Von geschockt bis begeistert reichten die ersten Reaktionen aus der kent-Fangemeinde zur neuen Single "Ingenting". Nach dem bis zur Perfektion komponierten Gitarrenrock des Albums "Du & jag döden" (2005) und seinem Nachgang, wagte die skandinavische Erfolgsband einen Genresprung zum Elektropop. Discomusik und kent - das waren eigentlich zwei verschiedene Paar Schuhe, aber bei genauerer Betrachtung liegt "Ingenting" gar nicht so fern von früheren Stücken wie "Musik Non Stop" oder "FF". Die Synthesizer sind zurückgekehrt, Akkustikgitarren aus dem Repertoire verschwunden, so wie auch Harri Mänty, der sich wohl nicht so recht mit dem musikalischen Wandel abfinden konnte. Vielleicht verhielt er konsequent? Oder sollte man kent vielmehr Konsequenz in der Weiterentwicklung ihrer Musik bescheinigen? Viele Bands schaffen es jedenfalls nicht, sich mit jedem Album neu zu erfinden. Allen Fans kann man es dabei nie recht machen. "Ingenting" ist jedenfalls nicht der große Hit, aber sicher auch nicht das Schlechteste, was die Band in den letzten zehn Jahren vorgelegt hat. Nach drei, vier Durchgängen erkennt man den klassischen Kent-Sound wieder und die beherrschende Stimme von Joakim Berg ist ja ohnehin eine tragende Konstante. Aber auch er singt wieder etwas anders als zuvor, aggressiver, weniger weich, ein bisschen wie zu "Hagnesta Hill"-Zeiten. Nicht umsonst wird der Titel des früheren Albums im Lied zitiert. Will uns der Sänger und Texter damit sagen, dass seine Band nun ein altes, neues Zuhause gefunden hat?
- Über die Remixes kann man sich streiten. Unbedingt zu erwähnen ist das zweite Stück "Min värld", das sich ein bisschen wie Depeche Mode auf Schwedisch anhört. Diese musikalische Kombination wurde zumindest von einem Teil der Fans schon lange herbeigesehnt... kurz gesagt, es vereint Elemente der früheren Single "FF" mit dem düsteren Grundton einiger Lieder des Vorgängeralbums. Kein Ohrwurm, aber eine gute B-Seite.