Neue Zürcher Zeitung
Ingenieurbauten
Ein Führer für Baden-Württemberg
Unsere gebaute Umwelt wird im wesentlichen von Architekten und Ingenieuren gestaltet. Ins Rampenlicht gerückt hat nun die Ingenieurkammer Baden-Württemberg die Ingenieurleistungen und sie in Form eines Taschenbuches zusammengestellt. Als Ingenieurbauten definiert werden jene Werke, bei denen das Ganze wie beispielsweise bei einer Brücke von den Ingenieurleistungen bestimmt wird. Dazugenommen werden aber auch jene Gebäude, bei denen ein Teil etwa die Dachkonstruktion das Ganze wesentlich mitbestimmt. Daraus folgt die Gliederung in: Brücken, Tunnels und Bergbau, Strassen und Bahnen, Hallen und Dächer, Kirchen und Fachwerkhäuser, Türme und Behälter, Wasserbauten, Abfall- und Abwasseranlagen sowie Wärmekraftwerke.
Jörg Schlaich, Professor an der Universität Stuttgart und Beratender Ingenieur, und seine Mitarbeiter haben etwa 270 Ingenieurbauten ausgewählt, einzeln beschrieben und bewertet. Sie appellieren eindringlich an die Eigenverantwortung der Ingenieure für unsere Kultur und haben sich deshalb im Ansatz nicht auf das moderne Ingenieurwesen beschränkt, sondern an Bauten wie das Freiburger Münster angeknüpft. Oft erläutern sie ausser den technischen Angaben und den am Bau Beteiligten auch das historische oder städtebauliche Umfeld, woraus zusammen mit Karten und Wegbeschreibungen der Eindruck eines Reiseführers entsteht. Erfreulicherweise gibt es nun neben den zahlreichen Architekturführern ein Buch, welches das Augenmerk auf das Kerngeschäft der Bauingenieure richtet. Für die Schweiz ist es von Bedeutung, weil sie mit ihrem nördlichen Nachbarn durch Ingenieurbauten am Hochrhein verbunden ist.
Bruno Meyer
Perlentaucher.de
Pressenotiz zu : Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2000
Bruno Meyer ist ganz beglückt darüber, dass es neben den zahlreichen Architekturführern nun einen Band gibt, der sich mehr mit Ingenieurbauten befasst. Da nicht jedem Leser der Unterschied klar ist, weist Meyer darauf hin, dass Ingenieurbauten jene Bauten sind, bei denen die Ingenieurleistungen im Vordergrund stehe, z. B. Tunnels, Brücken, Hallen, Wasserbauten, Wärmekraftwerke. Den Charakter als Reiseführer erhält dieses Buch nach Meyer vor allem dadurch, dass die Autoren auch das "historische oder städtebauliche Umfeld" berücksichtigt haben. Außerdem wurden auch Wegbeschreibungen beigefügt, die die Anfahrt erleichtern sollen. Wichtiger erscheint Meyer jedoch, dass die Mitarbeiter des Bandes nicht nur jedes der 270 Werke genauestens beschrieben haben, sondern dass sie auch einen Appell an die Ingenieure richten, sich ihrer kulturellen Verantwortung bewusst zu bleiben.
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