechen sein. Seine schauspielerische Glanztat hier ist mit Sicherheit für die nächsten Jahre das Maß aller Dinge.
Wogegen Brad Pitt hier natürlich nur verlieren kann. Auch wenn mir seine Fans das jetzt wohl krumm nehmen, aber der Mann lebt ohnehin mehr von seinem Aussehen, denn von seinem schauspielerischen Können. Erschwerend kommt hinzu, dass man ihm seine Lustlosigkeit, den unsymphatischen Proll Aldo Raine zu verkörpern, jederzeit anmerkt, wobei man hier seine privaten Probleme mit Jolie, die er während der Dreharbeiten schon gehabt hat, berücksichtigen sollte.
Mélanie Laurent - ein Name, den man in Zukunft noch öfter hören wird. Eher still und zurückhaltend und doch mit einer starken Präsenz. Diese junge französische Schauspielerin wird zu einer scharfen Konkurrenz für Audrey Tautou und Eva Green werden.
August Diehl als Sturmbannführer Dieter Hellstrom liefert für mich die zweitbeeindruckendste Vorstellung nach Christoph Waltz ab. Geht zu unrecht aufgrund seiner geringen Auftrittszeit ein wenig unter, aber wie er die Kellerbarszene dominiert ist sagenhaft.
Daniel Brühl hat, wie ich meine, eine der dankbarsten Rollen in diesem Film erhalten. Er personifiziert den Star und strahlenden Kriegshelden im Bubigewand, scheinbar unfähig, ein Wässerchen zu trüben und dennoch brandgefährlich.
Eli Roth spielt im Rahmen seiner Möglichkeiten. Die widerliche Figur des "Bärenjuden" ist ohnehin ein großes Minus in diesem Film (man beachte den in US-Filmen so häufig zu sehenden dämlich-peinlichen Baseballspieler-nach-erzieltem-Homerun-Affentanz, den er im Graben aufführt, nachdem er dem deutschen Feldwebel den Schädel eingedroschen hat). Zweifelhaft ist aber vor allem die Person Roth´s, der "Inglourious Basterds" aufgrund seiner Skalpierungsszenen deutscher Wehrmachtssoldaten (nicht SS-Offiziere!) in einer KZ-Gedenkstätte vor anderen Juden als "koscheren Gewaltporno" angepriesen haben soll.
Einen kleinen, aber äußerst feinen Auftritt, der bis jetzt kaum Erwähnung fand, beschert uns Richard Sammel. Mit Feldwebel Werner Rachtman zeigt er uns einen deutschen Soldaten, der alles andere als unsymphatisch und von Natur aus brutal rüber kommt, mit einer Tapferkeit angesichts des nahenden Todes, wie sie sonst nur GIs zusteht. Den Spruch mit den "Saujuden" musste Tarantino dann wohl einbauen, da er sonst kaum eine "Rechtfertigung" für dieses brutale Ende Rachtman´s gefunden hätte.
Für mich noch erwähnenswert Denis Menochet als franz. Milchbauer. Als Konterpart zu Hans Landa annähernd ebenbürtig. Seine innere Beklemmung, als auch sein Versuch diese zu unterdrücken, sind absolut überzeugend, genauso wie sein Weinen.
Alles in allem hat QT bzgl. der Schauspieler einen guten Riecher bewiesen. Der restliche Cast spielt mal besser (Fassbender), mal schlechter (Krüger, Schweiger) und mal so gut wie überhaupt nicht (Burkhard).
Die Ausstattung:
Einem Multimillionen-Dollarfilm entsprechend.
Die Effekte:
Gut plaziert und nie zu aufdringlich.
Die Musik:
Im Stil der anderen QT-Filme (David Bowie mal ausgenommen).
Schlussplädoyer:
Wenn Du trotz der immensen Länge meiner Rezension - aber schließlich geht es hier um Deine sauer verdiente Kohle - bis hierher gelesen hast, dann bedanke ich mich und gebe Dir folgendes mit auf den Weg:
Wenn Du ein QT-Sammler bist, bestelle.
Wenn Du ein Faible für versteckte Details und bestechende Uniformen hast, bestelle.
Wenn Du zT überragende schauspielerische Leistungen sehen willst und Dich nicht von langen Dialogen abschrecken lässt, bestelle.
Wenn es Dir innere Befriedigung verschafft, Hitler von Kugeln durchsiebt zu sehen, leih in Dir aus.
Wenn Du einen knallharten kurzweiligen Actionfilm mit massig Gewaltszenen sehen willst, lass es bleiben.
Wenn Du Deutscher bist und es Dich schmerzt zu sehen, wie tote deutsche Soldaten skalpiert werden, auch.
Und wenn Du hoffst, mit "Inglourious Basterds" ein vom Kaliber her zweites "Pulp Fiction" zu erwerben, sowieso.
Und damit, ganz im Geiste des Filmes:
Auf Wiedersehen. Au revoir. Arrivederci. Good Bye.
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108 von 150 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr gute Blu Ray Umsetzung, 14. Januar 2010
Da ich der Meinung bin, dass eine Bewertung des Films nicht in die Rezension eines Amazon Produktes gehört (dafür gibt es wesentlich bessere Quellen) möchte ich nur kurz auf folgende Merkmale der Blu Ray eingehen:
- Das Bild der Blu Ray ist exzellent und hat absolute Referenzqualität (und zwar nicht im Vergleich zu DVDs, sondern zu den besten Blu Rays)
- Extras sind sehr unterhaltsam, insbesonders der außerordentlich witzge Ausschnitt zu "Stolz der Nation"
- Im Gegensatz zur Amerikanischen Blu Ray, wo eine Szene entfernt wurde, ist der Film hier ungeschnitten
- Und hier hat Universal sehr gut aufgepasst: dadurch dass der Film im Original viersprachig ist (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch) gibt es eine besondere Problematik bei den Untertiteln und Sprachen. Zum Einen hat Universal den Originalton mit allen 4 Sprachen und der (mir im Sinn nicht ganz schlüssigen) Deutschen Synchro, wo nur die Englischen Schauspieler synchronisiert sind, draufgepackt. Zum Anderen bieten die Untertitel eine Vielzahl von verschiedenen Optionen an, die je nach Sprachbegabung des deutschen Zuschauers Sinn machen. So gibt es eine Untertitelspur, wo alles ausser Deutsch untertitelt ist, die Untertitelspur der Internationalen Fassung, wo alles ausser Englisch untertitelt ist, und jetzt kommt es: eine Untertitelspur, wo nur die französischen und italienischen Dialoge untertitelt sind! Für mich persönlich als jemandem, der Deutsch und Englisch sprechen kann (und was wahrscheinlich dem Profil vieler Deutscher O-Ton Gucker etspricht) ist dies genau die Option, auf der ich gehofft habe!
- Und noch als Zuckerle: im Gegensatz zur Amerikanischen Blu Ray sind die Untertitel NICHT im Filmmaster eingebrannt, sondern werden vom Player generiert. Und zwar so, wie sie auch im Kino ausgeschaut haben.
Fazit: die Deutsche Blu Ray ist tatsächlich bisher die beste Veröffentlichung. Universal hat sehr gute Arbeit geleistet!
ERGÄNZUNG: die im Review erwähnten Untertiteloptionen sind nur über die Fernbedienung erreichbar! Die Option "Alles ausser Deutsch untertitelt" ist in Spur Nr. 4 vorhanden, Option "Nur Französisch und Italienisch untertitelt" ist in Spur Nr. 6. Danke an Chris für den Hinweis.
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23 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Typischer Tarantino, Super, 24. Januar 2010
Ein mal den 2. Weltkrieg aus einer völlig anderen -sehr unkonventionellen- Perspektive. Erfrischend anders. Zwar alles andere als wahrheitsgetreu und historisch korrekt, aber doch sehr unterhaltsam, und darauf kam es mir bei diesem Film in erster Linie an. Tarantino in Höchstform!
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